Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Bildung
06.03.2022
06.03.2022 08:15 Uhr

«Tatort Natur»: 2022 wird in Wil und Uzwil gefahndet

Sie sorgten für ein sehr ergebnisreiches Wiler Projekt am Freitag, 4. März 2022. Bild: yg / wil24.ch
Die Sensibilisierung für negative Folgen des Litterings auf Natur und Gesellschaft ist das Ziel von «Tatort Natur». Das Bildungsangebot für Oberstufen - ein Gemeinschaftsprojekt des St. Galler Bauernverbands, des Fördervereins «energietal toggenburg» sowie des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid – geht in die zweite Runde. Mit drei Schulklassen wird das Schulprojekt - nach erfolgreichen Durchführungen im vergangenen Jahr im Toggenburg - dieses Jahr in Wil und Uzwil durchgeführt.

Es ist nicht nur umweltbelastend und hässlich anzusehen, sondern auch gefährlich und nimmt zu, wenn es die Menschen ins Freie zieht: das Littering. Der Begriff steht für achtloses Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfall im öffentlichen Raum. Aludosen, Verpflegungsreste, Verpackungen, Zigarettenstummel oder leere Flaschen häufen sich entlang von Strassen, an Haltestellen oder Ufern von Gewässern.

Bildungsangebot «Tatort Natur»

Ziel des Bildungsangebots «Tatort Natur» ist die Sensibilisierung für die negativen Folgen des Litterings. Drei Schulen aus Wil und Uzwil führen das Projekt im März durch. Aludosen, Verpackungen oder leere Flaschen sind an Strassenrändern, Haltestellen und auf Wiesen nicht nur hässlich anzusehen, sie schädigen auch die Natur und stellen eine grosse Gefahr für Tiere dar. Der Förderverein «energietal toggenburg», der St. Galler Bauernverband (SGBV) und der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) haben deshalb das Bildungsangebot «Tatort Natur» entwickelt. Es zeigt Schüler*innen der Oberstufe auf, welche Auswirkungen Littering auf die Umwelt und die Landwirtschaft nach sich zieht. Ebenso setzen sich die Jugendlichen mit dem Abfall als Ressource am Beispiel des Handy-Kreislaufes auseinander. Unterrichtet wird das Modul durch Spezialist*innen der drei beteiligten Organisationen. Um die Praxisnähe zu gewährleisten, stellen sich auch aktive Landwirte als Referierende in den Schulstuben zur Verfügung.

Littering sichtbar machen

Der theoretischen Wissensvermittlung folgt die Feldarbeit. Dem Verbrechen an der Natur kommen die Jugendlichen am Tatort selbst auf die Spur, indem sie Abfall sammeln und diesen sichtbar machen. Diese Visualisierung des Litterings soll so auch der Sensibilisierung der Öffentlichkeit dienen. Die Schüler*innen sammeln im Freien Abfall und machen diesen - von der Alubüchse über Essensverpackungen bis hin zu Zigarettenstummeln - mit auffälligen Fähnchen und Plakaten sichtbar. Diese unübersehbaren «Mahnmale» bleiben 14 Tage im Freien präsent und sollen auch die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisieren.

Ergänzung zur «Abfallwerkstatt» und zum «Energielabor»

Das Unterrichtsmodul «Tatort Natur», welches auch unter Einbezug von Fachleuten der Pädagogischen Hochschule St. Gallen entstanden ist, ergänzt die beiden Unterrichtsangebote «Abfallwerkstatt» und «Energielabor». Diese beiden Module für die Primarschulen werden in den Mitgliedgemeinden des ZAB angeboten und durch den ZAB finanziert. «energietal toggenburg» koordiniert die Angebote und stellt auch die Lehrkräfte in den Schulen zur Verfügung. Nach dem Leitsatz „vermeiden, verringern, verwerten“ steht die Vermittlung von Erlebnissen und Wissen rund um die bewusste und umweltschonende Nutzung von Ressourcen sowie um die Bereiche Recycling und erneuerbare Energien im Vordergrund. Die Schüler*innen erlernen auf spielerische Weise und durch Experimente den bewussten Umgang mit Abfällen als Sekundärrohstoffe, beziehungsweise Ressourcen.

Nachdenklich stimmende Bilanz! Bei jedem gefundenen Abfallobjekt wurde ein Fähnchen gesteckt. Am Schluss waren es 500 Fähnchen! Bild: yg / wil24.ch

Was verrottet wie lange nicht?

Abfälle gehören ins Recycling oder in den Kehrichtsack. Die Natur ist uns dafür dankbar. Je nach Material dauert es lange Zeit, bis die Abfälle verrottet sind:

  •         Plastiksack             120 Jahre
  •         PET                       500 bis 1'000 Jahre
  •         Bananenschale       1 bis 3 Jahre
  •         Zigarettenstummel  2 bis 7 Jahre
  •         Alu-Dose                500 Jahre
  •         Taschentuch          1 bis 5 Jahre
  •         Kaugummi              5 Jahre
  •         Glas                       nie
Die Organisatoren und Unterstützer: v.l. Urs Corradini (Mitglied der Geschäftsleitung ZAB), Bettina Signer (St. Galler Bauernverband), Petra Kohler ("energietal toggenburg"), der Klassenvertreter und Hans Mäder (Stadtpräsident Wil). Bild: yg / wil24.ch
Urs Corradini, ZAB, gab den Schülerinnen und Schülern Instruktionen. Bild: yg / wil24.ch
Zigarettenstummel gab es am Wegrand haufenweise. Bild: yg / wil24.ch
Schülerinnen und Schüler fanden Abfälle in überraschend grosser Zahl. Bild: yg / wil24.ch
Jeder Fund wurde notiert und mit einem Fähnchen markiert. Bild: yg / wil24.ch
ZAB / wil24.ch