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Kultur
25.01.2021

Drei alte Bräuche werden heute noch hochgehalten

Drei Bräuche mit einer eigenen Vorgeschichte (v.l.n.r.): Agathabrot, Blasiussegen und Maria Lichtmess.
Maria Lichtmess, Blasiussegen und Agathabrot stellen seit langer Zeit einen festen Bestandteil des Jahreskalenders dar, sogar bis heute.
Zwei Impressionen von der Lichtmess-Feier 2020 in der Pfarrkirche St.Magnus in Rieden. Bild: ZVG / Seelsorgeeinheit Obersee

Maria Lichtmess

Jedes Jahr feiert die Katholische Kirche am 2. Februar das Fest von Maria Lichtmess. Der Festtag schliesst die Weihnachtszeit. Es war früher üblich, erst an Lichtmess Krippe und Weihnachtsbaum aus der Stube zu entfernen. In der Kirche werden Kerzen geweiht für ihren eigenen Jahresverbrauch. Die Gläubigen können ihre eigenen Kerzen zur Segnung bringen.

Die gesegneten Kerzen sollen Unheil und Schaden abwenden.

Der Blasiussegen wird mit zwei gesegneten Kerzen in Form eines Andreaskreuzes erteilt. Bild: ZVG / www.pfarrei-cham.ch

Blasiussegen

Als geweihter Bischof Blasius in Kleinasien weilte er oft in einer Waldhöhle, sprach mit den Tieren, pflegte sie und erteilte ihnen den Segen. Das passte den Gläubigen nicht. Dafür wurde er an einem 3. Februar ins Gefängnis gesteckt. Auf dem Weg dorthin bewahrte er einen Jungen vor dem Erstickungstod, denn in dessen Rachen hatte sich eine Fischgräte festgefangen.

Noch heute wird in der Kirche am 3. Februar der Blasiussegen gespendet. Mit zwei gesegneten Kerzen in Form des Andreaskreuzes hält der Priester sie vors Gesicht und Hals der Gläubigen. Dabei spricht er: «Blasius wird dich vor Halserkrankungen bewahren». Leider wird dem Brauch nur noch wenig nachgelebt.

Das Agathabrot ist ein besonderes, vom Pfarrer gesegnetes Brot. Bild: ZVG / kath.ch

Agathabrot

Das Brauchtum, das Agatha-Brot am 5. Februar zu segnen, hat bis heute überlebt.

Schön soll die junge Agatha gewesen sein, klug, redegewandt und mutig, und wohnte in Catania auf Sizilien. Da sie sich dem Stadthalter nicht hingab, wurde sie auf glühender Kohle verbrannt. Noch bevor das Todesjahr vorüber war, brach der Ätna aus. Die Bewohner rissen das Todestuch vom Grab der Agatha und eilten damit dem Lavastrom entgegen. Plötzlich stoppte der Lavafluss und bewahrte die Einwohner Catanias vor dem Untergang.

Das Agatha-Brot wird bis heute in den frühen Morgenstunden in der Ortsbäckerei vom Priester gesegnet. Gläubige gehen ganz sorgfältig mit diesem Spezialbrot um und dieses wird nicht gegessen. Es soll vor Feuer, Fieber und Heimweh schützen.

Nicht Legende, sondern reine Wahrheit besagt, dass bei einem Hausbrand die Feuerwehr Agatha-Brot ins Feuer warf. Kurze Zeit später hat sich der Brand selber gelöscht.

Seit daher gehört es zur Tradition, dass die Feuerwehrleute an diesem Tag eine Messe in der Kirche besuchen (wird heute noch in Kaltbrunn durchgeführt). Somit gilt Agatha als Schutzpatronin der Feuerwehr in aller Welt.

Werner Hofstetter, freier Mitarbeiter Wil24