EC WIL-TRAINER ANDY RITSCH: „DIE JUNGS HABEN SICH EINEN GROSSEN ZUSCHAUERAUFMARSCH VERDIENT“


Am Dienstag, 20. Februar 2018, hat der EC Wil die zweite grosse Chance, als Underdog den Favoriten und letztjährigen Vize-Amateur-Schweizermeister Frauenfeld aus den Playoffs zu werfen. Die Bären hoffen dabei auf einen grossen und lautstarken Zuschaueraufmarsch.

Der EC Wil begeistert bisher mit seinen Playoff-Auftritten und führt etwas überraschend mit 2:1-Siegen in der Viertelfinal-Serie gegen den EHC Frauenfeld. Nun bietet sich die grosse Gelegenheit, im Heimspiel die ganz grosse Sensation zu schaffen und mit einem Sieg in den Playoff-Halbfinal vorzustossen. Das letzte Mal konnte der EC Wil in der Saison 2005/06 im Playoff spielen und auch damals stand der Bündner Andy Ritsch als Coach an der Wiler Bande. Für die vierte Begegnung, welche um 20.15 Uhr angepfiffen wird, sind die Bären auf eine grosse Unterstützung angewiesen und darum gilt denn auch das Motto: „Alle auf ins Bergholz“.

Mobilisiert Verwandte, Bekannte und Freunde

Das Team hat es sich redlich verdient, wieder einmal vor über 500 Fans oder auch mehr zu spielen und darum sind Eishockeyliebhaber in der Region Wil aufgefordert, die Massen zu mobilisieren und mit Pauken, Trommeln und Trompeten ins Bergholz zu kommen. Macht die Partie eurem Bekanntenkreis schmackhaft und nimmt jeden und jede mit um Stimmung machen zu können. Das Bergholz soll sich in ein Tollhaus verwandeln und die Stimmung zu sieden bringen.


wil24.ch sprach mit Andy Ritsch

Ihr führt in der Serie mit 2:1-Siegen, wie haben sie die bisherigen Partien erlebt?
Andreas Ritsch: Es waren drei unterschiedliche Partien, das erste Spiel war recht ausgeglichen und wir hatten im zweiten und dritten Drittel gute Chancen, die wir auch nutzten. In der zweiten Begegnung fand die Härte Einzug und es war nicht immer alles korrekt in den Zweikämpfen. Im dritten Duell gingen wir mit einer 2:0-Führung nach Frauenfeld, mit dem Wissen, dass die Jungs praktisch keine Playoff-Erfahrung haben. Die Gangart wurde rauer und gehässiger und es wurden zahlreiche persönliche Abrechnungen ausgetragen, was aber in den Playoffs durchaus normal ist. Bei uns liess in Spiel 3 die Disziplin nach und wir kassierten dumme Strafen und kassierten prompt zwei Powerplaytore.

In der dritten Begegnung ging ihr Team erstmals als Verlierer vom Eis, hat die Mannschaft ihre Forderungen diesmal nicht erfüllt?
Andreas Ritsch: Wir sind am vergangenen Samstag nicht wirklich ins Spiel gekommen. Zwar führten wir 1:0 sowie mit 2:1 aber meine Mannschaft konnte nicht den gewünschten Leistungslevel an den Tag legen.

Nun habt ihr vor heimischem Publikum erneut die Chance in den Halbfinal vorzustossen, müssen sie bei ihrem jungen Team deshalb auf die Euphoriebremse treten?
Andreas Ritsch: Nein ich muss nicht auf die Euphoriebremse treten, dies machte ich bereits nach dem Sieg im ersten Spiel in Frauenfeld. Ich sagte nach dem überraschenden Erfolg in spiel 1 dem Team, dass wir noch gar nicht erreicht haben. Die Thurgauer stehen nun aber unter Druck und müssen gewinnen, ganz anders ist unsere Ausgangslage, wir möchten gewinnen.

Was wird im vierten Spiel aus ihrer Sicht über Sieg und Niederlage entscheiden?
Andreas Ritsch: Die Leistungsbereitschaft und der Wille wird in der vierten Affiche ein wichtiger Faktor sein. Wir müssen unser bestes Hockey spielen, vor allem in der Defensive müssen wir auf der Hut sein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Disziplin, da Frauenfeld ein sehr gutes Powerplay hat, müssen wir versuchen, keine Strafen zu nehmen.

Der EC Wil darf und Frauenfeld muss gewinnen, ist dieser mentale Vorteil eher ein Segen oder ein Fluch oder ist dies im Spiel nicht von Bedeutung?
Andreas Ritsch: Wenn das Spiel einmal läuft, denken die Spieler nicht mehr daran und vergessen dies auch. Frauenfeld hingegen hat eine sehr erfahrene Truppe beieinander und weiss, wie man mit einem Rückstand in den Playoffs umgehen muss.

Nach der bislang erfolgreich verlaufenen Saison hat ihr Team einen grossen Zuschaueraufmarsch verdient, mit welchen Worten will der Trainer die Fans ins Bergholz locken?
Andreas Ritsch: Nach über zwölf Jahren wieder einmal Playoff-Eishockey in Wil zu erleben, dürfte für die Zuschauerinnen und Zuschauer ein willkommener Grund sein ins Stadion zu pilgern. Und die Situation, dass der sechstplatzierte den drittplatzierten eliminieren kann, ist sicher ein weiterer grosser Anreiz diese für beide Seiten wichtige Partie zu verfolgen. Die bisherigen Begegnungen waren jeweils ein Spektakel. Wir erhoffen uns eine grosse Zuschauerkulisse und die begeisternd aufspielenden Jungs hätten dies auch wirklich verdient.

Andreas Ritsch, herzlichen Dank für das Interview und viel Glück mit dem EC Wil.