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Stadt Wil SG
25.05.2022

Der Wiler Bär erhält seine Höhle

Stadtmuseumsleiter Werner Warth transportiert mit der Hilfe von Zivilschützern den Bär in sein neues Domizil im Schmalzhaus. Bild: PD
Das Wiler Stadtmuseum zieht vom Hof zu Wil ins Schmalzhaus um. Zivilschutzangehörige zügeln die rund 50 Objekte.

Mit seiner Runddecke hat er was von einer Höhle, der Gewölbekeller in der Liegenschaft "Zum alten Schmalzhaus" beim Wiler Hofplatz. Es ist der passende Ort für das eine Tier des Wiler Stadtwappens und das Wappentier der Ortsgemeinde Wil. Der Bär, ein ausgestopftes Exemplar steht seit einigen Jahren im Stadtmuseum im Hof zu Wil, erhält ein neues Zuhause, da das von der Ortsgemeinde Wil betriebene Stadtmuseum wegen einer konzeptionellen und räumlichen Neuausrichtung beim umgebauten und sanierten Hof zu Wil ins Schmalzhaus umzieht. Die rund 100 Meter absolviert der Bär mit Hilfe von sieben Zivilschutzangehörigen der Abteilung Kulturgüterschutz auf einem Rollwagen. Neben dem Bär wurden am Montag und Dienstag weitere rund 50 Objekte der Dauerausstellung gezügelt, unter anderem die Originalstatue des heiligen Pankratius – weil ihr der Kopf abfiel, wurde diese beim Pankratiusbrunnen durch eine Kopie ersetzt -, ein Geflecht aus der Ursprungsmauer eines Hauses an der Marktgasse in Wil, eine Glocke der Buntweberei Müller oder ein Jacquard-Webstuhl. Im Schmalzhaus wird die Dauerausstellung im Gewölbekeller, der über ein gutes Klima verfügt, eingerichtet. "Sie besteht aus zwei Elementen", sagt der Leiter des Stadtmuseums Wil, Werner Warth, der beim Zügeln der Objekte kräftig mitanpackt. Einerseits werden Objekte der Wand entlang in einem Zeitstrahl von der Zeit von vor Christi Geburt bis ins 21. Jahrhundert ausgestellt, anderseits stehen in der Mitte des Raums zwei modulare Schauregale, in welchen Warth die Gegenstände auswechseln kann. "Das Stadtmuseum verfügt über einen Bestand von rund 2400 Objekten", sagt Warth.

Umzug nach 113 Jahren

Das Stadtmuseum war mehr als 100 Jahre im Hof zu Wil beheimatet. 1909 im dritten Stock eröffnet, wechselte es im Jahr 2001 ins Parterre, wo Warth als neuer Leiter des Stadtmuseums die Ausstellung neu konzipierte. Seit damals kuratierte Warth ausserdem 20 Wechselausstellungen. Die gegenwärtige Sonderausstellung "Stadtluft macht frei" bleibt noch bis Ende Juni im Hof zu Wil bestehen. Die neue Wechselausstellung, welche im Schmalzhaus im Parterre eingerichtet wird, widmet sich dem Grafiker Georg Rimensberger, der unter anderem das Wappen auf der Fassade des Hof zu Wil gestaltete. Die Vernissage der neuen Sonderausstellung findet am 8. August statt. Ruedi Schär, im Ortsbürgerrat der Ortsgemeinde Wil für das Stadtmuseum zuständig, sieht der Vernissage am neuen Standort gespannt entgegen. "Eine gute Lösung", sagt er, "handelt es sich beim Schmalzhaus doch auch um ein geschichtsträchtiges Haus". Schär freut sich, dass nicht nur der Bär im Schmalzhaus ein neues Domizil gefunden hat, sondern auch, dass Warth nach mehr als 20 Jahren derjenige ist, der dem pelzigen Tier den Platz zuweist.

pd. / wil24.ch