NEU BEI WIPP: CLAUDIA KOLB LEITET „KAKTUS“, MILAN HANSLIN „SOZIALE WOHNBEGLEITUNG“


Nachfrage nach den wichtigen Angeboten der wipp (Wiler Integrations- und Präventionsprojekte) hat sich 2017 stabilisiert. Anlässlich der alljährlichen Medienorientierung informierten die Verantwortlichen über die Entwicklung bei der Beratung und Betreuung von suchtmittelabhängigen Menschen in der Stadt und Region Wil.

Im Titelbild v.l. Dario Sulzer (Stadtrat Wil, Departement Soziales, Jugend und Alter), Marc Bilger (Departementssekretär Soziales, Jugend und Alter), René Akeret (Leiter wipp), Barbara Seger (Leiterin Wohnprojekte) und Claudia Kolb (Leiterin „Kaktus“).


Vorgestellt wurden auch Claudia Kolb, die neue Leiterin der Kontakt- und Anlaufstelle „Kaktus“, und Milan Hanslin, der neue Leiter des Bereichs soziale Wohnbegleitung. Wieder auf das „normale“ Niveau zurückgegangen ist die Anzahl der Besuchenden beim „Kaktus“. Die Nettokosten für die Dienste der wipp beliefen sich 2017 auf CHF 526’000, rund 2,5% des Gesamtbudgets des Departements Soziales der Stadt. Gewiss gut eingesetzte Mittel für die Verminderung von Gesundheits- und Sicherheitskosten und um einem Teil der Süchtigen die Chance auf den Ausstieg zu bieten.


Jahresbericht 2017 der wipp:

Im letzten Jahr konnte dank einem Stellenausbau um 50% erstmals eine Leitung für den Bereich „soziale Wohnbegleitung“ eingesetzt werden. Ebenfalls wechselte die Leitung der Kontakt- und Anlaufstelle Kaktus. Die Nachfrage nach den Angeboten der Wiler Integrations- und Präventionsprojekte wipp stabilisierte sich im vergangenen Jahr auf hohem Niveau, die Besucherinnen- und Besucherzahl in der Kontakt- und Anlaufstelle Kaktus sank allerdings um rund 12% und bewegte sich damit wieder im langjährigen Durchschnitt.

Allgemeine Situation

Das Kerngeschäft von wipp – die Beratung und Betreuung von suchtmittelabhängigen Menschen in unserer Region – war auch 2017 intensiv und mit viel Arbeit verbunden. wipp steht mit rund 180 Per-sonen aus der Region Wil in regelmässigem Kontakt.
Dank einem leichten Stellenausbau um 50% konnte auf die in den letzten Jahren stark gestiegene Nachfrage reagiert und zur Qualitätssicherung eine Leitung für den Bereich soziale Wohnbegleitung erfolgreich eingesetzt werden.
Nach wie vor leiden viele der Klientinnen und Klienten von wipp neben ihrer oftmals langjährigen und chronifizierten Suchterkrankung an psychiatrischen Krankheitsbildern. Die Problemstellungen werden immer komplexer, was sich auf den Alltag negativ auswirkt. So nahmen die Ressourcen und der somatische Gesundheitszustand vieler unserer Klientinnen und Klienten weiter ab und erforderten manche Kriseninterventionen. Auffallend war im vergangenen Jahr, dass sich die Konsummuster der Klientin-nen und Klienten der wipp weiter in Richtung Polytoxikomanie (gleichzeitige Abhängigkeit von verschiedenen Substanzen) verfestigt haben. Zwar hat sich der Konsum von Kokain nach dem Boom 2016 wieder etwas reduziert, aber der missbräuchliche Konsum von Medikamenten hat dafür stark zugenommen. Dadurch stieg die potentielle Gewaltbedrohung einzelner Klientinnen und Klienten leider wieder an und führte dazu, dass auch vermehrte Einsätze durch die Polizei geleistet werden mussten.
Aber auch im vergangenen Jahr schafften es wieder einige durch wipp betreute Personen, aus der Sucht auszusteigen oder aber immerhin ihren Konsum besser zu kontrollieren. Auf der anderen Seite verstarben im vergangenen Jahr leider auch mehrere Personen.
Die Anzahl freiwilliger Finanzverwaltungen durch wipp hat sich 2017 reduziert: 37 Personen liessen ihre Finanzen über das wipp einteilen. Auch wenn diese Massnahmen für wipp einen beträchtlichen Aufwand bedeuten, sind diese doch sehr wertvoll, indem sie viel zur Stabilisierung unserer Klientinnen und Klienten beitragen.

