Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt Wil SG
22.02.2021
22.02.2021 12:39 Uhr

Es tut sich etwas in der Wiler Kulturpolitik

Bild: pd
Infolge der Corona-Pandemie steht das kulturelle Leben seit geraumer Zeit weitgehend still. Derweil werden auf politischer Ebene wichtige Weichen für die künftige Entwicklung des Wiler Kulturwesens gestellt. Das Raum- und Betriebskonzept für den «Turm» nimmt Formen an und die IG Kultur Wil verfügt neu über eine Vertretung in der städtischen Kulturkommission.

Als lokale Dachorganisation der Kulturvereine, Kulturschaffenden und Kulturinteressierten setzt sich die IG Kultur Wil seit ihrer Gründung für eine öffentliche Nutzung der Liegenschaft «Turm» ein. Im März 2020 hat das Stadtparlament eine von der IG initiierte Motion gutgeheissen. Damit wurde der Stadtrat beauftragt, im leerstehenden Gebäudekomplex an der Tonhallestrasse ein Begegnungs-, Kultur- und Musikschulzentrum mit ergänzenden Nutzungen zu planen.

Für die Erarbeitung des Raum- und Betriebskonzepts führte die Stadt Wil im zweiten Halbjahr 2020 mit Unterstützung spezialisierter Planungsbüros ein partizipatives Verfahren durch. An drei Workshops diskutierten rund 28 Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Quartier, Politik und Gewerbe, welche Nutzungen im «Turm» Platz finden sollen. Das Ergebnis der Workshop-Serie wird nun in einem Bericht zusammengefasst, welcher bis Ende März 2021 vorliegen soll. Der Stadtrat wird anschliessend einen Vorschlag für das weitere Vorgehen präsentieren und einen Antrag zuhanden des Stadtparlaments verabschieden.

Die IG Kultur Wil zieht eine positive Zwischenbilanz des bisherigen Planungsprozesses, obschon dieser durch die Corona-Pandemie leicht verzögert wurde. «Es herrscht Aufbruchsstimmung», berichten Erwin Böhi und Sebastian Koller, die als Vertreter der IG an den Workshops teilgenommen haben. Alle Beteiligten seien sich einig, dass eine öffentliche Nutzung des «Turms» eine grosse Chance für die gesellschaftliche, kulturelle und räumliche Entwicklung der Stadt darstelle. Die in der Motion skizzierte Kombination von Nutzungen habe sich als konsensfähig erwiesen.

Die Arbeitsgruppe Kulturpolitik, welche die Motion «Turm» ausgearbeitet hatte und in der alle Fraktionen des Stadtparlaments vertreten sind, wird ihre Tätigkeit in der neuen Legislatur fortsetzen. Für die IG Kultur Wil stellt die Arbeitsgruppe eine wichtige Plattform dar, um Anliegen der Kulturvereine und Kulturschaffenden in die Legislative einzubringen. Sie soll nicht nur die Umsetzung der Motion «Turm» aufmerksam verfolgen, sondern sich auch mit weiteren kulturpolitisch bedeutsamen Projekten befassen, namentlich mit der Sanierung des «Gare de Lion» und dem Projekt «Hofbezirk».

Seit Januar 2021 verfügt die IG Kultur Wil über eine weitere direkte Verbindung zu den Behörden: Der Stadtrat hat Adrian Zeller als Vertreter der IG in die städtische Kulturkommission gewählt. Zeller ist freier Journalist und unterstützt den Vorstand der IG seit 2018 im Bereich Medien und Kommunikation. «Wir haben uns aktiv um einen Sitz in der Kommission bemüht und freuen uns, dass der Stadtrat unser Gesuch positiv beantwortet hat», sagt IG-Präsident Sebastian Koller. Vizepräsident Erwin Böhi ergänzt: «Adrian Zeller ist für uns die Idealbesetzung in dieser Funktion. Er ist in der Wiler Kulturszene bestens vernetzt und ein profunder Kenner der Stadtgeschichte.» Die Vertretung in der Kulturkommission ermögliche der IG einen institutionalisierten Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit der Fachstelle Kultur und dem Stadtrat.

Bild: Adrian Zeller
pd