IN DER REGION WIL WENIGER SUCHTBERATUNGEN NÖTIG


Die Suchtberatung der Region Wil hat im letzten Jahr 215 Menschen beraten. Das sind 16 weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist auf weniger Zuweisungen durch das Strassenverkehrsamt und die Jugendanwaltschaft zurückzuführen. 

Im Bild: v.l. Peter Lötscher (Suchtberater), Hermann Gander (Stellenleiter), Karin Knecht (Sekretariat) und Rahel Gerber (Suchtberaterin).


Eine Beratung bei der Suchtberatung der Region Wil ist freiwillig. Menschen, welche ihre Situation verbessern wollen, erhalten kostenlose Unterstützung. Es kann aber auch sein, dass jemand aufgrund eines Delikts – zum Beispiel Fahren in angetrunkenem Zustand – in eine Beratung geschickt wird. In diesem Zusammenhang waren im letzten Jahr 87 Personen bei der Suchtberatung Region Wil, gegenüber 108 Personen im Vorjahr.

Vertrauen ist zentral

Für Stellenleiter Hermann Gander ist das ein gutes Zeichen. Und ebenfalls als gutes Zeichen wertet er, dass es bei den freiwilligen Beratungen zu keinem Rückgang gekommen ist. «Die Klientinnen und Klienten vertrauen uns und erzählen das weiter.»

Obwohl zwei Berater die Suchtberatung der Region Wil Ende 2016 verlassen haben, sind die Zahlen stabil geblieben. «Das hat mich positiv überrascht», sagt Gander. Vertrauen ist in der Suchtberatung nämlich zentral. «Weil die Beratungen auf Freiwilligkeit beruhen, müssen wir immer gute Arbeit leisten, um weiterhin eine gutbesuchte Anlaufstelle zu sein». 

Stetige Weiterentwicklung

Die Suchtberatung Region Wil unterzieht sich laufend internen und externen Audits. So können Entwicklungen laufend in die Prozesse einfliessen und Verbesserungen umgesetzt werden. Auch im Jahr 2018 wird eine Befragung der Klientinnen und Klienten durchgeführt. Damit wird die Qualität der Suchtberatung Region Wil mit anderen Suchtberatungsstellen in der Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit, verglichen.

Neu soll auch ein spezielles Angebot für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien geprüft werden. Zudem wird die Umsetzung des neuen kantonalen Suchtgesetzes die Stelle im Jahr 2018 beschäftigen.

In diesem Jahr gibt es auch eine personelle Änderung. Stellenarzt Dr. Urs Germann war die letzten 24 Jahre für die Suchtberatung der Region Wil tätig. Er hat sich stets aktiv an der Entwicklung der Suchtmedizin in der Region beteiligt. So vertrat er die Suchtberatung der Region Wil als Vorstandsmitglied im Forum Suchtmedizin Ostschweiz. Neuer Stellenarzt wird im April Dr. Jan Bähre.


Suchtberatung Region Wil

Die Suchtberatung Region Wil bietet Beratung, Begleitung und Information für Betroffene, Angehörige und weitere Personen aus dem Umfeld. Dabei kann es sich um Probleme mit legalen oder illegalen Suchtmitteln handeln. Die Suchtberatung Region Wil ist bei Problemen mit illegalen Suchtmitteln für die Gemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Kirchberg, Lütisburg, Mosnang, Niederhelfenschwil, Wil und Zuzwil zuständig. Bei Problemen mit legalen Suchtmitteln betreut die Stelle Niederhelfenschwil, Wil und Zuzwil.