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Kultur
13.06.2022

Kulturfahrt nach Oberschwaben

Die Wiler Kunst- und Museumsfreunde vor der Basilika von Weingarten Bild: Freddy Kugler
14 Kulturfahrten hat Hans Vollmar, der abtretende Präsident der Kunst- und Museumsfreunde Wil und Umgebung, organisiert und hatte dabei stets Wetterglück. Die letzte Fahrt nach Weingarten und Ravensburg jenseits des Bodensees hatte es in sich.

Bei der Rekognoszierung im Jahr 2019 war Corona noch kein Begriff. Wegen der Pandemie musste der Tagesausflug nach Oberschwaben sowohl 2020 als auch 2021 abgesagt werden. Jetzt durften rund 70 Mitglieder an Bord eines Doppelstock-Cars endlich in die spannende Geschichte zweier süddeutscher Städte eintauchen.

Nach einem Kaffeehalt folgte in Weingarten mit einer Führung durch die Basilika St. Martin gleich der Höhepunkt der Kulturfahrt. Geprägt wurde die Stadt Weingarten jahrhundertelang durch die von den Welfen, einer Hochadel-Dynastie, gegründete Reichsabtei, deren Klosterkirche zu den grössten Sakralbauten im Barockstil nördlich der Alpen zählt und die mit einer der bedeutendsten Barockorgeln Deutschlands bestückt ist. In einer Gruft ruhen die Gebeine der Welfen, welche das Kloster im Jahr 1056 gestiftet hatten.

In der am Pilgerweg nach Santiago de Compostela liegenden Basilika mit grossartigen Asam-Fresken wird seit über 950 Jahren eine Heilig-Blut-Reliquie aufbewahrt. Diese wird anlässlich der wohl grössten Reiterprozession Europas jedes Jahr am Freitag nach Christi Himmelfahrt durch die Stadt getragen.

Nach einem feinen Mittagessen im Restaurant Mohren, der ältesten noch bestehenden Wirtschaft, ging es in drei Gruppen auf eine Führung durch Ravensburg. Die im Zweiten Weltkrieg unversehrt gebliebene Stadt der zahlreichen Türme mit ihren vielen gut erhaltenen historischen Bauwerken hat die Besucher aus Wil begeistert. Auf ein besonderes Interesse stiess das Humpis-Quartier, das als eines der besterhaltenen spätmittelalterlichen Wohnquartiere in Süddeutschland sieben Gebäude umfasst.

Vor der Rückfahrt nach Wil, die mit der Autofähre über den Bodensee nach Romanshorn erfolgte, blieb noch genügend Zeit für einen Bummel durch die ehemalige Freie Reichsstadt mit langer Handelstradition sowie für die Pflege der Geselligkeit.

Die imposante Gabler-Orgel mit 63 Registern . / Das Innere der Basilika mit den Spätbarock-Fresken von Cosmas Damian Asam. Bild: Freddy Kugler

 www.kunst-museumsfreunde-wil.ch

Freddy Kugler