30 NEUE WILERINNEN UND WILER ERHIELTEN DEN BÜRGERBRIEF


„Wer Steuern nicht zahlte, wurde ausgebürgert“

(ph) Die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überreichten 30 eingebürgerten Personen den Bürgerbrief. Damit erhöhte sich deren Zahl auf 2649.

Titelbild: Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überreicht den Eingebürgerten den Bürgerbrief (Bild: pd)


Dort, wo gewöhnlich zwei Menschen zueinander Ja sagen, sagten am Freitagabend 30 Personen Ja. Sie sagten Ja zur Stadt Wil. Als Zeichen für ihr Bekenntnis zur Äbtestadt erhielten sie den Bürgerbrief ausgehändigt. Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel überreichten den im Jahr 2018 eingebürgerten Personen das Dokument an der im Trauungssaal von der Stadt und der Ortsgemeinde gemeinsam ausgerichteten Einbürgerungsfeier. Susanne Hartmann gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich die neuen Wilerinnen und Wiler der Stadt und deren Gemeinschaft verbunden fühlen und äusserte den Wunsch, dass sie am Leben teilnehmen, sei dies in einem Verein, der Politik oder der Kultur. „Bürger einer Stadt zu sein bedeutet mehr als Einwohner zu sein.“

In den Krieg

Was es im Mittelalter bedeutete, Bürger einer Stadt zu sein, erläuterte Stadtarchivar Werner Warth. Er zeigte auf, dass beim Entscheid, sich in einer Stadt einbürgern zu lassen, das Sicherheitsgefühl eine entscheidende Rolle spielte, da Städte durch Mauern geschützt waren. Dass mit dem Bürgerrecht aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten einhergingen, schilderte Warth ebenfalls. So mussten die Bürger Steuern zahlen und konnten, wenn sie den Obolus nicht entrichteten, wieder ausgebürgert werden. Ausserdem konnte es geschehen, dass sie in den Krieg ziehen mussten, war die Stadt Wil doch gegenüber ihrem Eigentümer, dem Kloster St. Gallen, verpflichtet, bei kriegerischen Auseinandersetzungen ein Kontingent an Soldaten zu stellen.

Elf Prozent sind Ortsbürger

Heute sind 2649 Einwohnerinnen und Einwohner von Wil, Bronschhofen und Rossrüti – dies entspricht rund elf Prozent – Ortsbürgerinnen und Ortsbürger. Diese Zahl nannte Ortsgemeindepräsident Norbert Hodel. Er gab den neuen Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern einen kurzen Einblick in die Ortsgemeinde und führte aus, dass sich der grösste Teil des Waldes rund um Wil im Eigentum der Ortsgemeinde befindet, diese einen Rebberg bewirtschaftet, historische Bauten wie das Baronenhaus beim Hofplatz unterhält oder das Stadtmuseum betreibt. (ph)