„OHM 41“ ALLOTRIA ZUM AUFTAKT DES KULTURELLEN MONATS IN WIL


Zur Eröffnung ihres kulturellen Monats in der Oberen Bahnhofstrasse Wil bot die Künstlergruppe Ohm 41 am Sonntag ab 10.30 Uhr genau jenen Mix, den man von ihr aus früheren Aktionen kennt: Überraschung, Klamauk, Ironie, Verballhornung, Irritation, Widersprüchlichkeit, Anspielungen sowie Sinnlichkeit.

Zwischen 100 und 150 Personen leisteten der Einladung zum Auftakt zu den kommenden Kunstereignissen Folge. Der Eröffnungsakt fand auf Höhe der UBS, in nächster Nähe zum Maibaum des Wiler Gewerbes, statt. Den amüsierten Gesichtszügen nach zu schliessen, gefiel dem Publikum der gebotene Mix.

Facettenreiches Spektakel

Auch einige Passanten blieben teils neugierig, teils befremdet stehen. Was soll man schon von einem Mann halten, der am Sonntagmorgen auf einer Putzmaschine sitzt und knatternd und hupend um die Zuschauer kurvt, und dabei eine Gasmaske trägt? Was haben grosse Brote zu bedeuten, die an Hundeleinen an Baumstämme befestigt sind? Und was haben gestapelte Pakete von gepressten Alu-Getränkedosen im Stadtzentrum verloren? Kurz und gut: Zu sehen bekamen die Gäste eine Stunde lang eine teils kunterbunte, teils bizarre Collage.
Zu nennen gäbe es viele Versatzstücke dieses facettenreichen Spektakels, stellvertretend sei etwa die geschwätzige Ansprache des angeblichen Vereinsobmanns der Verkaufsgeschäfte der Oberen Bahnhofstrasse, verkörpert vom Theatermacher Oliver Kühn, erwähnt.

Kritische Fragen an die Kulturbeauftragte

In seinem absichtlich etwas grossspurig wirkenden Auftritts reihte er gängige Gemeinplätze und Floskeln aus der sogenannten Verkaufsfront so geschickt aneinander, dass sich in ihrer nichtsagenden Oberfächlichkeit selber entlarvten. Es folgte eine Eröffnungsansprache der Wiler Kulturbeauftragen Kathrin Dörig. Sie vertrat die wegen eines anderen Termins verhinderten Stadtpräsidentin.
Im Anschluss versuchte Oliver Kühn Kathrin Dörig hartnäckig durch provokative Fragen aus der Reserve zu locken und ihre inoffizielle Meinung hinter ihren freundlichen Worten über die dauerhaft widerständige Künstlertruppe zu entlocken. Mit mässigem Erfolg.

Musikalischer Klamauk

Auch die Ohm 41-Mitglieder bekam ihr Fett ab, kniend musste sie in einer Demutspose in einer Eidesformel Oliver Kühn nachsprechen, nicht mehr länger die Rolle des Sandes im Getriebe der Stadt zu sein.
Für den musikalischen Teil sorgte eine leicht schräg wirkende Blaskapelle aus St. Gallen, die sich Terror-Squad-Racing-Team nennt. Ihr Repertoire reichte von schleppender Trauermusik bis zu fetzigen südamerikanischen Rhythmen und Klängen. Bei Grillwürsten, Getränken, lockeren Gesprächen und heiteren Melodien klang die Vernissage der besonderen Art aus.


Veranstaltungsreihe „uf än art wil i“ 

Unter dem Titel „uf än art wil i“ lädt Ohm 41 gemeinsam mit Shopping Wil und Gästen vom 10. Juni bis 08.Juli zu verschiedenen kulturellen Ereignissen ein. Dazu gehören Konzerte, Objektausstellungen, spezielle Führungen sowie gastronomische Angebote. Einbezogen wird dabei die Strecke zwischen Derby und Altstadt.

Detailliertes Programm HIER abrufbar.

Theatralische Stadtführungen

Am Samstag, 23.06.; Samstag, 30.Juni; Mittwoch, 04.Juli; Donnerstag, 05.Juli wird jeweils um 19.30 Uhr eine theatralische Stadtführung stattfinden,.
Weitere Informationen HIER abrufbar.

Ohm41 – voilà

Ohm 41 setzt sich heute aus Franziska Peterli Bartholdy, Markus Eugster, Stefan Kreier, Thomas Freydl, Errico Mirto, Renato Müller, Franz Zuber, Fulvio Musso, Kurt Scheiwiller und Tuli Eugster zusammen. Weitere frühere Mitglieder sind verstorben.