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Kanton SG
21.08.2022
22.08.2022 11:05 Uhr

Dr. Gut: "Kulturelle Aneignung – Irrsinn ohne Ende"

Dr. Gut: «Jeder soll denken, sagen, singen, was er will – mit der Frisur, die er will.» Im Bild rechts: Ursus & Nadeschkin. Bild: Linth24/Bild Ursus & Nadeschkin: Bernhard Fuchs
Zürich, Bern, Hannover: Überall werden weisse Musiker mit Dreadlocks davongejagt. Der linke Rassismus wird salonfähig – und frisst die eigenen Kinder.
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

«Weiss + Dreads. Wir müssen draussen bleiben», schreibt der österreichische Musiker Mario Parizek in den sozialen Medien. Darunter setzt er das Hashtag «Extremistensumpf». Parizek wurde kurzfristig von einem Konzert in der Züricher Bar «Das Gleis» ausgeladen, die mit Steuergeldern unterstützt wird.
Es ist der nächste irre Fall von «kultureller Aneignung», nachdem in der Berner Brasserie «Lorraine» ein Konzert abgebrochen worden ist, weil ein weisser Musiker ebenfalls Rastas trug.

«Problematische Perücke»

Nur wenige Tage nach dem Vorfall in Zürich wurde das bekannte Komikerduo Ursus und Nadeschkin mit dem Vorwurf der «kulturellen Aneignung» bedacht. Nadeschkin habe eine angeblich «problematische» Perücke auf. Habt ihr denn noch alle Tassen im Schrank?
Die Frisur wird zum Kriterium eines woken linken Rassismus. Willkommen in der schönen neuen Welt der Cancel Culture!

Klimarassisten und Schandpfähle

Trendsetter in Europa waren die Deutschen: Bereits im März dieses Jahres ist die Musikerin Ronja Maltzahn von der radikalen Klimaschutzbewegung Fridays for Future zum Teufel gejagt worden, weil sie als «weisse Person» Dreadlocks hat.
Und die Klimarassisten setzten gar noch einen drauf: Maltzahn dürfe doch auftreten, wenn sie ihre Haare schneiden lasse, schoben sie nach. Demütigung total. Werden bald die mittelalterlichen Schandpfähle wieder eingeführt?

Bankrotterklärung der politischen Korrektheit

Und jetzt also der Fall Zürich. Der betroffene Mario Parizek spricht von einer «mehr oder weniger faschistischen Begründung». Als linker Künstler werde er «von der linken Ecke» diskriminiert.
Man kann es auch juristisch nüchtern «Vertragsbruch» nennen. Vor allem aber ist es die Bankrotterklärung der Ideologie der politischen Korrektheit. Sie ist zum Nährboden einer neuen, selbst vor Brotkorbterror nicht zurückschreckenden Intoleranz geworden.
Es ist Zeit, dass wir den Irrsinn abschütteln. Jeder soll denken, sagen, singen, was er will – mit der Frisur, die er will. Ist doch eigentlich selbstverständlich.

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 16 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Seine Meinung muss nicht mit jener der Redaktion übereinstimmen.
Philipp Gut ist Buchautor und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Parteien, Verbände, Unternehmen und Private.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Wil24