KONSTRUKTIVE AUSSPRACHE ÜBER DIE WILER KULTUR


Am Montagabend, 24. September 2018, war das Publikumsinteresse am Podiumsgespräch erstaunlich gross. Die Sitzplätze im Dachgeschoss des Hofs zu Wil waren rasch restlos gefüllt, es mussten zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden. Das Thema war: Sind die Weichen im Wiler Kulturleben richtig gestellt?


Auf dem Podium sassen Stefan Kreier, Mitglied der Künstlerkollektivs Ohm 41; Florence Leonetti, Leiterin der Tonhalle Wil; Michael Sarbach, Gare de Lion, Präsident Verein Soundsofa; Ruedi Schär, Ortsbürgerrat und Mitglied städtische Kulturkommission, sowie Walter Dönni, Präsident Bühne 70.

In der von Hans Suter, Redaktionsleiter der Wiler Zeitung, geleiteten Diskussion kristallisierte sich heraus, dass in Wil sehr viel engagierte Kulturarbeit geleistet wird, oft ehrenamtlich. Die Stolpersteine wurden vorwiegend in den Rahmenbedingungen für die Kulturarbeit festgestellt.

Die Diskussion wurde lebhaft geführt.

Stimmungsänderung

Die Einschätzungen, wie engagiert heute für die Kultur gearbeitet wird, fielen unterschiedlich aus. Stefan Kreier wies etwa darauf hin, dass in den in der Vergangenheit in Wil eine deutliche Aufbruchstimmung geherrscht habe, die zur Gründung der Kulturremise – heute Gare de Lion – sowie der Kunsthalle geführt habe. Heute würde die Kultur oft verwaltet. Er stellt bei der Stadt eine gewisse Mutlosigkeit fest. „Für einen wilden Verein wie Ohm 41, der auch mal querschlägt, ist es im Vergleich zu früher ein himmelweiter Unterschied. Bei unserer Kunstaktion in diesem Sommer haben wir einen Rattenschwanz von Bewilligungen einholen müssen“, nannte er als Beispiel für den Kulturwandel, der ihm negativ auffällt

Hartnäckigkeit hilft

Andere Podiumsteilnehmer beurteilen die Situation weniger kritisch. Gleichwohl wurde die Tendenz zur Bürokratie wurde in verschiedenen Wortmeldungen bemängelt. Man müsse gelegentlich in der städtischen Verwaltung „etwas lästig“ sein, um Anliegen in der Kultur durchzusetzen, berichtete Michael Sarbach von seinen Erfahrungen.

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Im zweiten Teil des Abends wurde die Diskussion auf das Publikum ausgeweitet. Einzelne Aussagen bezogen sich auf den Mangel an erschwinglichen Proberäumen. Auch die zum Teil geringen Möglichkeiten zur Promotion von Anlässen wurden beanstandet. Eine zentrale Erfassungsstelle könnte etwa die Daten zu einer Kulturveranstaltung aufnehmen und dafür sorgen, dass diese auf sämtlichen entsprechenden Plattformen veröffentlicht werden, wurde vorgeschlagen.

Konstruktive Gesprächskultur

Um 21.30 Uhr endete das Podiumsgespräch. Wie Stadtparlamentarier Erwin Böhi, der den Anlass mit Journalisten Adrian Zeller organisiert hatte, erwähnte, habe er auch die Stadtpräsidentin sowie die Kulturbeauftragte zur Teilnahme eingeladen, beide seien verhindert gewesen.
Verschiedene Besucherinnen und Besucher stellten der Gesprächsrunde ein positives Zeugnis aus. Der grosse Publikumsaufmarsch zeigte, dass eine öffentliche Aussprache über die Wiler Kultur einem grossen Bedürfnis entsprach.

Freuten sich über das grosse Interesse an der Kulturdiskussion: die beiden Organisatoren des Kulturpodiums Wil, Ernst Böhi und Adrian Zeller.

Veranstaltungshinweise

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