THURGAUER VOLKSSCHULE WÄCHST – UND WIRD DIGITALER


Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Thurgauer Volksschulen steigt auf 29 850. Das sind 1,8 % mehr als im Vorjahr. Das Wachstum wird mittelfristig weiter anhalten. Mit dem Wachstum der Schülerinnen- und Schülerzahlen steigt auch die Anzahl der Lehrpersonen um 1,9 % auf rund 2 150 Vollzeitäquivalente. Bislang finden sich genügend Lehrpersonen für den Thurgau. Ein grosses Thema für Schulgemeinden und Kanton ist die Zukunft der Schulen in einer digitalisierten Welt.


Digitalisierung als vielschichtige Herausforderung

Digitalisierung ist auch für die Schulen ein grosses Thema. Für die Schulen bedeutet die Digitalisierung eine doppelte Herausforderung. Zum einen müssen sie die Schülerinnen und Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben in einer digitalisierten Welt vorbereiten. Welche Kompetenzen im Bereich Medien und Informatik sind dafür notwendig? Zum anderen geht es um die Frage, wie die Schule digitale Hilfsmittel und Strukturen für den Unterricht nutzen kann. Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, spricht von einer vielschichtigen Herausforderung, der sich die Schulen zurzeit stellen: «Es geht sowohl um technische, pädagogische, organisatorische und finanzielle Aspekte.» Als Schulbehörde gelte es, dafür die richtigen strategischen Rahmenbedingungen zu setzen. Eine mögliche Hilfe bietet dabei der kantonale «Orientierungsrahmen Schule und Digitalisierung», der eine Übersicht zu den strategischen und operativen Herausforderungen in diesem Bereich bietet.

Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, sprachen an einer Medienorientierung über die Entwicklungen der Schüler- und Lehrerzahlen und besuchten danach die schulinterne Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer in Aadorf.

Modullehrplan Medien und Informatik

Weitere Klärung bietet der Modullehrplan Medien und Informatik. Er ist Bestandteil des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau. Darin werden im Bereich Medien Kompetenzen im Hinblick auf einen selbstbestimmten und kritischen Umgang mit neuen Medien aufgezählt. Im Bereich Informatik geht es um Grundkenntnisse über digitale Technologien und des Programmierens. Die Umsetzung des Modullehrplans Medien und Informatik gibt den Schulen positive Impulse, sich mit den verschiedenen Aspekten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Weiterbildung der Lehrpersonen in diesem Bereich. Mit einem Weiterbildungsobligatorium für die Lehrpersonen setzte der Thurgauer Regierungsrat im vergangenen Oktober ein Zeichen bezüglich der Bedeutung der Thematik. Bezüglich Umfang und Inhalten der Weiterbildungen werden allerdings keine Vorgaben gemacht. Die Lehrpersonen sollen sich ausgehend von ihrem individuellen Kompetenzstand weiterbilden.