KAPO THURGAU KONTROLLIERTE LETZTES JAHR 5436 „BRUMMIS“


(Kapo TG) Die Schwerverkehrs-Spezialisten der Kantonspolizei Thurgau nehmen die grossen «Brummis» genau unter die Lupe. Wie jedes Jahr wurden auch 2017 auf Thurgauer Strassen mehrere tausend Lastwagen kontrolliert; 77% mussten nicht beanstandet werden.


Technische Mängel, aber auch 1,2 Promille, ausgefranste Spanngurten…

Grundsätzlich kann Ruedi Künzler, Dienstzweigchef Schwerverkehr bei der Kantonspolizei Thurgau, den Lastwagenfahrerinnen und -fahrern auf den Thurgauer Strassen ein gutes Zeugnis ausstellen. Trotzdem bekommen es er und seine Kontrolleure ab und zu mit Situationen zu tun, bei denen es auch den langjährigen Spezialisten kalt den Rücken hinunterläuft. «Ich erinnere mich beispielsweise an einen Tiertransporter-Fahrer, der eines Morgens um 6 Uhr mit 1,2 Promille am Steuer war», sagt Künzler. «Oder an einen Chauffeur, der seine Ladung mit komplett ausgefransten Spanngurten gesichert hatte.»

Sicher ist sicher…

Risiko für andere Verkehrsteilnehmer

Es liegt auf der Hand, dass bis zu 40 Tonnen schwere Fahrzeuge mit defekten Bremsen oder ungenügend gesicherter Ladung eine Gefahr darstellen können. Ebenso wie Chauffeure, die nicht fahrfähig hinter dem Steuer sitzen. Das Ziel und die Aufgabe des achtköpfigen Teams ist es, möglichst viele solcher Gefahren aus dem Verkehr zu ziehen.

Im Auftrag des Bundes

«Grundlage für diese verstärkten Kontrollen ist eine Leistungsvereinbarung mit dem Bund» erklärt Marcel Rupper, Dienstchef Taktische Verkehrsdienste der Kantonspolizei Thurgau. «Dieser entschädigt uns zu einem grossen Teil finanziell für diese Arbeit.»

Wo und wann?

Die Kontrollen finden auf dem ganzen Kantonsgebiet zu unterschiedlichen Zeiten statt. Nach Möglichkeit werden aber die eigenen und teils speziell eingerichteten Kontrollplätze benutzt. Diese befinden sich auf Rastplätzen entlang der Autobahn A7, beim Strassenverkehrsamt in Amriswil, an der Hauptstrasse in Altnau und in der Gemeinschaftszollanlage in Kreuzlingen.

Zahlen

Im vergangenen Jahr wurden 5436 Fahrzeuge kontrolliert, daraus resultierten 856 Strafanzeigen und 418 Ordnungsbussen. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 23 %. Oder anders gesagt, bei fast jedem vierten kontrollierten Fahrzeug oder Chauffeur war etwas nicht in Ordnung. Dass diese Zahl derart hoch ist, dürfte nicht zuletzt mit dem geschulten Auge und der Erfahrung der Schwerverkehrs-Kontrolleure zusammenhängen, die oft richtig einschätzen können, welche Fahrzeuge genauer unter die Lupe genommen werden müssen.

Umfangreiche Abklärungen in kurzer Zeit

Die Prüfung läuft gemäss Ruedi Künzler immer gleich ab. «Nebst den Führer-, Fahrzeug- und Ladepapieren wird auch der Zustand der Fahrerin oder des Fahrers beurteilt. Wir achten dabei beispielsweis auf Anzeichen einer möglichen Fahrunfähigkeit. Die technischen Kontrollen umfassen eine Auswertung der Fahrtschreiberdaten bezüglich Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die Kontrolle des Fahrzeugzustands und Überprüfung der Ladungssicherung sowie der Masse und Gewichte.» Je nach Fahrzeug können weitere Kontrollpunkte dazu kommen.

Kontrolle dauert in der Regel 10 bis 20 Minuten

In der Regel können Chauffeure, bei denen alles in Ordnung ist, nach 10 bis 20 Minuten mit einer Kontrollbescheinigung wieder auf die Strasse. Ist etwas nicht in Ordnung oder muss ein Fahrzeug sogar vor Ort stillgelegt werden, kann es länger dauern, sagt Künzler. «Die Lastwagen dürfen erst weiterfahren, wenn Mensch und Maschine strassentauglich sind. Es gab beispielsweise einmal einen Lastwagen, der zwei Wochen lang stehenbleiben musste, bis die rumänischen Mechaniker vor Ort waren und die Mängel behoben hatten.»