Kontakt- und Anlaufstelle Kaktus

Der „Kaktus“ war wie in den Vorjahren der zentrale Dreh- und Angelpunkt der wipp-Arbeit. Wichtigste Veränderung im Kaktus war die Neubesetzung der Leitungsstelle durch Claudia Kolb. Gegenüber dem Vorjahr sank wie erwähnt die Zahl der Besucherinnen und Besucher von 9‘707 auf 8‘468. Die täglichen Eintrittszahlen schwankten zwischen 10 und 35 Personen pro Tag. Durchschnitt-lich besuchten rund 23 Personen pro Tag den Kaktus, wovon rund 16 Prozent ihren Wohnsitz in den beteiligten Regionsgemeinden haben. Die Besuchendenzahl aus den Regionsgemeinden sank leicht von 1‘363 Personen im Jahr 2016 auf 1‘340 Personen im vergangenen Jahr. Generell kann festgehalten werden, dass die Zusammenarbeit mit den Regionsgemeinden auch 2017 sehr positiv verlief, und nach wie vor beteiligten sich diese mit einem wichtigen finanziellen Anteil an den Kosten des Kaktus.
Der Kaktus bleibt der wichtigste Bezugsort von sauberem Injektionsmaterial in der Region. Insgesamt wurden 32‘999 Spritzen abgegeben. Damit hat sich die Zahl nach der rekordhohen Vorjahreszahl von 55‘282 wieder normalisiert. Dies hängt in erster Linie mit dem bereits erwähnten reduzierten Konsum von Kokain zusammen.

Wohnangebote

Die Auslastung der Zimmer im Betreuten Wohnen und im Begleiteten Wohnen betrug durchgehend 100 Prozent. Es ist uns wie angestrebt gelungen, dass die Engpässe bei krisenbedingten Unterbringungen von Personen in die Notbetten im vergangenen Jahr abgenommen haben und so die Notbet-ten ihre „Pufferfunktion“ wieder verstärkt wahrnehmen konnten. Die Anzahl der Übernachtungen in den Notbetten sank deshalb von 323 im Jahr 2016 auf 179 im Jahr 2017.

Milan Hanslin, Leiter soziale Wohnbegleitung.

Wie bereits erwähnt, konnte im vergangenen Jahr eine Leitungsstellung für den Bereich der sozialen Wohnbegleitung geschaffen werden. Diese konnte mit Milan Hanslin besetzt werden, der bei uns seine Ausbildung zum Sozialarbeiter FH abgeschlossen hat und daher bereits über viel Know-how und Erfahrung in diesem Bereich verfügte. Die soziale Wohnbegleitung hat zum Ziel, Personen mit eigenem Wohnraum in ihrer Wohnfähigkeit zu unterstützen. Weiterhin wird das Angebot rege genutzt: 2017 machten insgesamt 20 Personen von diesem Angebot einer externen sozialen Wohnbegleitung Gebrauch, wovon am 31. Dezember 2017 noch 14 aktiv waren.

Soziokulturelle Anlässe

Auch im letzten Jahr mussten wir uns aufgrund des hohen Arbeitsanfalls in den anderen Angeboten im Bereich der soziokulturellen Anlässe auf die traditionelle Weihnachtsaktion beschränken. Dieser Anlass fand erneut grossen Anklang bei unseren Klientinnen und Klienten. „Gerne würden wir in die-sem Bereich stärkere Akzente setzen, da so die Integration von suchtmittelabhängigen Menschen ge-fördert werden könnte, so René Akeret. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichen Spenden, die es uns ermöglicht haben, diesen Anlass durchzuführen“.


Stadtrat Dario Sulzer zur Vernetzung der wipp

wipp Vernetzunghttp://wil24.ch/neu-bei-wipp-claudia-kolb-leitet-kaktus-milan-hanslin-soziale-wohnbegleitung/

Gepostet von wil24.ch am Dienstag, 8. Mai 2018


Vernetzung

wipp legt unverändert grossen Wert auf die fachliche Vernetzung und ist daher Kollektivmitglied des Fachverbandes Sucht, wo wipp-Vertreterinnen und Vertreter aktiv in den jeweiligen Fachgruppen mitarbeiten.
Lokal arbeitet wipp eng mit verschiedensten Organisationen zusammen. Wichtigste Partner bleiben die Sozialen Dienste in der Stadt Wil und in den Regionsgemeinden, die Suchtberatungsstelle Region Wil, die Entzugsstationen sowie die Medizinisch-soziale Hilfsstelle MSH 1 in St. Gallen. „Die Zusammenar-beit mit all diesen Partnern verlief wiederum konstruktiv und positiv“, bedankte sich René Akeret für das gute Miteinander.

Personal

Wie bereits erwähnt, gab es im vergangenen Jahr einen personellen Wechsel in der Leitung der Kon-takt- und Anlaufstelle Kaktus. Ansonsten blieb das Team Beratung sowie das Team Betreuung unver-ändert und diese Stabilität war ein wesentlicher Faktor, die manchmal belastende Arbeit und den ho-hen Arbeitsaufwand gut zu bewältigen. Die Fluktuation bei wipp ist im Vergleich zu anderen nieder-schwelligen Stellen weiterhin sehr gering.

Fazit

Einmal mehr wurden 2017 die Zielsetzungen der Säule Schadenminderung und der HIV/Aids-und Hepatitis-Prävention in der Region Wil kompetent und effizient vom Team wipp umge-setzt und damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der Suchtproblematik geleistet werden.