HANSELMANN UND PIC – HEITERES AUS DEM POLITIK- UND ZIRKUSLEBEN

Die eindrückliche Gesprächsreihe der Volkshochschule Wil «Persönlich im Hof zu Wil» würdigte am 26. November 2017 die beliebten Ehrengäste SP-Regierungsrätin Heidi Hanselmann und Clown Pic, alias Richard Hirzel. Ausblick: Am 14. Januar 2018, 10 Uhr, steht die 13. Ausgabe des Talks in der Wiler Altstadt mit dem St. Galler Regierungspräsidenten Fredy Fässler und Bruno Jelk, legendärer Bergretter aus Zermatt, an.


(Helena Hohermuth)
Es war ein sehr informativer, unterhaltsamer und lustiger Anlass der Volkshochschule Wil als die St. Galler SP-Regierungsrätin Heidi Hanselmann und der berühmte Clown Pic in «Persönlich im Hof zu Wil» unter der Moderation von Roland P. Poschung aus ihrem spannenden und nicht immer einfachen Leben in Politik und Zirkus erzählten. Die Schilderungen widerspiegelten sich eindrücklich in zwei Leben zwischen Lachen und Leiden. Moderator Roland P. Poschung, Medien- und Ausbildungsspezialist sowie Mitglied im Care Team vom Kanton St. Gallen, hatte nicht zuletzt als diplomierter Sozialarbeiter die grosse Freude seine «oberste Chefin» Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Vorsteherin vom Gesundheitsdepartement, vorzustellen. Dabei würdigte die Politikerin das Wirken der Psychologischen Ersten Hilfe (PEH) bei extremen Ereignissen.

Im Blick zurück …

… in ihre Kindheit wurde deutlich, dass Heidi Hanselmann ein sportliches und aufmerksames Kind aus einer Polizisten-Familie war. Fussball war ihre grosse Leidenschaft, aber damals gab es noch keinen Damenfussball, was dazu führte, dass sie 1977 ein Handball-Team gründete. Später konnte sie sich im Firmenfussball erfolgreich durch ihre Schnelligkeit und Wendigkeit ausleben, dabei wurde sie vom gegnerischen Team oft unterschätzt, was zum Erfolg der eigenen Mannschaft beitrug.

Ins Politische wuchs sie anfänglich zögern hinein, absolvierte eine individuelle, strikte parteiinterne Ausbildung und entwickelte so ihre Begeisterung als Logopädin für politische Themen und Aufgaben, die über den Kantonsrat (1996 – 2004) und die Kandidatur für den Nationalrat schliesslich 2004 in die Regierung führte, wo sie gleich von Beginn an sinnvollerweise im Gesundheitsdepartement wirkte.

Der Mensch im Mittelpunkt

Im Gespräch wurden aktuelle politische Aspekte und kantonale Ziele angesprochen, aber diesmal stand der Mensch Hanselmann mehr im Mittelpunkt. Viele faszinierende und berührende Episoden regten zum Nachdenken und Lachen an. Mit ernster Miene erinnerte sie sich an die Phasen, wo sie Polizeischutz benötigte. Oder an ein einfühlsames Kind, welches sich in der Therapie Sorgen wegen der kleinen Sandwich-Verpflegung von Logopädin Hanselmann machte … – und damit sie nicht verhungern musste, über die Mutter Schnitzel-Pommes organisierte und überbrachte. Auch die Anekdote als Hanselmann bei einem Kletterausflug in Brig, plötzlich ohne Geld, in den falschen Zug stieg und freundlicherweise vom Zugführer 100 Franken bekam, löste witzige Momente aus.

«Heikle atmosphärischen Einflüssen» bei der Seifenblasen-Sauce

Bei den Fussball-Themen hatten die Regierungsrätin und der St. Galler Clown Pic schnell Verbindendes. Moderator Roland P. Poschung sprach Pic auf sein Flair für Clowns an und so erfuhren die Gäste, dass die Liebe zu den Clowns schon im zarten Alter von 5 Jahren erwachte.

Wegen der Krankheit des Vaters, ein bekannter Maler, konnte sich Pic, alias Richard Hirzel, zuerst als Lehrer und dann im Zirkus ausleben. Seine Ausbildungen absolvierte er in mehreren Ländern. Legendär wurde Pic durch seine überdimensionalen Seifenblasen. Gerne erinnerte man sich an seine berühmten Auftritte im Schweizer National Circus KNIE und Roncalli. Dass die «Seifen-Sauce» unter den «atmosphärischen Einflüssen» leiden konnte, war dann für das interessierte Publikum neu und brachte viele Gäste zum Staunen.

Pic ist vielseitig im Berufsleben

Pic ist jedoch nicht Clown allein, er hat sich zudem als Maler und Buchautor einen Namen gemacht. Sein aktuelles Programm «Komische Knochen» ist mit dem gleichen Titel als Buch bei Edition Clandestin erschienen und schildert darin aussergewöhnliche Episoden aus seinem vielseitigen, bunten und ernsten Leben. Seine Tochter Jil, heute eine 30-jährige Juristin, und seine Lebenspartnerin Pascale Nold, eine Kindergärtnerin, die er einst vor vielen Jahren an einer Migros-Kasse spontan kennenlernte, diese beiden Personen sind ihm wertvolle und liebe Stützen im Alltag. Immer wieder ist er in seinem St. Galler Atelier anzutreffen, wo er sich zurückzieht, liest, musiziert und neue Ideen entwickelt.

Aspekte zum Älterwerden

Regierungsrätin Heidi Hanselmann hält sich – trotz einem strengen Tagesprogramm – weiterhin sportlich Fit, diese Zeit müsse man sich einfach nehmen: «Ich kann nicht über Gesundheitsförderung reden und selber nichts tun. Gerne habe ich in den Weltmeeren getaucht und die politische Arbeit lässt sich meiner Meinung nach sehr gut mit dem Bergsteigen vergleichen. Daraus lerne ich Geduld und Ausdauer. Ebenfalls tanze ich mit Vorliebe, seit drei Monaten lerne ich speziell «Lindy Hop».

Pic, der 12 Jahre älter ist als Hanselmann, gibt sich zurückhaltender. Seine Glanzzeiten im Fussball und dem wilden Künstlerleben gehörten der Vergangenheit an, sie haben in Rücken- und Knieschmerzen Spuren hinterlassen. Dennoch gibt er sich aufgeweckt, jugendlich und blickt mit Vorfreude in die Zukunft: «Im 2018 will meine Tochter Jil heiraten. Darauf freue ich mich sehr. Eine neue Phase im Familienleben beginnt.»


Links

http://www.vhs-wil.ch/index.php/persoenlich-im-hof-zu-wil

https://www.sg.ch/k/reg/regierungsraetin_h.html

http://www.pic.ch/


Für die Agenda

Der nächste Anlass «Persönlich im Hof zu Wil» ist am Sonntag, 14. Januar 2018, Beginn 10 Uhr, mit dem St. Galler Regierungspräsidenten Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements, und Bruno Jelk, legendärer Bergretter aus Zermatt, der kurz davor aus einem weiteren Einsatz aus Nepal, im Himalaja-Gebirge, mit Piloten der Air Zermatt, zurückkehrt und unter anderem darüber berichten wird. (HH)