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Kultur
10.11.2020

IG Kultur Wil: fünf Jahre Engagement

Vor zwei Jahren schien das Ende der IG Kultur Wil besiegelt. Nach einer Phase der Neustrukturierung hat sie sich mittlerweile zu einer massgeblichen Stimme im Wiler Kulturleben etabliert.

Die Aufführungen des Musiktheaters Wil, des Classic Open Airs, des Festival Rock am Weier, der bühne70, die Konzerte im Gare de Lion, die Bühnenproduktionen in der Tonhalle sowie das Adventssingen auf dem Hofplatz sind - ausserhalb der Covid-19-Pandemie – Publikumsmagnete, ebenso der Silvesterlaternen-Umzug.

Sie alle basieren auf dem identischen  Erfolgsrezept: ehrenamtlicher Einsatz und viel Leidenschaft; wenige Profis in der Regie und in der Veranstaltungstechnik, die weiteren Aufgaben übernehmen engagierte Laien. Sie wirken nicht aus finanziellen Interessen mit, sondern aus Begeisterung für das Projekt. Trotz den ehrenamtlichen Akteuren wirken die Tonabmischung, die Lichtführung, das Catering und alle weiteren Bereiche nicht wie das Werk von unerfahrenen Amateuren.

Kultur fördert für das Sozialleben

Für eine Stadt von mittlerer Grösse ist das Kulturleben in Wil erstaunlich vielfältig, und dies schon seit Jahrhunderten. Die Wiler Chroniken berichten ab dem Ende des Mittelalters um 1500 von Dramen und von Komödien, deren Aufführungen viel Publikum auch von ausserhalb anlockten. Daran hat sich kaum etwas verändert.

Kulturprojekte sind wichtig für den gesellschaftlichen Kitt. In Chören, in Theatergruppen, bei den Stadttambouren, im Chällertheater, in der Kulturwerkstatt, in der Guggenmusig und vielen weiteren Organisationen plaudern die Lehrerin, die Coiffeuse, die Bankerin, der Student, der Apotheker und der Buchdrucker beim Umtrunk miteinander.

Infrastruktur muss stimmen

Begeisterte Mitwirkende auf und hinter der Bühne ist das eine, wichtig ist aber auch die erforderliche Infrastruktur, wie Ausstellungsflächen, Proberäume, Lager für Kulissen, Präsenz in den Medien, unkomplizierte Bewilligungsverfahren und weiteres mehr. Sie sind die Basis für kulturelle Leistungen auf hohem Niveau und den Erhalt der Motivation der Mitwirkenden.  

Seit fünf Jahren setzt sich die IG Kultur Wil dafür ein, dass die zahlreichen Angehörige von Kulturvereinen ihren Beitrag an das vielfältige kulturelle Leben in Wil leisten können und von der Politik und der Verwaltung mit ihren Anliegen gehört werden. «Wir geben den Wiler Kulturschaffenden eine Stimme», lautet das Motto der Dachorganisation der Kulturschaffenden und –interessierten.

Sie achtet mit wachem Auge darauf, dass bei allfälligen Sparrunden nicht zuallererst bei der Kulturförderung das Budget gekürzt wird. Sie sucht im Weiteren die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie der städtischen Kulturkommission, ThurKultur sowie IG Kultur Ost.     

Breit abgestützte Leitung  

Der Vorstand der IG Kultur ist breit aufgestellt, in ihm sind Eventveranstalter, KMU sowie Stadtparlamentarier vertreten. Sie wird von Sebastian Koller als Präsident, Erwin Böhi als Vizepräsident, Mirco Calabrese und Jürgen Knopp als Vorstandsmitglieder sowie Luc Kauf als Kassier geleitet. Ihr gehören mittlerweile 25 Kulturvereine, 16 Firmen und Organisationen sowie 54 natürliche Personen an.

Die IG hat zudem eine Arbeitsgruppe von Angehörigen aller Fraktionen des Stadtparlaments ins Leben gerufen, die sich wie eine vorberatende Kommission den spezifisch den verschiedenen Themen des Wiler Kulturleben annimmt. Durch ihren Einsatz ist es etwa gelungen, der Vorlage zur Umnutzung der Liegenschaft «Turm» in ein Begegnungs-, Kultur- und Musikschulzentrum im Stadtparlament zum Erfolg zu verhelfen.

Adrian Zeller