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Emotionale Verabschiedung der Seelsorgerin Katrin Blome

Der Abschiedsgottesdienst für Katrin Blome fand in der Georgskapelle Zuckenriet statt. Bild: Ernst Inauen
Im Vorabendgottesdienst zum 27. Sonntag im Jahreskreis wurde die Seelsorgerin Katrin Blome in der Georgskapelle Zuckenriet offiziell verabschiedet. Nach anderthalb Jahren in der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland (SEMF) zieht sie aus der Ostschweiz weg und übernimmt eine neue Aufgabe in Zürich. Die Eucharistiefeier beim Abschiedsgottesdienst leitete Pfarradministrator Pater Didier Mungilingi.

Von Ernst Inauen

Noch selten war die Georgskapelle in den letzten Jahren so gut besucht wie zu dieser Abschiedsfeier für die beliebte und geschätzte Seelsorgerin Katrin Blome. Die Pfarreiangehörigen und Gäste besetzten sämtliche Plätze. Am Schluss des Gottesdienstes nutzte Michael Okle, Präsident der SEMF und der Kirchgemeinde Niederhelfenschwil-Zuckenriet die Gelegenheit, das Wirken von Katrin Blome zu würdigen. “Wir spüren schon eine Wehmut, das wir Katrin schon nach anderthalb Jahren wieder ziehen lassen müssen”, sagte Okle und drückte damit auch die Gefühle vieler Anwesenden aus. Sie habe es verstanden, die Herzen zu öffnen und den Glauben durch ihre tiefgründigen Predigten und ihre seelsorgerische Tätigkeit vor allem in der Pfarrei Niederhelfenschwil-Zuckenriet näher zu bringen. Ihr Vorbild habe für viele Menschen eine grosse Bedeutung bekommen. “Wir sind dankbar für alles, was wir mit dir erleben durften und bedauern deinen aus familiären Gründen gefällten Entscheid”, schloss Okle und überreichte der sichtlich gerührten Seelsorgerin ein prächtiges Blumenbukett. Nach dem Gottesdienst konnte bei einem Apéro im Schulhaus der Austausch gepflegt und persönlich Abschied von Katrin Blome genommen werden.

Ein verdienter Blumendank für die liebenswürdige Seelsorgerin. Bild: Ernst Inauen

Kreative Predigtgestaltung

Von vielen Gottesdienstteilnehmenden wurden die Predigten Katrin Blome geschätzt, weil sie immer verständlich  waren und einen Bezug zum Alltagsleben beinhalteten. Ihre Abschiedsworte begann sie mit einem originellen, symbolischen Vergleich, indem sie zwei Bilder mit schönen und überreifen Bananen zeigte. Dabei bezog sie sich auf die weit verbreitete Mentalität, schön und ohne Makel sein zu wollen. Dieser Schönheitsdruck sei eine schwierige Sicht auf das Leben und uns Menschen. “Denn dort, wo die Hülle im Vordergrund steht wird oftmals das übersehen, was wirklich entscheidend ist, die innere Schönheit eines Menschen, die inneren Qualitäten, der Charakter”, gab sie zu bedenken. Um innere Qualitäten ginge es auch in der Lesung  mit dem Brief von Paulus an Timoteus und im Evangelium, bei dem Jesus von seinen Jüngern gebeten wurde, ihren Glauben zu stärken. Paulus schrieb: “Entfache die Gnade Gottes, denn Gott hat uns den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben”. Darauf komme es im Leben an, ob wir Liebe in uns tragen und die Kraft Gottes spüren und besonnen durchs Leben gehen, betonte sie. Schon im Alten Testament heisse es “Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz”. Für Gott zähle weniger das, was wir sagen als das was wir tun. Abschliessend ermutigte die Predigerin die Zuhörenden, weniger auf das Äussere und mehr auf das Innenleben zu geben.

Die Predigt eröffnete Katrin Blome mit einem symbolischen Vergleich von Bananen. Bild: Ernst Inauen

Kurzes Gastspiel n der Seelsorgeeinheit

Seit anfangs März 2020 ergänzte die Seelsorgerin Katrin Blome das Pastoralteam der SEMF. Die 37-jährige Theologin stammt aus Deutschland. Sie absolvierte nach ihrer schulischen Ausbildung an der theologischen Fakultät in Tübingen ein Theologiestudium und schloss es erfolgreich ab. Ihr Berufsweg führte sie 2011 in die Schweiz, wo sie zuerst im Bistum Chur und anschliessend im Bistum St.Gallen tätig war. Bis zum Sommer 2021 belegte Blome ein Teilpensum von 50%, weil sie bis Ende Schuljahr noch ihren bisherigen Job an der Mittelschule St.Gallen behalten wollte. Die Theologin übernahm nachher ein Vollpensum in der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland und war hauptsächlich für die Pfarrei Niederhelfenschwil-Zuckenriet zuständig. Weil ihr Ehemann einen Berufswechsel nach Bern vollzog, entschloss sie sich nun, mit einem Job in Zürich die familiäre Distanz zu verringern.

 

Ernst Inauen