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Kultur
04.11.2020
05.11.2020 20:13 Uhr

Wie das Internet der Wiler Muse Strahlkraft verleiht

Wiler Musikproduzent Fabio Musso (Künstlername: Fabbio)
Musik, Malerei und Literatur benötigen Publikum; dieses lässt sich dank Digitaltechnologie leichter erreichen.
„Wiler Kulturkolumne November 2020“ von Adrian Zeller.

Als der Wiler Musikproduzent Fabio Musso (Künstlername: Fabbio) diesen Sommer auf entsprechenden Plattformen seinen neuen Song «Green Light» publizierte, wurde dieser bis in die USA eifrig aufgerufen. https://lnk.site/greenlight

Die Wiler Autorin Bettina Scheiflinger ist eine Geschichtenerzählerin. Mit einem Smartphone kann man ihre Erzählungen am Wiler Stadtweier sowie in der Stadtbibliothek dank QR-Code geniessen.

Als die von Covid-19-Angesteckten im Oktober rasant anstiegen, wurde die schon länger geplante Ausscheidung  bandXost sowie OJK Jazz Jam Session im Gare de Lion kurzerhand per Livestream zugänglich gemacht.

Verborgene Kulturperlen

All diese Beispiele zeigen, wie der digitale Wandel auch der Kultur neue Möglichkeiten eröffnet. Eine Redensart besagt: <Die schönsten Blumen blühen im Verborgenen>. Dies trifft auch auf die Situation vieler Kulturschaffender zu: in ihren Ateliers entstehen faszinierende Bilder, in den Tanzstudios werden anspruchsvolle Choreografien einstudiert, in Schreibstuben notieren SlamPoeten bewegende Verse – doch leider weiss kaum jemand davon.    

Wer dagegen seine Kompositionen, seine literarischen Werke sowie seine Videoclips online zugänglich macht, erreicht auch Menschen, denen die Hemmschwelle für einen Besuch in einer Galerie, eine Literaturlesung  oder in einem Konzertlokal zu hoch ist. Am Smartphone, am Tablet und am Laptop erhalten sie dagegen unkompliziert Zugang zur ganzen Vielfalt der Kultur.

Aufmerksamkeit erreichen

Gleichzeitig werden Ausstellungsorganisatoren, Konzertveranstalter und Medienschaffende auf Künstlerinnen und Künstler aufmerksam, von denen sie ohne Internet kaum je erfahren hätten. Eine attraktiv gestaltete Homepage und ein sympathischer Auftritt in den sozialen Medien verschaffen breite Aufmerksamkeit.

Zudem: Der Zugang zu Installationen sowie zu zeitgenössischen Theaterinszenierungen und Werken der Literatur und der bildenden Kunst fällt leichter, wenn man als Besucher über Kenntnisse über die Hintergründe und  die Entstehungsgeschichte verfügt - das Internet kann auch zur Kunstvermittlung genutzt werden.

Kulturleben in herausfordernden Zeiten

So vielfältig die Kultur, eines ist bei beinahe allen Erzeugerinnen und Erzeuger identisch: sie müssen knapp kalkulieren. Grossanlegte Werbung für Konzerte, für Ausstellungen und für Aufführungen lässt das Budget oft nicht zu, das Massenmedium Internet ermöglicht es jedoch via Plattformen, Social Media und Online-Veranstaltungskalender ein breites Publikum auf bevorstehende Kulturereignisse aufmerksam zu machen.

Und zu guter Letzt: In Zeiten der Pandemie, in denen physische Zusammenkünfte auf ein Minimum beschränkt werden sollen, können Clips und Streams helfen, trotzdem am kulturellen Leben teilzuhaben und es aufrecht zu erhalten.

Adrian Zeller, Kolumnist Wil24