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Kanton SG
14.02.2019
06.09.2020 15:30 Uhr

CVP WIL GENIESST BÜRGERWURST MIT SPANNENDEN REFERATEN

Regierungsrat Beni Würth stellte sich als Ständeratskandidat vor und die Historikerin Dr. Magdalen Bless erläuterte verschwundenes, gelebtes und neues Brauchtum in Wil. Dazwischen genossen die Teilnehmenden auf Einladung der CVP Wil am Montagabend, 13. Februar 2019, eine feine Bürgerwurst, "vorschriftsgemäss" von Christoph und Noemi Frey, Metzgerei Frey in Rossrüti, und Ortsbürger von Wil.

Nach der Begrüssung durch Franklin Munishi, den Präsidenten der CVP Stadt Wil, der sich über den grossen Zuspruch freute, hatte CVP-Ständeratskandidat Beni Würth das Wort. In Kürze stellte er die Ausgangslage dar und begründete sein Ziel, den Kanton St. Gallen im Ständerat zu vertreten. Für Würth war es bei der CVP in Wil ein Heimspiel und die Unterstützung zu seinen Gunsten war unisono spürbar.

Märchenerzähler unterwegs

Auch die SVP-Motion, welche entgegen langjähriger Tradition ein zeitlich beschränktes Doppelmandat auch für kurze Zeit verbieten will (notabene nachdem RR Stefan Kölliker trotz grossem Wunsch aus der eigenen Partei darauf verzichtete, sich ebenfalls als Ständeratskandidat zur Verfügung zu stellen), kam zur Sprache. Ebenso das in den sozialen Medien portierte "Märchen vom doppelten Lohn". Beide Themen waren schnell beantwortet. Die SVP-Motion wurde primär als wahlkampftaktisches Manöver bewertet, weil andere Argumente fehlten. Und den Lohn als Ständerat müsste Beni Würth im Falle einer Wahl an die Staatskasse des Kantons St.Gallen abtreten - analog zur Entschädigung als VR-Mitglied der St.Galler Kantonalbank. Für den Kanton St.Gallen wäre ein Wahl von Beni Würth bis zum Ende der Amtszeit im Frühjahr 2020 also sogar lukrativ.

Beni Würth stellte sich vor, u. a. mit der Zahlenreihe 32-42-52

https://www.facebook.com/wil24.ch/videos/602822980202370/

Dr. Magdalen Bless: Wiler Brauchtümer im Jahreskreis

Nach der "Bürgerwurst mit Kartoffelsalat"-Pause stand die spannende und unterhaltsame "Vorlesung" der Historikerin Dr. Magdalen Bless auf dem Programm. Sie gab einen geschichtsträchtigen Einblick in die Entstehung zahlreicher Wiler und Ostschweizer Bräuche. Man hätte stundenlang zuhören können, aber auch in den 90 Minuten ihres Referats erhielt man bereits eine grosse Palette an Informationen. Erstaunlich war insbesondere, dass es zahlreiche Bräuche gegeben hatte, die vom "Wiler Rat" ab 1820 verboten wurden, weil sie entweder gewaltmässig oder alkoholisch ausuferten oder weil der Rat vermeiden wollte, dass die Bürger für falsche Zwecke Geld ausgaben - wie beispielsweise der Brauch an Neujahr, den Patenkindern eine feines Brot mit einer Münze zu schenken. Auch spannende Bräuche wie der Schüler-Bischof ("verkehrte Welt" für 1 Tag) wurde aus erzieherischen Gründen verboten. Zur Sprache kamen auch existierende Bräuche wie St. Nikolaus, Laternenumzug, Fastnacht oder Steckliträge. Magdalen Bless erwähnte auch, dass die Frauen im späten Mittelalter an drei Tagen im Jahr mit in die Restaurants kommen durften, wo sonst nur Männer Zugang hatten. Als Beispiel für einen sich neu entwickelnden Brauch nannte die Referentin das gemeinsame Adventssingen auf dem Wiler Hofplatz (siehe und höre Clip weiter unten).

Wer musste an einem Mittwoch heiraten? Was bringt uns Wotan?

https://www.facebook.com/wil24.ch/videos/372994189917275/

https://www.facebook.com/wil24.ch/videos/1974727112850375/

Ein neuer Brauch entsteht