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Stadt Wil SG
18.11.2022
20.11.2022 07:59 Uhr

Fünf Fragen zur ARA-Thurau an Hans Mäder

Hans Mäder, Stadtpräsident Wil Bild: Stadt Wil / Co-working Space Wil
Am 27. November 2022 wird in den vier Gemeinden Jonschwil, Oberuzwil, Zuzwil und Wil über das ARA-Projekt Thurau abgestimmt – ein ökologischer Quantensprung für die Region Wil-Uzwil, wie es von den Projektverantwortlichen zu vernehmen ist. 142,4 Millionen Franken kostet die Gemeinschafts-ARA, 128,9 Millionen (inklusive Rückbauten und Landerwerb) nach Abzug der Bundessubventionen. Wir befragen die vier Gemeinde- resp. Stadtpräsidenten über die Erfolgsaussichten. Heute mit Hans Mäder, Stadtpräsident von Wil.

Warum braucht es das gemeinsame ARA-Projekt?

Der Zeitpunkt für den Bau einer regionalen Abwasserreinigungs-Anlage (ARA) ist optimal: Alle beteiligten ARA in Jonschwil, Uzwil, Wil und Zuzwil haben Sanierungsbedarf. Der Bund verlangt die Elimination von Mikroverunreinigungen. Mit der geplanten Grossanlage würden abwassertechnisch deutlich bessere Reinigungswerte erzielt. Die Kosten sind mit einer regionalen ARA für alle tiefer als bei einem Alleingang. Für eine gemeinsame Abwasserreinigungs-Anlage gibt es drei Kernargumente: Erstens wird damit ein ökologischer Quantensprung für die Region Wil/Uzwil erreicht, vor allem aus Sicht des Gewässer- und Trinkwasserschutzes für die Thurebene. Zweitens entsteht ein langfristiger ökonomischer Nutzen für alle Gemeinden. Drittens wird damit die regionale Zusammenarbeit gestärkt.

Inwiefern entspricht die aktuelle ARA Wil nicht mehr den Standards?

Die letzte Sanierung beziehungsweise Erweiterung fand zwischen 2000 und 2003 statt. Nach 20 Jahren Betrieb stösst die ARA Wil langsam aber sicher an ihre Kapazitätsgrenzen. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben müsste die ARA sowieso um die vierte Reinigungsstufe – die Elimination von Mikroverunreinigung – erweitert werden.

Wie hoch ist die Beteiligung der Stadt Wil resp. wie rechnet sich der Verteilschlüssel? Wie beurteilen Sie die Kosten?

Es gibt zwei Verteilschlüssel: An den Betriebskosten beteiligt sich die Stadt Wil mit knapp 36 Prozent. Von den Kapital- und Amortisationskosten trägt die Stadt Wil rund 26 Prozent. Zusammengerechnet ergibt sich ein jährlich wiederkehrender Beitrag von rund 2,9 Millionen Franken, welcher mit den Abwassergebühren – also nicht mit Steuergeldern – bezahlt werden muss. Zusätzlich hat die Stadt Wil, wie alle anderen Gemeinden, der Gemeinde Uzwil in den ersten 20 Jahren einen jährlichen Standortbeitrag von 100’000 Franken zu leisten. Es ergeben sich bei einem Zusammenschluss für die Stadt Wil Einsparungen von jährlich rund 300'000 Franken. Gemäss heutigem Stand gehen wir davon aus, dass die Abwassergebühren in den nächsten 20 Jahren nicht angepasst werden müssen.

Was wird mit bestehenden ARA Wil nach der Fertigstellung Ende 2029 geschehen?

Die bestehenden Becken werden als Havarie- und Regenrückhaltebecken weiterhin gebraucht. Diverse alte Bauteile von 1954 und 1974 würden indes nicht mehr benötigt und abgerissen. 

Was passiert bei einem Nein zu ARA Thurau?

Die Planung für die Sanierung und Erweiterung der ARA Wil müsste unverzüglich in die Wege geleitet werden. Ein Zusammenschluss mit der ARA Jonschwil wurde bereits vorgeprüft und wäre wahrscheinlich.  

David Hugi