KV4.0 – NEUES ANGEBOT STEIGERT ATTRAKTIVITÄT DER KV-LEHRE


Für Interessentinnen und Interessenten an einer KV-Lehre und für Unternehmen, die diese Lehre anbieten, eröffnen sich mit dem neu lancierten Angebot KV4.0 ganz neue Zukunftsaussichten. Die standardmässige dreijährige KV-Lehre wird um ein „Turbojahr“ ergänzt, welches nach dem zweiten ordentlichen Lehrjahr eingeschoben wird, und dauert somit neu insgesamt vier Jahre. KV4.0 könnte den Weg für eine grundsätzlich neue KV-Lehre ebnen. Dieses Zukunftsprojekt wurde vom Verein KV4.0 ins Leben gerufen und jetzt den Medien und interessierten Unternehmen vorgestellt.

Beat Bollinger, Präsident des Vereins KV4.0, ist optimistisch: „Nach über einem Jahr Vorbereitung können wir ein zukunftsorientiertes Angebot machen. Bei den 50 Unternehmen, die sich bereits darüber informieren liessen, war das Echo sehr positiv. Wir dürfen deshalb davon ausgehen, dass bereits der erste Jahrgang 2020/21 mit mehr als der Mindestzahl von 15 Teilnehmenden starten wird.“


Das KV der Zukunft – Herausforderung und Chance

Fakt ist, dass das Interesse an der regulären KV-Lehre in den letzten Jahren rückläufig ist. Globalisierung und Digitalisierung des Wirtschaftslebens verlangen für die zukünftige „Business Administration“ erweiterte und vertiefte Kenntnisse in mehreren Bereichen: Fremdsprachen (vorzugsweise mit Auslandaufenthalt), Projektmanagement und Informatik-Tools sowie Flexibilität, d.h. keine Schwellenangst vor anderen Branchen zu haben und die Fähigkeit sich in persönlichen und digitalen Netzwerken wohl zu fühlen. Genau dieses „Job Enrichment“ und „Job Enlargement“ bietet das nun von führenden Firmen aus der Region und dem BZWU (Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil) lancierte KV 4.0-Angebot.

Kosten?

Lehrbetriebe müssen gemäss KV4.0-Geschäftsführer Urs Thoma während des Praxisjahres mit Kosten von 700 bis 1000 Franken pro Monat rechnen. Davon sind 500 Franken als (Mindest)Lohn für die Lernenden budgetiert.


Konzept KV4.0

Das zusätzliche Jahr umfasst vier Segmente, die sich auch im Logo von KV4.0 widerspiegeln.

A. Seitenwechsel

Dauer: 9 Wochen
Praktikum in einem Partnerbetrieb in einer anderen Branche oder einem fremden Berufsfeld

Ziele: Kennenlernen von anderen Branchen, Prozessen, Unternehmenskulturen, Vertiefung von volks-und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen, Einbringen und Anwenden der eigenen Fachkenntnisse, Erprobung der eigenen Neigungen und Fähigkeiten.

B. Praxisprojekt

Dauer: 9 Wochen
Bearbeitung eines konkreten Projektauftrages aus der Praxis inkl. Präsentation.
Zusatzmodule: «Kompetenzen der Zukunft», Lehrgang Projektmanagement Edupool, Kommunikation, Website-Design/Programmierung.

Ziele: Anwenden von Fachwissen und den erworbenen Kompetenzen, Stärkung des vernetzten Denkens, der Sozial-, Selbst-und Methodenkompetenz, Umgang mit komplexen Aufgabenstellungen, Beweis der Kommunikations-, Präsentations-und Teamfähigkeit.

C. Auslandeinsatz

Dauer: 18 Wochen in England
Sprachschule und Praktikum im kaufmännischen Umfeld, 2 Wochen Vollzeit-Sprachkurs zu Beginn, 16 Wochen Praktikum und einzelne Schultage, Unterkunft bei einer Gastfamilie, Betreuung vor Ort durch die Sprachschule und eine Ansprechperson im Betrieb, Finanzierung voraussichtlich durch Stiftung Movetia (Projekt Erasmus).

Ziele: Erweiterung des Erfahrungsschatzes, Förderung des internationalen Kulturaustausches, Einbringen und Anwenden der eigenen Fach-und Sprachkenntnisse, Abschluss Sprachdiplom.

D. Onboarding (Vorbereitungsphasen)

Dauer: total 4 Wochen
Onboarding 1: Einführung KV4.0, Vorbereitung Seitenwechsel
Onboarding 2: Vorbereitung Auslandeinsatz
Onboarding 3: Reintegration in Betrieb und Berufsfachschule, Abschluss KV4.0

Ziele: Optimale Vorbereitung auf die einzelnen KV4.0-Elemente,  Vorbereitung der Reintegration in Lehrbetrieb und reguläre Schulklasse, Förderung der «Kompetenzen der Zukunft», Auftrittskompetenz, digitale Kompetenzen, Kommunikation, Projektmanagement etc.


Weitere Informationen:

www.kv4punkt0.com


Im Bild v.l. v.l.: Aldo Kopp, Raiffeisenbank Regio Uzwil; Daniel Wyder, Gemeinderat Uzwil; Birgit Fritsche, Ausbildnerin Kaufleute, Bühler AG; Bruno Müller Amtsleiter Berufsbildung SG; Marco Frauchiger, Rektor BZWU; Beat Bollinger, Präsident KV4.0 und Bankleiter Raiffeisenbank Wil; Christophe Bettin, Bereichsleiter Berufsbildung und Jugendarbeit, Stiftung Movetia und Urs Thoma, Prorektor BZWU.

Gründungsmitglieder des Vereins KV 4.0

Ein grosser Vorteil des KV4.0-Projekts ist die synergetische Zusammenarbeit von Lehrbetrieben, dem Amt für Berufsbildung und der Berufsfachschule BZWU.


Strategische und operative Führung des KV4.0-Vereins: Beat Bollinger, Präsident, und Urs Thoma, Geschäftsführer. Beat Bollinger ist im Hauptberuf Vorsitzender der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Wil, Urs Thoma Prorektor Kaufmännische Berufe / Detailhandel des BZWU.

Unterstützung erhält das KV4.0-Projekt auch von Bruno Müller, Leiter des Amts für Berufsbildung des Kantons St. Gallen.