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Kanton SG
29.08.2019
06.09.2020 15:48 Uhr

ARBEIT DER ZUKUNFT: NEUE LERNFORMEN, OFFENHEIT UND GEPLANTE "OFFLINE"-ZEITEN WICHTIG

Der FDP Anlass vom 28. August 2019 in Oberbüren stand unter dem Titel "Mein Arbeitsplatz in der Zukunft", Eingeleitet durch eine Reihe von interessanten Impulsreferaten folgte nach der Pause eine spannende Podiumsdiskussion.

Dazu haben die Personen im Titelbild beigetragen: v.l. Marco Frauchiger (Rektor BZWU), Markus Preuss (Arzt), Alejandro Aranda (dipl. Maschineningenieur), Marc Flücker (Unternehmer, Präsident FDP Wil), Caroline Bartholet (Gemeindepräsidentin Niederbüren), Daniel Gerber (Unternehmensberater, Ausbilder), Marc Mächler (Regierungsrat Kanton SG), Yvonne Keller (KMU-Unternehmerin), Ingrid Markart (Geschäftsleiterin Pelago-Pflegeheim), Jürg Affentranger (Bauführer, Geschäftsleitung Brühwiler AG), Roger Nagel (Betriebsleiter LARAG St.Gallen), Erich Baumann (Bankdirektor, Kantonsrat) und Paul Stengel (FDP Oberuzwil, Organisator)

In ihrer Begrüssung und Einleitung wies Ingrid Markart, Nationalratskandidatin und Kandidatin für den Oberuzwiler Gemeinderat, begrüsste im Brühlackersaal in Oberbüren auf die aktuellen Herausforderungen hin, welche die Digitalisierung mit sich bringt und zog einen Vergleich mit der Industrialisierung vor gut 100 Jahren.  Auch jetzt kämen durch Automatisierung und Robotisierung Ängste auf.

Danach gaben Referenten aus verschiedenen Branchen mit Impulsreferaten einen Einblick in die Zukunft der Arbeitsplätze in ihren Branchen. Vielfältige Aspekte der anstehenden Herausforderungen in der Basisausbildung, Berufsbildung und Weiterbildung wurden ebenso dargestellt wie die Notwendigkeit von neuen Berufen und Berufsbildern. Unisono als wichtig herausgestrichen wurde eine positive Einstellung, welche helfen kann die vor der Türe stehenden Herausforderungen nicht als Probleme, sondern als Chancen zu sehen.

Maschinenbauingenieur Alejandro Aranda, Werksleiter bei der Firma Magnet Schultz in Oberrindal, verwies auf die zunehmende Bedeutung der Informatik in der Maschinenindustrie hin und die Bedeutung regelmässiger Investitionen wie in seinem Unternehmen. Er sieht in Zukunft nicht weniger Arbeitsplätze, sondern neue Berufsbilder, die der Entwicklung angepasst werden.

Zur Mobilität sprach Roger Nagel, Betriebsleiter der LARAG St. Gallen. Er zeigte die grossen Änderungen auf, die sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr auf uns zukommen. Autonomes  und elektrisches Fahren sei nur eine Frage der Zeit. Der Beruf des Automechatronikers werde immer interessanter und hoffentlich auch beliebter.

Markus Preuss, medizinischer Leiter der MedBase-Gesundheitszentren Uzwil und St. Gallen,  sieht keine Zukunft mehr für Allgemeinmediziner.  Mobile-Apps und Internet-Plattformen mit Künstlicher Intelligenz sowie telefonische Beratung und Telemedizin übernehmen zahlreiche Aufgaben in der Diagnose.

Jürg Affentranger, Leiter Hochbau bei der Brühwiler Bauunternehmung AG in Oberbüren, berichtete von der bereits Einzug haltenden Digitalisierung im Bauwesen mit den Konzepten wie Baumeister 4.0. Damit verschwinde Papier immer mehr von den Baustellen und werde durch Tablets und Smartphones ersetzt. Drohnen und moderne Software seien bereits jetzt im Einsatz. Bis Roboter das Bauen übernehmen, werde es noch länger gehen. Der Trend gehe aber zu immer mehr vorfabrizierten Elementen. Keinen Einsatz von Robotern sieht er überall dort, wo Kreativität, Flexibilität und Kundenkontakt gefragt seien.

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Das anschliessende Podiumsgespräch unter der Leitung von Erich Baumann und mit Regierungsrat Marc Mächler, Caroline Bartholet, Yvonne Keller, Marc Frauchiger und Daniel Gerber war ein Spielbild des unterschiedlichen Einsatzes moderner Technologien.

Während die Vorteile der neuen "Tools" von allen geschätzt werden, wurde aber auch auf die entstehenden negativen Aspekte hingewiesen, u. a. die Abhängigkeit vom elektrischen Strom, der Rückgang der persönlichen Gespräche und der Stress aufgrund der andauernden "Online-Präsenz". Hier war man sich einig, dass geplante "Offline-Zeit" für die seelische und körperliche Gesundheit sehr wichtig sei. Diese Themen wurden beim  Apéro dann auch noch intensiv weiterdiskutiert.

Mehr Freude am Lernen ist der Schlüsssel: