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Kultur
10.11.2020
11.11.2020 15:24 Uhr

Kunsthalle Wil: Austellung von Rebecca Kunz

Die Ausstellung «Opelia’s leaving» von Rebecca Kunz läuft vom 7. November bis 20. Dezember 2020 in der Kunsthalle Wil. Die Ausstellung wurde ohne Feierlichkeiten und ohne Anwesenheit der Künstlerinnen eröffnet. Die Finissage ist am Sonntag, 20. Dezember 2020, 16.00 Uhr vorgesehen.

Wer bist du Herr X und warum ist deine Stimme oft so laut?

Als Kunstvermittlerin und Leiterin einer Kunstinstitution versucht man den Zugang zur Kunst niederschwellig, angenehm und nachhaltig zu gestalten. In der Erwartung, dass möglichst viele verschiedene Menschen den Weg in die Kunsthalle und somit zur Kunst finden. Kunstinstitutionen bieten spannende Programme an, um Besucher an die Kunst heranzuführen und in Interaktion zu treten.

Die Berner Künstlerin Rebecca Kunz (*1986) schlägt in ihrer Ausstellung «Ophelia’s leaving» den entgegengesetzten Weg ein. Sie werden nicht an die Kunst herangeführt, sondern befinden sich unaufgefordert mittendrin. Sie sind Teil des Werks. Nun stellt sich unweigerlich die Frage, was ist Kunst und was nicht!? Was ist Teil der Inszenierung? Was ist Real und was Fiktion? Und wie halte ich es aus, keine Auflösung auf die Fragen zu bekommen? Keine Erklärung was meine Rolle als Besucher ist? Was die Rolle des Gegenübers ist? Vielleicht meldet sich die eigene innere Stimme, die sagt was zu tun ist. Die innere Stimme, die wir alle nur zu gut kennen, die uns manchmal guter Ratgeber ist und manchmal im Weg steht.

Rebecca Kunz führt uns in eine Situation in der vermeintlich klares uns plötzlich verunsichert. Sie schafft dies durch subtile, präzise Raumeingriffe. Vorhandenes und Gewohntes wird von der Künstlerin neu inszeniert. Sie denkt den Raum nicht nur als architektonisches Gefäss sondern bezieht Existenz, in allen Formen, in ihre Inszenierung mit ein. Sie ist Gestalterin des Raums und Regisseurin zugleich, überlässt es jedoch uns Besuchern die eigene Rolle zu definieren. Sie liefert den Plot, wir Besucher machen uns die Geschichte. Das Narrativ entsteht durch das was wir sehen und nicht sehen – hören und nicht hören.

Rebecca Kunz wurde in diesem Jahr für den Swiss Artist Award nominiert. Sie arbeitet vermehrt in Kollaborationen. Sie schätzt den Austausch und entwickelt Dinge gerne gemeinsam. Sie sagt, «Alleine ist alles ein bisschen ernster». Für die Ausstellung «Ophelia’s leaving» hat sie sich mit der Basler Künstlerin Paula Henrike Herrmann (*1993) zusammengeschlossen. Die beiden haben zusammen an der HGK Basel studiert und im 2018 den Master in Fine Arts abgeschlossen. Paula Henrike Herrmann arbeitet am Schauspielhaus Zürich. Sie kennt die Region und die Stadt Wil aus ihrer Praktikumszeit in den Living Ateliers. Für «Opelia’s leaving» hat sie das Audioessay geschrieben und gesprochen.

 

Kunsthalle Wil/sr