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Niederhelfenschwil
20.08.2022
21.08.2022 10:11 Uhr

Wichtige Weichenstellungen und Notlösung Zuckenriet

Im Bild (v.l.): Schulrat Roland Zwick, Schulleiterin Barbara Rüthemann, Gemeindepräsident Peter Zuberbühler, Schulratspräsidentin Fabienne Stähelin, Moderator Ralph Dietsche Bild: Ernst Inauen
In der Gemeinde Niederhelfenschwil hat die Schulraumplanung erste Priorität und ist in vollem Gange. An einem Informationsanlass konnten die Teilnehmenden ihre Stellungsnahmen einbringen und Wünsche äussern. Für die Podiumsleitung konnte der Rheintaler Kommunikationsfachmann Ralph Dietsche gewonnen werden. Die Bürgerschaft wurde aufgerufen, zahlreich in einer Begleitgruppe mitzuwirken.

von Ernst Inauen

Schon seit ein paar Jahren beschäftigt die Schulraumplanung die Gemeinde Niederhelfenschwil. Der neugewählte Schul- und Gemeinderat und eine eingesetzte Projektgruppe befassen sich seit mehr als einem Jahr mit dieser Thematik. In der ersten Woche nach den Sommerferien bot nun die Kerngruppe bei einem Informationsanlass einer interessierten Bürgerschaft die Gelegenheit, sich über die Ausgangslage und den zukünftigen Raumbedarf und den aktuellen Stand der Planungsarbeiten informieren zu lassen. In einer offenen Diskussionsrunde, die rege benutzt wurde, konnten zahlreiche Fragen beantwortet und vielfältige Anregungen eingebracht werden. In der Aula Sproochbrugg nahmen kaum hundert interessierte Bürgerinnen und Bürger teil, darunter der gesamte Schul- und Gemeinderat und zahlreiche Lehrpersonen. Dennoch zeigte sich Gemeindepräsident Peter Zuberbühler am Ende der über zweistündigen Veranstaltung zufrieden: „Ich bin ausserordentlich zufrieden und glücklich über das rege Mitwirken bei der Diskussion und die vielen interessanten Voten und Inputs. So kann sich die Kerngruppe zusammen mit der Begleitgruppe konkret mit der Planung befassen“. Zur Meinungsbildung verteilten die Organisatoren einen Fragebogen, der von den Teilnehmenden ausgefüllt werden konnte.

Als Notlösung wurde neben dem Schulhaus Zuckenriet ein Provisorium erstellt. Bild: Ernst Inauen
Auch in Lenggenwil besteht Sanierungsbedarf. Bild: Ernst Inauen
Thermografieaufnahmen zeigen die energetischen Schwächen bei den Schulhäusern Bild: Ernst Inauen

Beitrag zur Standortattraktivität

Nach der Begrüssung durch Moderator Ralph Dietsche und Schulratspräsidentin Fabienne Stähelin sprach die Schulpräsidentin und Gemeinderätin Stähelin den ausgewiesenen Sanierungsbedarf bei allen drei Primarschulhäusern in Niederhelfenschwil, Zuckenriet und Lenggenwil an. Unter Berücksichtigung der gestiegenen Schülerzahlen der letzten und kommenden Jahre und fehlender Schulräumlichkeiten erarbeitet die Kerngruppe unter Beizug einer professionellen Beratungsfirma verschiedene Szenarien. Schulleiterin Barbara Rüthemann verglich mit Bildern die ehemaligen Schulzimmer und Unterrichtsformen mit den heutigen Anforderungen. Bewusst verzichtete die Gruppe am Info-Anlass auf eine Bekanntgabe bisheriger Vorarbeiten und Lösungsvarianten, um den Anwesenden eine unbeeinflusste Stellungnahme zu ermöglichen. Diese gaben in erfreulicher Anzahl ihre persönlichen Gedanken und Ideen bekannt. So erklärte der pensionierte Oberstufenlehrer Beat Nef seine Vision von einem Schulhausneubau neben dem OZ Sproochbrugg, in dem die 5./6.-Klässler aller Dörfer zu beschulen seinen. Diese Idee wurde von einigen Votanten unterstützt. Andere wollten die bisherigen Klassen in ihren Dörfern behalten und die Zügel nicht aus den Händen geben.

Aeusserst rege Diskussion

Moderator Dietsche beantwortete eine Frage nach dem Zeithorizont für eine vollständige Sanierungslösung aus seiner Erfahrung mit etwa acht Jahren. Ein Sprecher kritisierte die bisherige „Pflästerlistrategie“. Vereinsvertreter und Bewohner aus den Weilern deponierten ebenfalls ihre Ansprüche. Eine Person bezeichnete die Provisoriumslösung mit dem Container als nicht nachhaltig und ungenügend, wonach eine Lehrperson den dunklen, engen Werkraum im Kellergeschoss als unzumutbar bemängelte. Gefordert wurden auch eine rasche Planung und den Einsatz nachhaltiger Baumaterialien. Wichtig sei auch eine gute Lebensqualität. Der Gemeindepräsident erklärte, dass eine gute Infrastruktur und eine zeitgemässe Schulgemeinde für eine hohe Standortattraktivität entscheidend seien. Deshalb werde die Schulraumplanung mit erster Priorität angegangen. Er rief die interessierte Bevölkerung auf, der Begleitgruppe beizutreten und ihre Ideen einzubringen.

Ein Provisorium als Notlösung

Der grösste Handlungsbedarf für eine zukunftsgerichtete Schulraumplanung besteht in der Primarschulgemeinde Zuckenriet. Die rege Bautätigkeit im Dorf führte in den letzten Jahren zu einem starken Zuzug von jungen Familien. Damit stiegen auch die Schülerzahlen deutlich an. Mit einem Provisorium konnte die prekäre Schulraumknappheit kurzfristig und kostengünstig entschärft werden. Die Container sind südlich des Schulhauses am Rande der Spielwiese platziert und enthalten zwei Schulzimmer und Nebenräumlichkeiten. Mit dieser kurzzeitig realisierten Notlösung konnte der Schulbetrieb rechtzeitig auf den Beginn des Schuljahres 2022/23 mit normalen Klassengrössen aufgenommen werden. Die zunehmende Zahl bei den zwei Kindergartenklassen weisen darum auf zukünftig  höhere Bestände in der Unter- und Mittelstufe hin. Bei einem Besuch von Uzwil24 bei den Klassen im Provisorium sagten die beiden anwesenden Lehrpersonen übereinstimmend: „Wir sind mit dieser Provisoriumslösung sehr zufrieden. Die Zimmer sind gross und hell, die Ausstattung wunschgemäss. Auch den Schülerinnen und Schüler gefällt es“.

 

22 fröhliche Kinder der 3. Klasse fühlen sich im Provisorium wohl. Bild: Ernst Inauen
Helles Schulzimmer der 4. Klasse. Bild: Ernst Inauen
Ernst Inauen