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Kultur
05.05.2022

VBK gibt grünes Licht für Projekt "Turm"

Bild: zVg
Vor zwei Jahren hat das Wiler Stadtparlament den Stadtrat beauftragt, ein Konzept für ein Begegnungs-, Kultur- und Musikschulzentrum in der Liegenschaft «Turm» auszuarbeiten. Nun steht eine weitere wichtige Weichenstellung bevor: Am 19. Mai entscheidet das Parlament über die Kredite für die nächste Planungsphase und für eine Zwischennutzung des ehemaligen Feuerwehrgebäudes.

Seit dem Auszug der Feuerwehr im Jahr 2017 steht die Liegenschaft «Turm» an der Tonhallestrasse grösstenteils leer. Die Politik konnte sich über Jahre nicht zu einem Entscheid über die künftige Nutzung des Gebäudekomplexes durchringen. Schliesslich formierte sich auf Initiative der IG Kultur Wil eine überparteiliche parlamentarische Arbeitsgruppe, die eine Motion für ein Begegnungs-, Kultur- und Musikschulzentrum mit ergänzenden Nutzungen einreichte. Das Parlament erklärte die Motion im März 2020 mit 25 zu 9 Stimmen als erheblich und erteilte dem Stadtrat damit einen entsprechenden Planungsauftrag.

Kreditanträge für weitere Planung und Zwischennutzung

Für die Erarbeitung des Nutzungskonzept führte die Stadt Wil mit Unterstützung spezialisierter Planungsbüros ein kooperatives Verfahren durch. An drei Workshops diskutierten rund 28 Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Quartier, Politik und Gewerbe, welche Nutzungen im «Turm» Platz finden sollen. Im Sommer 2021 verabschiedete der Stadtrat den resultierenden Synthesebericht mit mehreren Kreditanträgen zuhanden des Parlaments. Einerseits wird ein Kredit von Fr. 35'000 benötigt, um die Infrastrukturbedürfnisse der Musikschule und der Kulturvereine detailliert abzuklären. Andererseits beantragt der Stadtrat zwei Kredite im Umfang von total Fr. 530'000, um bis zur Realisierung des Umbauprojekts eine Zwischennutzung zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist eine minimale Ertüchtigung des Gebäudes, damit die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden können. Für die Zwischennutzung des Erdgeschosses soll mittels einer Ausschreibung ein passendes Projekt gefunden werden.

Inzwischen hat eine parlamentarische Kommission das Geschäft an fünf Sitzungen intensiv beraten. Die Kommission möchte sowohl für die Zwischennutzung als auch für die weitere Planung der Endnutzung grünes Licht geben und empfiehlt dem Parlament, die beantragten Kredite zu sprechen. Das Parlament entscheidet am 19. Mai.

Musikschule, Vereinszentrum und Begegnungsort

Nach Ansicht der IG Kultur Wil hat das kooperative Verfahren zu einem breit abgestützten und überzeugenden Ergebnis geführt. Das vom Stadtrat vorgelegte Konzept sieht mehrere, teils fixe, teils flexible Nutzungsbereiche vor. Ankernutzer ist die Musikschule, welche im «Turm» einen zentralen Standort erhalten soll. Die Infrastruktur der Musikschule soll auch den Kulturvereinen zur Verfügung stehen, was die Nutzung von Synergien und eine engere Zusammenarbeit ermöglicht. Einen weiteren Nutzungsbereich bilden sogenannte Möglichkeitsräume, welche für Vereinsaktivitäten, aber auch als Co-Working-Spaces, Büros oder Ateliers genutzt werden können. In den ehemaligen Fahrzeughallen der Feuerwehr ist neben einer Aula und einem kleinen Gastro-Angebot ein «öffentliches Wohnzimmer» vorgesehen, das als niederschwelliger Begegnungs- und Veranstaltungsort der ganzen Bevölkerung offensteht. Schliesslich sollen in den Obergeschossen acht Wohnungen entstehen, welche einen Beitrag zur Finanzierung des Gesamtprojekts leisten.

Das Projekt «Turm» bedeutet einen Meilenstein für das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Wil. Mit seiner Mischung von öffentlichen und privaten Nutzungen wäre es schweizweit einzigartig und könnte massgeblich zum Image von Wil als innovative und lebenswerte Regionalstadt beitragen. Ein bedarfsgerechtes Raumangebot stellt eine Grundvoraussetzung für den Fortbestand des vielseitigen lokalen Vereinslebens dar. Die IG Kultur Wil hofft, dass das Stadtparlament das grosse Potenzial des Projekts erkennt und den Anträgen der vorberatenden Kommission folgt, damit sowohl die Zwischennutzung als auch die Endnutzung ohne weitere Verzögerung realisiert werden können.

IG Kultur Wil / SK