ZWISCHEN LEBEN, GRENZERFAHRUNGEN, RECHT UND ORDNUNG



Volkshochschule Wil: «13. Persönlich im Hof zu Wil» mit dem St. Galler Regierungspräsidenten Fredy Fässler und der lebenden Legende in der Bergrettung, Erfinder Bruno Jelk aus Zermatt.


«Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass solch menschenfreundliche Führungskräfte zum Wohl der Gemeinschaft wirken», sagte eine Teilnehmerin beim «13. Persönlich im Hof zu Wil». Regierungspräsident Fredy Fässler und der berühmte Bergretter und Erfinder, Bruno Jelk aus Zermatt, stellten sich den abwechslungsreichen Fragen von Moderator Roland P. Poschung. Erstmals wurde das Gespräch filmisch aufgezeichnet und noch nie gab es so wertvolle Wettbewerbspreise zu gewinnen.

Begrüssung durch Daniel Schönenberger

Daniel Schönenberger, Leiter der Volkshochschule Wil, begrüsste die Gäste und VIPs und versprach einen aussergewöhnlichen Gesprächsverlauf. Er bedankte sich gleich zu Beginn bei den Ehrengästen, die spontan für die Gesprächsreihe zusagten und weder ein Honorar, noch eine Spesenentschädigung erhalten.

Bauernbuben mit Bodenhaftung

Während fast zwei Stunden hörten dann die zahlreichen Besucherinnen und Besucher den spannenden Ausführungen der beiden Persönlichkeiten aufmerksam zu. Unzählige persönliche Erinnerungen, von der Kindheit bis zum Erwachsenwerden, von den beruflichen Situationen bis zu dramatischen Ereignissen und lustigen Episoden, wechselten sich in den Fragestellungen ab. Moderator Roland P. Poschung hatte sich wie immer gut auf die Gesprächspartner vorbereitet und so konnte er eine ganze Reihe von interessanten Themen ansprechen, die alle ausführlich beantwortet wurden.

In drei Tagen wird Regierungspräsident Fredy Fässler 59 Jahre jung, aber Bedenken wegen dem Älterwerden habe er nicht. Fässler, Bürger von Appenzell, stammt wie Bruno Jelk («ich komme aus einer armen Hirtenfamilie und lebten abgelegen auf einer Alp») aus einer Bauernfamilie und ist Vater von zwei Kindern. Unter den Gästen war zudem Fässler’s Ehefrau Sylvie, die ihm als Psychologin eine wertvolle Stütze ist.

Blaulichtorganisationen sind gut aufgestellt

SP-Mitglied Fässler absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Zürich, erwarb das Anwaltpatent, machte eine Mediationausbildung sowie eine Ausbildung zu Collaborative Lawyers. Von 1987 bis 2012 war er Anwalt und von 1992 bis 2012 Kantonsrat, 1997 bis 2008 Präsident der SP-Fraktion. Am 1. Juli 2012 begann die Karriere als Mitglied der Regierung des Kantons St. Gallen, er wurde Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes.

Jeden Tag ist er beeindruckt von der Leistungsbereitschaft der Kantonspolizei St. Gallen und den weiteren Blaulichtorganisationen sowie der Psychologischen Ersten Hilfe (PEH). Er hatte viele tragische Erlebnisse (Beilattacke in Flums, Salez, Hinschied von Kadermitgliedern, zuletzt vom 1. Staatsanwalt Dr. Dr. h. c. Thomas Hansjakob), die ihn schockierten. Aktuell beschäftigen er und sein Team sich mit den Vorbereitungen zum WEF in Davos. Auch werde er weiterhin mit dem dann neuen 1. Staatsanwalt die Geschehnisse auf den Sportplätzen verfolgen und gegen Vergehen eingreifen.

