„GESUNDHEIT IST NICHT ALLES, ABER OHNE GESUNDHEIT IST ALLES NICHTS“


Drogen, Impfen, Sexting – Gesundheit ist heutzutage mehr als nur genügend Bewegung und gute Ernährung. Gerade Gesundheitsrisiken, die besonders Jugendliche betreffen, liessen sich jedoch oft mit ein paar wenigen Tipps und Tricks vermeiden. Grund genug für die Kanti Wil, dem psychischen und physischen Wohl einen ganzen Tag zu widmen.


Fit für das Leben

Die Kantonsschule ist ein Ort, an dem normalerweise vor allem der Intellekt gefördert wird. Am 17. Mai 2018 lag der Fokus an der Kanti Wil zur Abwechslung ganz und gar auf der Gesundheit. Man müsse sich ab und zu auch an der Kanti wieder bewusst werden, dass wir nicht nur als Intellekt und Geist bestünden, sondern auch unserem Körper Sorge tragen müssten, hielt Doris Dietler-Schuppli in ihrer Begrüssung vor versammelter Schule fest. Ähnlich äusserte sich Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Vorsteherin des Gesundheitsdepartementes des Kantons St. Gallen. Sie begrüsste die Schülerinnen und Schüler per Videobotschaft zum Gesundheitstag. «Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.», zitierte Hanselmann den Philosophen Arthur Schopenhauer und zeigte sich erfreut, dass die Kanti Wil der Gesundheit einen so hohen Stellenwert beimesse.

Sensibiliseren statt Angst machen

Moralpredigten und Belehrungen, das kennen die Jungen zur Genüge. Wie also die Jungen motivieren? Dass die Jugendlichen oft wenig für Gesundheitsthemen und Präventionsarbeit übrig hätten, das sei verständlich, sagt Claudia Kälin-Treina, Geschäftsführerin der Firma ckt, die den Event mitorganiserte. Schliesslich werde Gesundheit oft mit Verzicht und «Körnli-Picken» gleichgesetzt. Am Gesundheitstag setzte die Kanti Wil deshalb bewusst auf einen integrativen Umgang mit dem Thema Gesundheit: Motivieren statt zwingen, informieren statt verbieten und sensibilisieren statt Angst machen war das Credo. Der Tag bot ein abwechslungsreiches Programm mit spielerischen, realitätsnahen und praktischen Modulen.

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Wie umgehen mit Körperkult und Gesundheitswahn?

Bei den 1. und 2. Klassen drehte sich alles um das Thema «Fit+Xund». Die Module waren darauf ausgerichtet, den Jugendlichen zu helfen, sich in der von Körperkult und Gesundheitswahn geprägten Gesellschaft zurechtzufinden. Die Experten des Spitals Lachen räumten in zwei verschiedenen Workshops schonungslos mit Myhten und falschen Vorstellungen in der Ernährung auf, die Kantonspolizei St. Gallen informierte die Schülerinnen und Schüler über die Gefahren rund um Selfies und Sexting. Ganz praktisch ging es im Selbstverteidigungskurs «Halt!» unter der Leitung von Dr. Linus Bruhin zu und her, der die Jugendlichen einfache Methoden lehrte, mit denen sie sich aus unangenehmen Situationen befreien können.

Schlucken, schnupfen, rauchen oder inhalieren?

Das Programm der 3. und 4. Klassen stand unter dem Motto «Null auf 100» und setzte sich hautpsächlich mit den Themen Rauschmittel, Sicherheit im Verkehr und Stress auseinander. Ein Highlight war hier das Plenumsreferat «Entscheide dich richtig!» von Dr. Jochen Beyer, Toxikologe am Institut für Rechtsmedizin des Kantons St. Gallen. Auf eine humorvolle und zugleich fast schon grotesk einfache Art zeigte er den Jugendlichen auf, welch fatale Folgen der unkontrollierte Konsum solcher Rauschmittel haben kann.

Spannende Vorträge auch zu rechtlichen Konsequenzen bei der Einnahme von Alkohol und Drogen.