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Kultur
18.12.2019
06.09.2020 15:59 Uhr

SPITAL WIL: DAS "HEINZELMÄNNCHEN" ROLAND BLÖCHLINGER GEHT IN PENSION

Nach 45 Jahren am Spital Wil geht Roland Blöchlinger in Pension. Als Mitarbeiter der Hauswirtschaft kennt er das ganze Haus – und umgekehrt. Fast seit Anbeginn im Spital Wil, ist er das personifizierte Gegenstück zur Schnelllebigkeit.

49 Jahre: So lange gibt es das Spital Wil. Nur etwas weniger lange, nämlich seit 45 Jahren, geht Roland Blöchlinger im Spital Wil ein und aus. Jetzt steht er, fast 64jährig, kurz vor der Pensionierung. Der Mitarbeiter Hauswirtschaft ist im Haus bekannt. Vielen wird er fehlen. Denn er war stets pflichtbewusst und gewissenhaft zur Stelle, wo es ihn brauchte. Und er sorgte auch fürs Wohlbefinden seiner Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen. Hier ein nettes Kompliment, dort eine stets gefüllte Schoggi-Schachtel. Roland Blöchlinger ist gut gelaunt und überträgt dies auf die Kollegen. „Was nützt es, traurig zu sein?“, meint er dazu achselzuckend.

An jedem Ort 18jährig trat Roland Blöchlinger ins Spital Wil ein. Zuvor absolvierte der Wilener die zweijährige Anlehre im Johanneum, Neu St. Johann. Als Maler hatte er es kurz versucht, doch es war die Raumpflege, die ihn begeisterte. Der Beruf sei damals ziemlich neu gewesen. Mit sechs weiteren Buben war er in Ausbildung, damals noch getrennt von den weiblichen Auszubildenden. Lange war er bei der SRFT der einzige Mann in der Hauswirtschaft. Seine Arbeitsorte waren das Labor, die Personalzimmer, der Operationssaal, die Abwaschküche, die Wäscherei, die langen Flure, das Pflegeheim nebenan. Betten, Böden, Teppiche: nichts, was Roland Blöchlinger nicht gereinigt hatte. Seine liebste Tätigkeit war das Fensterputzen. Er leistete gerne seinen Beitrag über sein 100-%-Pensum hinaus. In der Freizeit gestaltete er mit den Kolleginnen Weihnachtsdeko und Osterschmuck. Es war ein Herzinfarkt vor 13 Jahren, der ihn zwang, kürzer zu treten. Kurz vor dem Ruhestand ist er zu 30 % tätig, wobei er auch nach Feierabend gerne noch eine Mahlzeit mit dem Team einnimmt, ehe er wie jeden Tag mit dem Velo oder zu Fuss den Heimweg antritt. „Die Menschen hier sind wie meine Familie“, sagt Roland Blöchlinger. Diese Familie wird ihm fehlen, selbst wenn er sich auf die Pensionierung freut.

Stets zur Stelle Roland Blöchlinger ist als einer der langjährigsten Mitarbeitenden der SRFT kürzlich geehrt worden. Veränderungen hat er mitgetragen, neue Systeme und Arbeitsweisen erlernt, neue Vorschriften umgesetzt. Er scheint das Gegenstück zur Schnelllebigkeit in Person zu sein. Im Spital Wil wird er fehlen, wie ein Kollege sagt: „Immer, wenn ausstehende Arbeiten plötzlich erledigt waren, wusste man, Roland war hier.“ Von den Kolleginnen und Kollegen wird er, der stets gerne hilft, deshalb „Heinzelmännchen“ genannt.

„Mitarbeitende wie Roland Blöchlinger sind ein Gewinn für jeden Betrieb“, sagt Nadine Inauen, Leiterin Hauswirtschaft.  (BA)

Wil24