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Lifestyle
26.10.2022
26.10.2022 20:38 Uhr

Der Schwanen bleibt als Hotel und Restaurant bestehen

Das beste Haus am Platz. Bild: Pinterest
Das Hotel Schwanen Rapperswil soll ein beliebter gastronomischer Treffpunkt werden. Linth24 traf sich zum Gespräch mit Vertretern der polnischen Regierung.

Der Schwanen, das markanteste Gebäude am Rapperswiler Hafenbecken, fristete jahrelang einen Dornröschenschlaf. Wachgeküsst wurde es durch einen diplomatischen Coup der polnischen Botschafterin für die Schweiz, Iwona Kozlowska. Sie fädelte den Verkauf des Hauses von Ex-Schwanen-Eigentümer Quirino Riva an den Staat Polen ein.
Linth24 traf die Botschafterin und die polnischen Parlamentsabgeordneten Kazimierz Golojuch, Präsident der Polnisch-Schweizerischen Parlamentarischen Freundschaftsgruppe und Piotr Babinetz, Vorsitzender des Kulturausschusses, im Hotel Schwanen zum Interview.

v.l.n.r. Piotr Babinetz, Vorsitzender Kulturausschuss; Botschafterin Iwona Kozlowska; Kazimierz Golojuch, Präsident Polnisch-Schweizerische Parlamentarische Freundschaftsgruppe Bild: z.Vfg. Botschaft Polen Bern

Linth24: Nicht wenige Rapperswil-Joner befürchten, der Schwanen werde nach dem Verkauf an den Staat Polen zu einem polnischen Museum, mehr nicht. Was sind aber nun Ihre Pläne für das Haus?

Kazimierz Golojuch: «Unser stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Kultur Polens, Prof. Piotr Gliński, sowie der Ex-Parlamentspräsident und heutige Chef der Kanzlei des Ministerpräsidenten, Marek Kuchciński, haben für den Schwanen zwei wichtige Ziele formuliert: Erstens: Die baldige Eröffnung des Polenmuseums in einem Teil des Schwanens. Dabei soll das Museum in moderner Aufmachung täglich zugänglich sein..»
Piotr Babinetz: «Aktuell beschäftigt sich unser Parlament mit einer Gesetzesänderung zur Tätigkeit von Kulturinstitutionen im Ausland. Damit wird die Finanzierung des Polenmuseums durch den Staat Polen gesichert sein..»

«Der Schwanen soll wieder Treffpunkt für alle sein»
Kazimierz Golojuch

Linth24: Und zweitens? 
Kazimierz Golojuch
: «Das Haus soll künftig als Hotel, Restaurant und Konferenzzentrum genutzt werden. Wir sind uns der Verantwortung auf diesem historischen Platz bewusst. Im Schwanen wird es Seminare, Konzerte und Kunstausstellungen geben, die sich nicht nur auf die polnisch-schweizerischen Beziehungen beschränken. Der Schwanen soll wieder ein Treffpunkt für alle sein, wo Hochzeiten, Geburtstage und Feste gefeiert werden..»

Botschafterin Iwona Kozlowska: «Um die Bedeutung des Schwanen als polnisch-schweizerische Begegnung hervorzuheben, werden wir dieses Jahr den polnischen Nationalfeiertag am 11. November hier im Hotel Schwanen begehen. Zusammen mit unseren Schweizer Freunden. Und das 3. Polnische Wirtschafts- und Technologieforum wird nächstes Jahr ebenfalls in Rapperswil stattfinden..»

«Mit dem Schwanen eröffnen wir ein neues Kapitel»
Iwona Kozlowska, Botschafterin Polen

Linth24: Hat sich die Trauer über den Auszug des Polenmuseums aus dem Schloss mittlerweile gelegt? 

Iwona Kozlowska: «Wir sind sehr traurig, dass wir aus dem Schloss ausziehen mussten. Für uns wird das Schloss immer ein Stück polnischer Geschichte bleiben. Die Freiheitssäule, die Gräber von Graf Plater und Henryk Bukowski, sowie das Mausoleum, in dem einmal das Herz des polnischen Helden und Freiheitskämpfers Tadeusz Kościuszko aufbewahrt wurde, bleiben dort. Polen bleibt also ein Teil der Geschichte des Schlosses und der Stadt. Mit dem Schwanen öffnen wir aber nun ein neues Kapitel. Die Publizität für das Museum ist durch den neuen Ort und die Besucherströme am Hafen natürlich um ein Vielfaches grösser.»

Kazimierz Golojuch: «Die Polen bleiben in Rapperswil und wir werden sicher mehr anbieten als bisher.Wir wollen, dass der Schwanen zur polnisch-schweizerischen Freundschaft beiträgt.»

Linth24: Was bedeutet Rapperswil für die Polen? 

Kazimierz Golojuch: «Wenn man in Polen über die Schweiz redet, denken alle an Rapperswil. Das ist tief verwurzelt und ich bin froh, dass die polnische Präsenz in Rapperswil um die neuen Bereiche im Schwanen erweitert werden und so zur beiderseitigen Freundschaft beitragen.»

« Das Büro des Ministerpräsidenten denkt an die Konferenz «Europa der Alpen»
Piotr Babinetz

Linth24: Wie ist das Verhältnis der Polen zu den Schweizern allgemein? 

Piotr Babinetz: «Frau Botschafterin und Herr Golojuch sind beide seit Jahren in die Entwicklung der polnisch-schweizerischen Zusammenarbeit engagiert. Der Schwanen soll nun zu einem Begegnungsort werden, wo die Schweizer und die Polen in einem steten Dialog sind. Der Schwanen bietet eine ideale Voraussetzungen für neue Projekte. Zum Beispiel denkt der  Chef der Kanzlei unseres Ministerpräsidenten an die Organisation einer Konferenz in Rapperswil unter dem Titel «Europa der Alpen».

v.l.n.r. Piotr Babinetz, Iwona Kozlowska, Kazimierz Golojuch Bild: z.Vfg. Botschaft Polen Bern
Markus Arnitz, Linth24