Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda

Begegnung mit Behörden und historischem Kulturobjekt

Gemeindepräsident Peter Zuberbühler begrüsste die neu Zugezogenen und stellte die Gemeinderäte und die Vertreter der Dörfer vor. Bild: Ernst Inauen
Bei einem Neuzuzüger-Treff hiess die Gemeinde Niederhelfenschwil rund 50 Teilnehmende willkommen. Dabei lernten sie den Gemeinderat, die Vertreter der Dörfer und die kulturell bedeutende Kobesenmühle näher kennen.

Zum traditionellen Anlass wurden alle seit März 2021 und bis März 2022 neu in die Gemeinde Niederhelfenschwil zugezogenen Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeladen. Gemeinderatsschreiber-Stellvertreterin Tanja Gubser organisierte den Begegnungsanlass. Auf dem Platz vor der Raiffeisenbank hiess Gemeindepräsident Peter Zuberbühler 32 erwachsene Neuzuzüger mit 14 Kindern, welche eines der drei Dörfer als ihren neuen Wohnort wählten, herzlich willkommen. Er stellte seine Ratskollegen Ruedi Gschwend, David Buchmann, Johanna Burri und Ratsschreiber Marvin Flückiger vor, die ebenfalls am Anlass teilnahmen. Als Vertreter der Dorfgemeinschaft Niederhelfenschwil kontaktierten David Nessensohn und Esther Eigenmann die Neuzuzüger ihres Dorfes. Richard Baumann vertrat Zuckenriet und Karin Meienhofer und Raphael Mader das Dorf Lenggenwil. Nach einer ersten Vorstellung, die durch die abgegebenen Namenskleber erleichtert wurde, führte eine gemütliche Wanderung hinunter zur historisch bedeutenden Kobesenmühle, die neben dem Schloss Zuckenriet als zweites Wahrzeichen der Gemeinde gilt.

Ein gemütlicher Spaziergang führte hinunter zur historisch bedeutenden Kobesenmühle. Bild: Ernst Inauen

Stiftung Wilhelm Lehmann vorgestellt

Stiftungsratspräsidentin Cornelia Scherrer begrüsste die Gäste und freute sich auf einige gesellige Kennenlernstunden. Sie lud die Gäste ein zum Besuch des authentisch erhaltenen Gebäudes der Kobesenmühle, der Ausstellung und des schönen Naturgartens. Für viele war es eine beeindruckende Neuentdeckung. Sie teilte die Gäste in zwei Gruppen ein, die alternierend die Ausstellungsräumlichkeiten besuchten oder sich im prächtigen Naturgarten von Olivier Zobrist, Mitglied des Stiftungsrates und zusammen mit seiner Partnerin Rahel Eisenring Bewohnende des historischen Gebäudes, ebenfalls über die Geschichte der einstigen Mühle informieren zu lassen. Cornelia Scherrer blickte im Ausstellungsraum in ihrem Kurzreferat auf die Jahrhunderte alte Geschichte der Kobesenmühle zurück. „Die 1698 erbaute Mühle war auch für die wirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung mitverantwortlich und hatte als ehemaliger Kehlhof der Fürstabtei St.Gallen eine regionale Bedeutung. 1890 wurde sie stillgelegt, nachdem sie damals am Pilgerweg zum Hl. Rupertus in der Kirche Niederhelfenschwil von Niederbüren aus mit einer Fähre über die Thur erreicht werden konnte. Eine letzte Fährenfahrt erfolgte 1919“, informierte sie.

Stiftungsrat-Präsidentin Cornelia Scherrer hiess die Gäste vor dem restaurierten Gebäude herzlich willkommen und berichtete anschliessend im Ausstellungsraum über die Geschichte der Kobesenmühle. Bild: Ernst Inauen
Der Fotograf Peter Ammon stellt in der Kobesen spannende Bilder vom ländlichen Alltag aus. Bild: Ernst Inauen

Jährlich wechselnde Ausstellungen

1917 kaufte der Künstler und Philosoph Wilhelm Lehmann (1884 – 1974) die Liegenschaft und zog mit seiner Gattin Klara in das idyllische Gebäude ein. Die gelernte Kindergärtnerin schenkte ihm drei Kinder und hielt ihm im Hintergrund den Rücken frei, damit der eigenwillige Künstler sich voll seiner Leidenschaft widmen konnte. Er wirkte in der Kobesen-Werkstatt als Schnitzer, Bildhauer, Zeichner und Philosoph. Die 1984 gegründete Stiftung Wilhelm Lehmann organisiert jährlich eine Ausstellung. Neben den fantasievollen Wurzelskulpturen und den Schnitzereien faszinieren diesmal aussagekräftige Bilder des Fotografen  Peter Ammon, wo unter anderem ein berühmtes Portrait von Wilhelm Lehmann herausragt. Beim Rundgang durch die Ausstellung bekamen die Besuchenden einen imponierenden Eindruck von der vielseitigen Schaffenskraft des Künstlers. Eine Ausstellung mit seinen Werken in Bischofszell 1932 habe gegen 10‘000 Besuchende angezogen, berichtete Scherrer.

In der gegenwärtigen Ausstellung zeigt eine Fotografie den Künstler Wilhelm Lehmann in seiner Werkstatt. Bild: Ernst Inauen

Grillplausch bei der Schreinerbudig

Das von der Gemeinde offerierte Mittagessen konnte diesmal im Freien vor der Schreiner-Budig genossen werden, einst Werkstatt von Urban Lehmann, Sohn des Künstlers. Jeder Gast konnte sich nach seinem Geschmack selber einen reichhaltigen Spiess aus einer von der Adlermetzg präparierten Fleischauswahl vorbereiten und auf einer der zwei Grillschalen grillieren. Dazu lockten auch ein reichhaltiges Salatbüffet und eine Getränkeauswahl. Jubla- und Ludothekleiter/innen betreuten währenddessen die Kinder und spielten mit ihnen. So konnten die Erwachsenen ungestört neue Kontakte knüpfen und einen regen Austausch pflegen. Die Teilnehmenden äusserten sich durchwegs positiv über ihren neuen Wohnort. Interessanterweise befanden sich unter den Neuzuzügern mehrere in der Gemeinde aufgewachsene Personen, die es nach einigen Jahren an anderen Wohnorten wieder zurück in ihre Heimat zog. Am frühen Nachmittag endete der gemütliche Neuzuzügeranlass mit dem Rückmarsch ins Dorf.

Die selber zusammengestellten Spiesse konnten anschliessend auf zwei Feuerschalen gegrillt werden. Bild: Ernst Inauen
Mitarbeitende der Ludothek und der Jubla betreuten die Kinder. Bild: Ernst Inauen
TV- und Radio-Produzent Marco Hess zog es nach mehreren Jahren in der Stadt mit seiner Familie wieder zurück nach Zuckenriet, wo er das elterliche Wohnhaus übernehmen konnte. Im Bild v.l.: Svenja, Daniela, Marco, und Levin. Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen