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Wirtschaft
04.12.2021
05.12.2021 18:51 Uhr

Börsen: Corona-Variante Omikron als Spielverderber

Die neue Virusvariante setzt die Aktienmärkte unter Druck. «Es gab nur wenige Erholungsversuche», so Christopher Chandiramani: Bild: Linth24
Die neue Corona-Variante «Omikron» belastete die Aktienbörsen. Ängste betreffen v.a. die Auswirkungen verschärfter Massnahmen auf die Wirtschaft. Der SMI hielt sich aber tapfer über 12'000 Punkte.

Neben der Corona-Krise gibt es auch neue Teuerungswellen. Die Inflation in den USA hat 6 Prozent erreicht. Die Notenbank FED bleibt unter Druck, sollte die Leitzinsen früher als angekündigt erhöhen. Die momentane Währungssituation belastet auch den Euro.

Der US-Kongress hat einen drohenden «Shutdown» abgewendet. Wiederholt droht den USA ein Stillstand der Staatsgeschäfte durch die Schuldenbremse – die rettende Einigung kam wieder im letzten Moment. Längerfristig ist aber das Problem der Defizitwirtschaft noch lange nicht vom Tisch.

Der  Rücktritt des Österreichers Sebastian Kurz aus allen politischen Ämtern löste eine Regierungskrise aus. Auch Kanzler Alexander Schallenberg trat zurück. Innenminister Nehammer wird neuer Bundeskanzler.

Die türkische Wirtschaft steht vor dem Abgrund. Die Landeswährung Lira zerfällt, die Inflation galoppiert. Zudem wird ein Ausschlussverfahren aus dem Europarat eingeleitet. Das Land hatte wiederholt Urteile des Europäischen Gerichtshofs missachtet. Der Rückhalt des Präsidenten schwindet.

Vor ein paar Tagen wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet: erleichterte Hilfe bei Stromausfällen auch ohne Stromabkommen mit der EU. Im schlimmsten Fall würden sieben Länder – die Benelux-Länder, Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz – einander aushelfen.

Unternehmensmeldungen

Thomas Müller wird neuer Präsident der grössten Schweizer Hypothekarbank, der nicht kotierten Raiffeisen-Gruppe. Der ehemalige Sarasin- und -Swiss-Life-Chef wurde elektronisch gewählt.

Übernahmespekulationen treiben Vifor-Aktien bis zu 21 Prozent in die Höhe. Der australische Biotechnologiekonzern CSL soll am Pharmahersteller Vifor Pharma Interesse haben, berichtet die australische Tageszeitung «The Australian» in ihrer Donnerstagsausgabe. Weitere Details gab es nicht.

Der Lebensversicherer  Swiss Life startet mit einem angekündigten Aktienrückkauf nächste Woche. Das Programm, mit dem Aktien im Wert von rund 1 Milliarde Franken zurückgekauft werden, läuft bis Mai 2023.

Swisscom hat gemäss einem Test das beste Mobilfunknetz der Schweiz mit einer «überragenden» Infrastruktur.

Die Industriegruppe Cicor hat den angekündigten Kauf der britischen Axis Electronics abgeschlossen. Einen Teil des Kaufpreises hat Cicor mit der Ausgabe neuer Aktien finanziert. Die neu geschaffenen 167'450 Aktien sind Bestandteil des Kaufpreises.

Auch der Vakuumventil-Hersteller VAT leidet unter der Verfügbarkeit von Rohmaterialien, elektronischen Elementen und rostfreiem Stahl. Man könne aber einen Teil der Kosten an die Kunden weitergeben, hiess es. VAT will in Zukunft weiterhin stark wachsen.

Der Blechbearbeiter Bystronic bestätigt anlässlich eines Investorentages kürzlich formulierten Mittelfristziele. Auch eine Dividende wird in Aussicht gestellt. So wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 5 Prozent angestrebt mit Akquisitionspotenzial. Zudem soll die Profitabilität mit einer EBIT-Marge von über 12 Prozent sowie eine Rendite auf Nettoaktiven von über 25 Prozent erreicht werden.

Das Biopharmaunternehmen Evolva erhält mittels einer Privatplatzierung von Aktien neue Mittel. Die Investmentgesellschaft Version wird dabei neuer Kernaktionär.

Der deutsche Industrielle August von Finck ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war einer der reichsten Deutschen und hielt auch zahlreiche grosse Aktienbeteiligungen in der Schweiz.

Aussichten

Bei einem Schockereignis haben früher die Investoren die Aktienbörsen mit Verkaufsaufträgen überflutet und so zum Absturz gebracht. In der heutigen Zeit werden einfach bei der elektronischen Börse die Kurse tiefer gestellt und so die Verkaufsprogramme der Computer ausgelöst. Tages-Trader verstärken die Schwankungen durch den Handel mit Optionen und Termingeschäften.

Viele Folgen der Omikron-Variante noch sind noch offen. Jedenfalls werden die schärferen behördlichen Massnahmen bremsen, vor allem im Sport und Eventbereich. Die Deklaration der Schweiz als Hochrisikogebiet und die Reisewarnung Deutschlands sind ein harter Schlag gegenüber unserer Hotellerie und dem Tourismus.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Wil24