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Kultur
13.12.2021
14.12.2021 06:07 Uhr

Larissa singt und Hausi haut gern auf die Pauke

ein spannendes Trio, von links: Larissa Baumann, Hausi Leutenegger und der Moderator Roland Poschung. Bild: Vroni Krucker
Das letzte «Persönlich im Hof zu Wil» in diesem Jahr genossen die Gäste im Gewölbekeller des historischen Gebäudes. Larissa Baumann, Sängerin und Pianistin, von Roland Poschung als "Tina Turner der Schweiz" angesagt, und der Lebenskünstler Hausi Leutenegger, Unternehmer, Olympiasieger und Schauspieler, erzählten aus ihrem Leben. Musikalische Leckerbissen bereicherten die Gesprächsstunde.

Vroni Krucker

Beide Gäste weisen eine solide Grundausbildung aus. Der heute 80-jährige Hausi Leutenegger als Handwerker, die junge Larissa Baumann als Sekundarlehrerin. Beiden gemeinsam ist das Wort «dorehebe und wietermache».

Neu-Orientierung

Seit zehn Jahren hat sich die frisch verheiratete Larissa Baumann definitiv der Musik verschrieben. «Die letzten Monate waren allerdings sehr schwierig» betonte sie. Viele Absagen hätten sich finanziell und psychisch ausgewirkt.  Keine Auftritte, keine Kontakte mit dem Publikum – eine echte Herausforderung, ein gefühlsmässiges Auf und Ab. Das Zauberwort sei «Neuorientierung» gewesen. Sie habe die Zeit genutzt, und sich mit der Situation auseinanderzusetzen und  Neues zu kreieren. Vor einigen Jahren hat sie zusammen mit Berufsmusikern eine Band gegründet. Ein besonderes Erlebnis waren vor sechs Jahren spannende Auftritte in Nordkorea. Dort erhielt sie die Auszeichnung «Best Solo Performance». Mit tollen Songs aus ihrem letzten Jahr erschienen Album «Gotta Break», darunter einem Abba-Medley, gab sie am Sonntag Einblick in ihr bemerkenswertes künstlerisches Schaffen und ihre ausdrucksstarke Stimme, mit der sie die Gäste begeisterte. Sie begleitete sich selbst am E-Piano.

Grosszügig mit sich und den Mitmenschen

Haus Leutenegger konnte viel erzählen von seinen Erfolgen als Unternehmer, Bobfahrer und Filmschauspieler. 1972 gewann er im Viererbob von Pilot Jean Wicki bei den Olympischen Spielen in Sapporo die Goldmedaille.  Hausi: «Ich spreche fünf Sprachen, aber keine perfekt. Mein schlechtes Englisch hat mir das Mitwirken in einem James Bond-Film vermiest». Diese Art Film – mit viel Hektik und Action - hätten ihn immer besonders angezogen. Dazu gehörte unter anderen «Kommando Leopard» mit Klaus Kinski oder ein «Tatort». «Filmen ist eine langweilige Warterei und warten nicht meine Stärke», erklärte er.  In seiner ganz eigenen Art holte er lustige Begebenheiten aus der Jugendzeit hervor, wo sich schon frühe seine Cleverness zeigte. «Die Einschränkungen durch Corona haben auch mich sehr getroffen», betonte er. Als ihm die Polizei in Mallorca auf seinem grossen Grundstück den Ausgang beschränken wollte, charterte er kurzerhand ein Flugzeug, das ihn und Freunde nach Hause brachte (er stand ja zum 25. Mal auf der Liste der 300 reichsten Schweizer).

D’Mensche gern ha

Trotz des grossen Reichtums zeigt sich Hausi seinen Mitmenschen, vor allem Benachteiligten gegenüber, immer grosszügig und verständig und setzt sich für sie ein. Das unterstrich er mit den Worten: Worten «Mer mues d’Mensche eifach gern ha und ihnen zuhören». Larissa Baumann meinte: »Man muss sich an kleinen Dingen freuen können, sich selbst nicht allzu ernst nehmen und mit einem Lächeln durchs Leben gehen».  

Die Gäste genossen offensichtlich das Zusammensein mit den beiden sehr, und allzu schnell verfloss die abwechslungsreiche Stunde. Beim obligaten kleinen Wettbewerb gab es eine CD von Larissa und 2 Leutenegger-Agenden zu gewinnen.

Bild: Vroni Krucker
Vroni Krucker