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Fussball
01.12.2021
01.12.2021 10:52 Uhr

FC Wil 1900 bestes Talent-Sprungbrett der Nation

Der Verwaltungsrat der FC Wil 1900 AG, v.l. Artan Sadiku, Benjamin Fust (CEO), Maurice Weber (Präsident), Bettina Osterwalder und Oliver Baumgartner. Bild: wil24.ch / jg
Am Dienstag, 30. November 2021, hat im VIP-Bereich des Stadions Bergholz die jährliche Generalversammlung des FC Wil 1900 stattgefunden. Präsident Maurice Weber und CEO Benjamin Fust durften von einem - trotz Corona - soliden Geschäfts- und einem starken Transferjahr berichten. Erneut gewann der FC Wil 1900 die Wertung der meisten Einsätze junger Schweizer Talente in der ganzen Swiss Football League.

Rund 80 Aktionärinnen und Aktionäre trafen sich im Stadion Bergholz, um sich über das vergangene Geschäftsjahr zu informieren – die 1. Mannschaft war ebenfalls vor Ort. Präsident Maurice Weber berichtete von der sportlich durchzogenen Saison 2020/21. Die Abstiegssorgen begleiteten den Club bis wenige Runden vor Schluss. Freude machte dem Präsidenten die Tatsache, dass erneut zahlreiche Spieler im oder unmittelbar nach dem Geschäftsjahr den Sprung in die Super League resp. österreichische Bundesliga schafften. Es sei eine Bestätigung für die ausserordentliche Nachwuchsarbeit. Imagemässig haben sich die Äbtestädter mit dem Neuauftritt „Chliinä Club, grossi Gschichtä“ ein neues, zukunftsweisendes Gesicht gegeben: lokal verankert, mit nationaler Ausstrahlung und starker Nachwuchsförderung.

Wiler Prominenz inmitten der ebenfalls teilnehmden Spieler der ersten Mannschaft . Bild: wil24.ch / jg

"Heimspiel-Fest" am 11. Dezember 2021

Der FC Wil 1900 freut sich auf das Derby am Samstag, 11. Dezember 2021, um 18:00 Uhr gegen den Leader FC Winterthur. Dann wird rund um das Spiel mit einem weihnachtlichen Streetfood Festival und Live-Musik die Vorrunde des FC Wil 1900 gefeiert und abgerundet.

Bild: wil24.ch / jg

Finanzlage angespannt, aber solide

CEO Benjamin Fust präsentierte in Abwesenheit des Finanzchefs Mischa Sammer die Jahresrechnung. Auf der Ertragsseite seien die Ticketeinnahmen aufgrund der Pandemie praktisch komplett weggefallen. Dank A-Fonds-perdu-Beiträgen des Bundes konnten diese Ausfälle aufgefangen werden. Gleichzeitig zahlten sich die Bestrebungen des FC Wil 1900 als Nachwuchsförderer Nr.1 der Schweiz einmal mehr aus. Bei den sogenannten «Effizienzkriterien» der Swiss Football League durfte der FC Wil 1900 den ersten Platz für sich beanspruchen. «Diese Kriterien sagen aus, wie viele Schweizer Nachwuchsspieler unter 21 Jahren eine Mannschaft während einer Saison in der Startformation einsetzt», so die Erläuterungen Webers. Im Vereinsjahr 2021/21 ging dafür ein Scheck in Höhe von 145’000 CHF an die Wiler. Eine neue Bestmarke seit der Einführung des Systems. Abgerundet wurden die hohen Erträge des Berichtsjahres durch die erwähnten Transfererlöse. Auf der Aufwandseite wirtschaftete die Aktiengesellschaft haushälterisch im Bereich der Vorjahre. Einzig der Personalaufwand fiel aufgrund ausgebliebener Kurzarbeitsentschädigung gegenüber dem Vorjahr einiges höher aus. Obwohl man vor leeren Rängen spielte, wurden keine Entschädigungen mehr bezahlt, da Spieler und Staff voll im Trainingsbetrieb waren. 

Verlust wegen offenen Forderungen

«Zwei hohe offene Forderungen und ein alter Rechtsfall trüben das gute Jahresergebnis», fasste FC Wil CEO Benjamin Fust zusammen. Fust ist guten Mutes, dass ein Grossteil der hohen sechsstellige Summe spätestens im kommenden Jahr als ausserordentlicher Ertrag verbucht werden kann. Unter dem Strich resultierte dadurch ein Jahresverlust von 274'000 CHF. Benjamin Fust dankte speziell den Sponsoren, die dem FC Wil 1900 während der Pandemie die Stange gehalten hatten.

Rassismus-Debatte

Eine sehr unschöne Geschichte für den Verein war die Rassismus-Debatte rund um den Präsidenten Maurice Weber, der sein Amt daraufhin als Präsident zur Verfügung stellte. Verwaltungsrat, Geschäftsführung und Gross-Sponsoren lehnten dieses allerdings geschlossen ab. Weil es den FC Wil 1900 nach dem Abgang der türkischen Investoren massgeblich dank Maurice Weber heute noch gibt. Diese unbezahlbaren Verdienste, so die Meinung der genannten Gruppierungen, sollten auch in schwierigen Situationen nicht vergessen werden. Sie seien gleichzeitig keine Carte Blanche für unüberlegte Handlungen. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit hätten beim FC Wil 1900 entschieden keinen Platz. Webers Entschuldigungen für seine unbedachten Äusserungen gingen schliesslich bis hin zu den Eltern und Kindern der U-Mannschaften. Damit ist dieses unschöne Kapitel beendet – der FC Wil 1900 hat in Sachen Kommunikation sehr viel gelernt und möchte nun nach vorne schauen.

wil24.ch / FC Wil 1900