BEI SCHLIESSUNG AGROSCOPE IN TÄNIKON (AADORF) WÄREN 100 STELLEN WEG


Die Regio Wil hat sich beim Bundesrat Johann Schneider-Ammann über die geplante Zentralisierung und die Schliessung von Agroscope in Tänikon beschwert. Im Antwortschreiben des Bundesrates wird zugesichert, dass der Kanton Thurgau und das Gewerbe Thurgau in der Umsetzungsphase einbezogen werden. Auch sehe der Bundesrat Potenzial mit einer Portfolioüberprüfung und der Zusammenlegung von Standorten die Effizienz von Agroscope weiter zu steigern. Konkrete Aussagen zur Schliessung von Tänikon und zum Stellenabbau werden jedoch nicht gemacht.

Der Bund sieht vor, aus Spargründen die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten der Schweiz innerhalb der nächsten zehn Jahre in Posieux (FR) zu zentralisieren. Davon betroffen ist in unserer Region der seit 1969 bestehende Standort der Agroscope in Tänikon, Gemeinde Aadorf (TG). Mit dieser Schliessung würden 100 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Regio Wil ist empört darüber und hat dies im April 2018 in einem Schreiben an Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann deutlich kundgetan.

Bundesrat nimmt Stellung

In seinem Antwortschreiben weist Bundesrat Schneider-Ammann auf das im November 2017 durch den Bundesrat verabschiedete Vorgehenskonzept hin, welches zum Ziel hat, die Effizienz in der Bundesverwaltung zu verbessern und sparsamer mit den finanziellen Ressourcen des Bundes umzugehen. Auch bei der Agroscope sieht der Bundesrat Potenzial, mittels einer Portfolio¬überprüfung und einer Zusammenlegung der Standorte die Effizienz weiter zu steigern. Das Zukunftsprojekt Agroscope sei auf zehn Jahre angelegt und zum heutigen Zeitpunkt könnten keine Aussagen in Bezug auf einen möglichen Stellenabbau gemacht werden. In der Umsetzungsphase sollen jedoch der Kanton Thurgau und das Gewerbe Thurgau Gelegenheit erhalten, mit dem Bund über die Zukunft des Standortes Tänikon zu sprechen.

Das Projekt soll die Unterstützung der Landwirtschaft und die Weiterentwicklung der Agrarpolitik mit der Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen langfristig garantieren, aber auch Betriebskosten reduzieren. Unterschiedliche Szenarien und Aspekte wie z.B. Führbarkeit und Motivation der Mitarbeitenden, seien in die Überlegungen einbezogen worden. Der Bund sieht vor, weiterhin dezentrale Versuchsstationen in Form von Satelliten zu betreiben, welche sich einzig nach landwirtschaftlichen Bedürfnissen ausrichten, d.h. klimatische und geografische Besonderheiten oder produktespezifische regionale Interessen, die mit dem Know-how von Agroscope unterstützt werden können. Neben den Infrastruktur-Fragen beinhalte die Neupositionierung von Agroscope eine stärkere Ausrichtung im Bereich Forschung für die Landwirtschaft.

Eine breit verankerte Arbeitsgruppe, in der auch der Kanton Thurgau vertreten sei, erarbeite die weiteren Meilensteine, die detaillierten Inhalte des Zukunftsprojekts Agroscope sowie die Grundlagen für den im Sommer 2018 geplanten definitiven Bundesratsentscheid.

Region setzt sich für den Standort Tänikon weiter ein

Bundesrat Schneider-Ammann will sich in seiner Antwort zur Schliessung von Tänikon und zum Stellenabbau nicht festlegen. Die Regio Wil wird die Entwicklung des Projektes beobachten und sich weiter für die Aufrechterhaltung des Standortes Tänikon einsetzen. Für den Verbleib des Standortes Tänikon sprechen die bestens ausgerüstete Infrastruktur und die Nähe zur Landwirtschaft. Es darf nicht sein, dass die Konzentration von Agroscope nur im Westen der Schweiz erfolgt.