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Kerzenziehen stimmt auf Weihnachten ein

Bild: Ernst Inauen
Das Leiterteam der Jubla Niederhelfenschwil-Zuckenriet organisierte am dritten Advents-Wochenende in ihrem Vereinslokal das alle zwei Jahre durchgeführte Kerzenziehen.

Von Ernst Inauen

Währen zwei Tagen erfüllte der Duft von heissem Bienenwachs und Paraffin den Jubla-Raum in der „Alten Schreinerei“ in Zuckenriet. Allerdings konnte man dies wegen der Maskenpflicht kaum wahrnehmen. Nachdem im vergangenen Jahr der beliebte Anlass coronabedingt ausfiel, wurde er am 3. Adventswochenende 2021 mit den erforderlichen Massnahmen durchgeführt. Jubla-Leiter kontrollierten pflichtgemäss die Zertifikate und das Maskentragen aller Teilnehmenden. Für einmal war anstelle der Gruppenstunden das normalerweise alle zwei Jahre stattfindende Kerzenziehen angesagt. Sowohl am Samstag wie auch am Sonntag herrschte im Vereinslokal reger Betrieb. Zahlreiche Kinder und Erwachsene nutzten die Gelegenheit, edle Bienenwachs- oder farbige Paraffinkerzen zu kreieren, mit dem Ziel, damit anderen oder sich selber Freude bereiten zu können. Stundenlang übten sich die Teilnehmenden in Geduld und tauchten die langsam wachsenden Kerzen in die heissen Wachskübel. An den Aufhängeständern wurden sie zwischen den Tauchgängen wieder abgekühlt.

Eine Tauchstation war mit sieben Wachsrohren und Farben ausgestattet. Bild: Ernst Inauen
An den Aufhängeständern wurden die Kerzen nach jedem Tauchgang abgekühlt. Bild: Ernst Inauen

Familiäre Zusammenarbeit

Die meisten Kinder wählten die farbige Variante. Aufgrund ihrer Erfahrung hatten die Organisatoren deshalb die meisten Tauchstationen für farbige Kerzen vorbereitet. Zwei Tauchanlagen waren den Bienewachskerzen vorbehalten, an weiteren fünf Geräten entstanden farbige Kerzen. Fünfzehn hilfsbereite Leiter der Jugendorganisation hatte die öffentlichen Aktionstage gut vorbereitet und standen mit Rat und Tat zur Verfügung. Oliver Gauch war für die Organisation verantwortlich. „Der Trend geht auch dieses Jahr vor allem bei den Kindern zu den farbigen Kerzen, während Erwachsene eher das Bienenwachs bevorzugen. Wir haben uns deshalb bei der Altstätter Kerzenfirma Hongler mit genügend Parrafin- und Bienenwachs eingedeckt“, erklärte er. Das Kerzenziehen komme bei den Familien und der Jubla sehr gut an. So könne die Familie einige Stunden gemeinsam tätig sein. Die Aktion passe sinnvollerweise auch gut in die Adventszeit. Die selbst hergestellten Kerzen könnten als willkommene Weihnachtsgeschenke kreiert werden, die Freude bereiten. Nicht nur Kinder finden es faszinierend, eigenhändig Kerzen herzustellen. Die Eltern motivierten ihren Nachwuchs oder kreierten selber ihre Bienenwachskerzen. Einige Kids ergänzten ihre Kerzen mit kreativen Verzierungen, wobei ihnen Leiter halfen.

An einem speziellen Gerät schnitten die Helfenden die Kerzenboden zu. Bild: Ernst Inauen
Die Leiterinnen und Leiter hatten beim abendlichen Zusammensein die originelle Idee, aus rotem Wachs das Jubla-Gruppenlogo zu kreieren. Bild: Ernst Inauen

Geduld ist gefragt

Nach gewünschter Bestimmung der Kerzendicke und Länge wurde der Docht bezogen, versehen mit einer Aufhängeschlaufe. Dann konnte das zeitaufwändige Kerzenziehen beginnen. Geduld war gefragt, entstand eine dickere Kerze doch erst nach einigen Stunden. Für einige Bastler war es nicht ganz einfach, den richtigen Rhythmus finden. Wurde die Kerze nach dem Tauchgang zu wenig gut abgekühlt, schmolz das Wachs bei zu frühem Wiedereintauchen ab. Nach der Fertigstellung und eventuell angebrachten Verzierungen wurden die Kerzen gewogen und nach Gewicht preisgünstig verrechnet. Insgesamt seien 200 Kerzen angefertigt worde, wofür es rund 50 kg farbigen Wachs und 20 kg Bienenwachs brauchte, informierten die Organisatoren. Im Georgsstübli konnten die Familien und Erwachsenen in den Pausen Kaffee oder Getränke konsumieren und soziale Kontakte fördern. Feine Kuchen und Gebäck, von Müttern und Leiterinnen gespendet, lockten zum Geniessen. An einem offenen Feuer vor dem Lokal bereiteten einige Leiter rund 25 Liter des begehrten Glühweins für die Erwachsenen vor. Obwohl umständehalber weniger Teilnehmende kamen, zeigte sich das Leiterteam sehr zufrieden.

Es brauchte viel Geduld und Zeit, bis die gewünschte dicke erreicht wurde. Bild: Ernst Inauen
Wer eine Pause brauchte, konnte in der vorweihnachtlich geschmückten Kaffeestube Getränke, Kuchen oder Nüssli geniessen. Bild: Ernst Inauen

Sinnvolle Freizeitgestaltung

 

Die Jubla Niederhelfenschwil-Zuckenriet wurde 1984 von der St.Johannes-Pfarrei gegründet, steht aber allen Kindern von der dritten Primarklasse bis zur dritten Oberstufe offen, unabhängig von ihrer konfessionellen Ausrichtung. Ziele der Jugendbewegung sind: Gemeinschaft erleben, die Natur erkunden, Verantwortung übernehmen, eigene Fähigkeiten entdecken, Aktivitäten mitgestalten, Freundschaften pflegen, miteinander die Freizeit geniessen. Gegenwärtig betreuen rund 25 ehrenamtliche, motivierte Leiterinnen und Leiter in sieben Gruppen rund 80 Kinder. Für die Scharleitung sind Fabienne Koller und Michael Blättler verantwortlich. Oberstufenschüler ab fünfzehn Jahren werden nach einem Grundkurs als freiwillige Hilfsleiter eingesetzt. Nach einem weiteren Gruppenleiterkurs können sie Gruppen bis zwölf Kinder mit betreuen. Es besteht die Möglichkeit, zusätzliche J+S-Kurse wie Lagerleitung, Kindersport, Suchtprävention, SLRG-Kurs oder Scharleitung zu absolvieren. Damit kann ein breites Tätigkeitsgebiet abgedeckt werden, das von Jugend + Sport finanziell unterstützt wird. Abwechselnd organisiert die Jubla NZ unter anderem ein Sommer- oder Herbstlager. Gemäss Scharleitung soll dieses im Herbst 2022 stattfinden.

Ernst Inauen