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Jonschwil
03.05.2022
03.05.2022 22:36 Uhr

Jonschwil hat bei Solar-Produktion die Nase vorn

GV der Solargenossenschaft und spannendes Referat am 2. Mai in der Aula der Schule Schwarzenbach. Bild: jg
Am 2. Mai führte die Solargenossenschaft Jonschwil-Schwarzenbach ihre Generalversammlung durch. Nach der einstimmigen Annahme aller Geschäfte erläuterte Christian Eisenhut (Energieagentur St.Gallen) die Herausforderungen, Risiken und Chancen der aktuellen und künftigen Stromversorgung in unserem Land.

Präsident Stefan Frei machte einleitend eine Zusammenfassung der aktuellen energiepolitischen Lage und präsentierte die erfreuliche Entwicklung des Geschäfts und den erfolgreichen Abschluss für das Jahr 2021 (Jahresgewinn: CHF 18'666), der ebenso einstimmig genehmigt wurde wie die 1%-Dividende auf die Genossenschaftsanteile und das Budget 2022. 

Jonschwil Spitzenreiter

Hervorragend ist die Entwicklung bei der Produktion von Solarenergie in der Gemeinde Jonschwil. Dank der neuen PV-Anlage auf den Dächern der Holenstein AG ist Jonschwil kantonaler Spitzenreiter in der Pro-Kopf-Produktion von Solarstrom geworden. Und gemäss Präsident Stefan Frei kommt es schnell noch besser: ALDO Suisse AG wird das ganze Dach des Verteilzentrums mit einer PV-Anlage ausrüsten, der grössten im Kanton St.Gallen, und damit einen Autarkiegrad von 40% erreichen.

"Positiver Ausblick trotz Herausforderungen"

Christian Eisenhut von der Energieagentur St. Gallen gab einen Überblick über die Faktenlage, erläuterte die Aussagen mehrerer Studien und gab den Teilnehmenden vier Leitsätze mit, die mithelfen können die Herausforderung eines Stromengpasses aufgrund der nach wie vor bestehenden Auslandabhängigkeit schrittweise abzubauen. Die medial stark aufgekochte Winterstromlücke im Jahre 2025 kann gemäss Eisenhut nicht ausgeschlossen werden. Mit einem breiten Spektrum von Massnahmen in der Stromproduktion und -speicherung (Stichwort: Diversität auch bei Energiequellen) und mit der Reduktion des Strom- bzw. Energieverbrauchs (Stichworte: Gebäudeisolation, Carsharing) können wir alle aber etwas dagegen unternehmen. Nicht nur die Politik, auch Private und Firmen seien jetzt am Ball. Die Entwicklung der letzten Jahre habe dazu geführt, dass PV-Anlagen die günstigste Art der lokalen Stromproduktion geworden seien.

Stefan Frei ergänzte: "Weil es sich jetzt auch wirtschaftlich lohnt, auf Solarstrom zu setzen, ist der Weg frei für einen funktionierenden Markt. Deshalb steigt die Zahl der PV-Projekte ständig."

Christian Eisenhut gab dem Publikum noch eine interessante Aufgabe mit auf den Heimweg: "Stellen Sie sich einmal vor, dass Sie eine Woche lang keinen Strom haben. Wie würden Sie sich organisieren?"

Präsident Stefan Frei (links im Bild) und Referent Christian Eisenhut. Bild: jg
Die Gemeinde Jonschwil verzeichnet aktuell die höchste Pro-Kopf-Produktion an Solarstrom im Kanton St. Gallen . Bild: jg
Woher kommt unser Strom? Wie sichern wir die Versorgung auch in Zukunft? Bild: jg
Was sollen wir tun? Christian Eisenhut empfiehlt dieses Vorgehen. Bild: jg
jg