Ergreifende Einsätze im Himalaya-Gebirge

Bruno Jelk wurde in Plaffeien im Kanton Freiburg geboren, wurde Grenzwächter und später in Zermatt Rettungsobmann. Mit seiner Ehefrau Madeleine gründete er eine Familie, doch das erste Kind kam tot zur Welt, was sehr schmerzhaft gewesen sei. Im Oktober wird Jelk 75 Jahre alt, aber seiner Passion, Leben zu retten, ist er bis heute treu geblieben. Seit mehreren Jahren ist er in Nepal, im Himalaya-Gebirge, für Ausbildungs- und Sozialeinsätze (Schulen und Ärztezentren) engagiert. Erst im November und Dezember 2017 weilte er mit Air Zermatt-Piloten (früher schon mit dem CEO/Chef-Helipilot der Air Zermatt Gerold Biner) erneut in dieser ärmlichen und von Erdbeben gefährdeten Region. Damit dieser Einsatz auch im 2018 durchgeführt werden kann, startete Moderator Roland P. Poschung spontan eine Sammelaktion zur Unterstützung der Menschen, die unweit vom Mount Everest unter ärmlichen Bedingungen leben. Das Wiler Publikum bewunderte das Wirken von Jelk und spendete fast 1600 Franken.

Erstmals konnten die Veranstalter von der Volkshochschule Wil gleich mehrere wertvolle Wettbewerbe für die Besuchenden durchführen. Das Hotel Europe in Zermatt stellte einen Gutschein zum Übernachten und feinen Essen zur Verfügung (Gewinnerin ist Heidi Blöchlinger), das Theater St. Gallen schenkte eine Paarkarte für das neue Musical «Matterhorn», welches am 17. Februar 2018 Premiere feiern wird. Zur Überraschung bekam dies der Bruder von Fredy Fässler, Markus Fässler; und die Kantonspolizei St. Gallen offerierte zehn technische Energiespender, die auf eine originelle Art und Weise verteilt wurden.

Hintergrundinfos zur Lawinengefahr in Zermatt

Seit den 80er Jahren ist Bruno Jelk bis heute Mitglied in der Katastrophenorganisation und Einsatzleiter des Lawinendienstes Zermatt sowie als Chef Beobachtungsdienst Mattertal-Lawinen unterwegs. In den letzten Tagen waren Zermatt und Saas Fee wegen den starken Schneefällen und Lawinengefahren von der Aussenwelt abgeschnitten, und so konnte Jelk aus erster Hand über die grossen Gefahren, unglaublichen Vorfälle und nützlichen Zukunftspläne zur Verbesserung der Lawinen-Sicherheit berichten. Übrigens: Im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi/Rosa Khutor war er ebenso als Lawinenspezialist im Einsatz.

Kennt Bruno Jelk, der über 7000 Mal für Rettungen aufgeboten wurde und rund 1000 Todbergungen durchführen musste, Angstgefühle und was denkt er über sein eigenes Lebensende? «Das Leben ist lebensgefährlich. Respekt, Achtsamkeit und Rücksicht sind mir wichtig. Gutes Material und Wetterkenntnis sind unerlässlich. Wegen meinem Sterben … – irgendwann wird dies passieren, aber davor habe ich keine Angst. Ich hoffe, dass ich ohne Leiden und Schmerzen gehen kann. In die Berge gehe ich solange dies möglich ist, zu Hause bin ich unruhig», sagte Jelk im persönlichen Gespräch.

(v.l.) Moderator Roland P. Poschung, Retter Bruno Jelk und VHS Wil-Präsident Daniel Schönenberger.

Nächste Veranstaltung und Vorschau «Persönlich im Hof zu Wil» mit der Band «Timebelle»

Der nächste Anlass von «Persönlich im Hof zu Wil» findet am Sonntag, 25. März 2018, Beginn 10 Uhr, statt. Dann ist der harte Kern der Band «Timebelle» zu Gast, welche 2017 die Schweiz beim Eurovision Song Contest in Kiew/Ukraine vor 150 Mio. Fernsehzuschauern vertraten.

Sonntag, 25. März 2018, 10 Uhr, mit «Timebelle»

Anmeldungen über Volkshochschule Wil, Volkshochschule Wil, Hof zu Wil, Marktgasse 88, 9500 Wil, info@vhs-wil.ch / www.vhs-wil.ch / Telefon Sekretariat: 079 199 10 44. Eintritt: Fr. 10.–.


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