Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Kanton SG
14.01.2022

«Wir wollen die Situation in den Schulen beruhigen»

Regierungsrat und Bildungschef Stefan Kölliker Bild: LEADER - das Unternehmermagazin
Die Maskenpflicht in St.Galler Primar- und Oberstufenschulen wird per 31. Januar aufgehoben. Mehrere Gründe hätten zu diesem Entscheid geführt, wie Stefan Kölliker gegenüber unserem Portal sagt. Auch die Proteste der Eltern gehören dazu.

Auf den Schulstart nach den Weihnachtsferien hatte der Bildungsrat die Maskenpflicht für Schüler nach unten bis zur vierten Primarklasse ausgedehnt. Damit wollte er einen Beitrag leisten, die Verbreitung der Omikronvariante zu bremsen und den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Dies sei mit der Massnahme der Maskenpflicht gelungen.

Doch die Omikron-Fallzahlen bewegen sich auf hohem Niveau und dürften laut Experten noch weiter steigen. Trotzdem teilte der Bildungsrat nun am Donnerstag mit, dass die Maskenpflicht in der Primarschule und Oberstufe ab Februar aufgehoben und neu in eine dringende Empfehlung an die Eltern umgewandelt wird.

Widerstand der Eltern hat was gebracht

Der Entscheid kam überraschend, wenn man auf andere Kantone blickt: In Solothurn wurde am selben Tag eine Maskenpflicht für Erst- und Zweitklässler verhängt. Laut Stefan Kölliker, Vorsteher des Bildungsdepartements und Präsident des Bildungsrates, hätten mehrere Faktoren zur Aufhebung der Pflicht geführt. «Mit der Aufhebung leisten wir unter anderem auch einen Beitrag zur Beruhigung der Situation. Das Wohl der Kinder, Eltern und Lehrer ist für uns ein wichtiges Anliegen.»

Der Aufschrei war nach dem Entscheid über die Maskenpflicht in der Primarschule bei vielen Eltern gross. So wurde im Rahmen einer Petition mit dem Titel «Keine Maskenfplicht für Kinder in der Primarschule des Kanton St.Gallens» über 5000 Unterschriften gesammelt. Auch Köllikers Partei (SVP) hinterfragte den Entscheid und äusserte Bedenken zu den Risiken, die eine Maskenpflicht bei Kindern bergen könnte. 

Ausserdem gehe man davon aus, dass bis zum 31. Januar der Peak der Corona-Zahlen erreicht sein und die Omikron-Welle rasch abebben wird. Auch die milderen Verläufe der Virusvariante hätten den Entscheid gestützt.

Weniger Akzeptanz auf dem Land

Kölliker beobachte eine unterschiedliche Maskentrag-Bereitschaft auf dem Land und in der Stadt. So sei die Maske in den urbanen Gebieten weitgehend akzeptiert, in den ländlichen Gegenden herrsche hingegen grosser Widerstand. Dennoch erwartet der Regierungsrat, dass viele Eltern auch nach dem 31. Januar ihre Kinder mit Maske zur Schule schicken werden.

Was Kölliker nicht erwartet – und auch nicht hofft – sind Streitereien zwischen maskentragenden und maskenlosen Schülern. «Aufgrund der Tatsache, dass das Tragen einer Maske freiwillig ist und somit das Nicht-Tragen legalisiert ist, erwarten wir keine Eskalationen.» Es werde aber noch eine Mitteilung an die Lehrer verschickt, in der auf brenzliche Situationen sensibilisiert wird – sollte es doch mal dazu kommen.»

Der Bildungsrat beurteile die Entwicklung der Pandemie laufend weiter und möchte auf eine veränderte Lage rasch reagieren. Wie und was genau lasse sich laut dem SVP-Politiker zur Zeit nicht sagen. Es sei schwierig, vorauszuschauen und man müsse flexibel bleiben. Weiter habe sich in den letzten Tagen die Situation mit den Lehrern in Quarantäne beziehungsweise Isolation beruhigt. «Auch der gestrige Bundesratsentscheid bezüglich der Verkürzung der Quarantäne und Isolation ist sehr in unserem Sinne. Es passt gut in unser Konzept», so Kölliker.

pez