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Wirtschaft
08.01.2021
27.04.2021 20:45 Uhr

Aktienbörse: kein Schaden trotz USA-Tumulten

Christopher Chandiramani: «Die Aktienbörsen haben nach dem starken Jahresendspurt überraschend nochmals zugelegt, trotz allem.» Bild: Linth24
Am Dreikönigstag schockierte der Angriff aufs Kapitol (Parlamentsgebäude) in Washington. Corona: Behörden wollen Teil-Lockdowns verlängern. Nach dem Jahresendspurt legten die Börsen erneut zu.

Krawalle in Washington

Noch nie war ein Präsidentenwechsel in den USA so konfliktbeladen. Zwar gewannen im Bundesstaats Georgia die Demokraten zusätzliche Senatssitze, was dem neuen Präsident Joe Biden das Regieren erleichtert. Aber am 6. Januar stürmten republikanische Extremisten das Kapitol der US-Hauptstadt Washington. Es gab bei diesen Tumulten sogar Tote und Verletzte.

Soziale Medien (Facebook, Twitter) schalteten Trump zeitweise stumm. Als er jedoch am Freitag eine geordnete Amtsübergabe am 20. Januar versprochen wurde, beruhigte sich die Situation.

Verlängerte Teil-Lockdowns und Börsenanstieg

Der Schweizer Regierung und Nachbarländer (Deutschland und Frankreich) sind nicht zufrieden mit der Entwicklung der Corona-Fallzahlen, haben bereits wieder eine Verlängerung der Teil-Lockdowns für mehrere Wochen angekündigt.

Trotz allem stiegen weltweit die Aktienbörsen nochmals, US-Dollar, Öl und Gold bleiben stark. Die Kryptowährung «Bitcoin» erreichte sogar neue Rekorde, zeitweise bis zu 41'000 USD, was einer Verdoppelung seit den Feiertagen entspricht. 

Unternehmensnachrichten

Die Schweizerische Nationalbank erwartet für 2020 einen Reingewinn von CHF 21 Mrd., die Ausschüttung an Bund und Kantone soll 4 Mrd. betragen.

Die Credit Suisse tätigt eine Rückstellung in der Höhe von CHF 850 Mio. zur Deckung von Altlasten aus der Finanzkrise 2008.

Stadler Rail baut neue Züge für die Tessiner Centovallibahn. Das Volumen beläuft sich auf CHF 94 Mio. Die neuen Züge sollen ab 2023 verkehren.

LafargeHolcim steigt mit dem Kauf von Firestone Building Products in den Mark mit Flachdächern ein, übernimmt Firestone BP für USD 3.4 Mrd. vom Bridgestone-Konzern.

Der Bauzulieferer Arbonia verkauft die Fenstersparte (Egokiefer u.a.) und somit von rund einem Viertel des Umsatzes. Käuferin ist die dänische Dovista-Gruppe.

Die Titlis Bergbahnen wurden vom Corona-Lockdown massiv getroffen. Der Umsatz brach um 50 Prozent ein, der Betriebsgewinn (EBITDA) um 83 Prozent. Der Verlust beträgt knapp CHF 20 Mio. Mit einer Rückkehr ausländischer Gäste wird erst wieder im zweiten Halbjahr 2021 gerechnet.

Weitere Firmenzahlen folgen ab etwa Ende Januar. Die ersten Generalversammlungen finden im März statt (Basler Pharma).

Aussichten – die Wirtschaft nach der «Ära Trump»

Wirtschaftszyklen dauern zumeist länger als Amtsperioden, vor allem in den USA, so dass die Fehler oder Erfolge der früheren Präsidenten erst später zum Vorschein kommen.

Nach der Finanzkrise 2008 hatte insbesondere Obama aufgeräumt. Trump hat mit Steuersenkungen die Wirtschaft nochmals angekurbelt bis zur Corona-Krise. Kriege hat er keine geführt, Konflikte beendet. Das ist sein Verdienst. Jedoch der Handelskonflikt mit China war umstritten, hat zwar die Macht der Chinesen eingeschränkt, aber auch der gesamten Weltwirtschaft geschadet.

Joe Biden soll nun die Rückkehr zu einer «anständigen Kommunikationskultur, mehr Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Wahrheit» einleiten. Biden muss die Bekämpfung der Corona-Pandemie weiterführen. Das ist ein weltweites Problem.

Die Weltbank gibt sich optimistisch, erwartet ein Wachstum der gesamten Weltwirtschaft im laufenden Jahr von vier Prozent (Schweiz 3-3.5 Prozent), rechnet somit überall mit einer allmählichen Rückkehr zur Normalität.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Wil24