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Kanton SG
24.09.2020
25.09.2020 10:33 Uhr

"Spital Wil, überregional und kantonsübergreifend"

Die Wiler GLP-Stadtparlamentarierin Erika Häusermann hat beim Stadtrat eine Anfrage zur Zukunft des Spitals Wil eingereicht.

Mit der Übertragung der Spitalimmobilien an die Spitalverbunde 2017 haben die St. Galler Regierung und der Kantonsrat die vom Volk 2014 beschlossenen 800 Mio Franken für Spital-Neubauten und Renovationen in rückzahlbare und verzinsliche Darlehen umgewandelt. Die Spitäler müssten nun aus ihren Einnahmen diese Kosten selbst tragen, was kaum möglich sein wird.
Die Spitalregion Fürstenland-Toggenburg musste infolge des Neubaus des Spitals Wattwil bereits einen Notkredit beanspruchen. Selbst mit der geplanten Schliessung einiger Landspitäler lassen sich sinkende Einnahmen und steigende Defizite nicht aufhalten. Im Interview mit dem St. Galler Tagblatt vom 12. September bestätigte Regierungsrat Bruno Damann diesen Sachverhalt: „Die Spitalverbunde sind heute nicht mehr in der Lage, ihre Investitionen selbst zu finanzieren“.

Ich bitte den Stadtrat um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Das schon längst in die Jahre gekommene und renovationsbedürftige Spital Wil soll vorerst nicht geschlossen werden. Gemäss Regierungsrat Bruno Damann hat das Spital Wil nun fünf Jahre Zeit, jährlich 7000 Patienten Ein -und Austritte zu erreichen; das sei die notwendige Grösse, um ein Dreispartenspital zu führen. Was unternimmt der Stadtrat, um die Toggenburger Politiker davon zu überzeugen, dass der Erhalt des Spitals Wil auch für die Bevölkerung des Toggenburg unabdingbar ist?
2. Ist der Stadtrat darüber informiert, dass dem Spital Wil allfällige Investitionen des Kantons nur noch als Darlehen zur Verfügung gestellt würden und das Spital Wil die geschätzten 150 Mio Franken für Spitalbauten und Renovationen selbst tragen müsste?
3. Ist der Stadtrat auch der Meinung, dass das Spital Wil für die Stadt und die Region auch als Arbeitgeber von grosser Bedeutung ist? Was gedenkt der Stadtrat zu tun, um das Spital zu erhalten, auch wenn es ein kantonales Spital ist und für alle Entscheide der Kanton zuständig ist?
4. Die fünf Ostschweizer Kantone Appenzell AR/AI, Glarus, Graubünden und St.Gallen planen gemäss St. Galler Tagblatt vom 21.9.2020 eine gemeinsame stationäre Spitalversorgung. Bereits soll die externe Beratungsfirma Socialdesign AG aus Bern eingesetzt worden sein. Ist der Stadtrat bereit, sich dafür einzusetzen, dass auch der Kanton Thurgau in diese gemeinsame Planung miteinbezogen wird, damit für das Spital Wil eine überkantonale Lösung gefundenwerden kann?
5. Gemäss Aggloprogramm 4.Generation soll mit Wil West innerhalb der nächsten 20 Jahren ein Wirtschaftsraum mit einem Bevölkerungszuwachs von über 15 000 Menschen entstehen. Ist der Stadtrat bereit, sich gemeinsam mit der Regio Wil und den Thurgauer Gemeinden aktiv dafür einzusetzen, dass nicht nur eine verkehrs- und eine wirtschaftliche Entwicklung der Region, sondern auch eine nachhaltige überregionale, kantonsübergreifende stationäre Spitalversorgung sichergestellt und die Verantwortung dafür gemeinsam getragen wird?

23. September 2020

Erika Häusermann, GLP-Stadtparlamentarierin, Wil