Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Kultur
25.05.2021
25.05.2021 11:00 Uhr

Ehemalige Speisewirtschaft "Turnhalle" (Wiler Orte 1)

Bild: aze.
Im Rahmen der Wil24-Sommerserie 2021 stellen wir besondere Orte in Wil vor; heute ein erster Beitrag mit Hintergründen zur ehemaligen Speisewirtschaft "Turnhalle".

In der 1903 erbauten Liegenschaft kehrten ab 1907 Gäste in die Speisewirtschaft «Turnhalle» ein. Davon berichtet Willi Olbrich, der die Wiler Gastronomiegeschichte in einem Buch nachgezeichnet hat. Ihren Namen erhielt sie durch die auf der gegenüberliegenden Strassenseite stehende Bleicheturnhalle.

Die Hoffnung auf Turner, die ihren Durst löschen wollten erfüllte sich nicht wie erhofft; 1923 wurde die Gaststätte aufgehoben. Später gingen im Gebäude Bodenbeläge und Teppiche über den Ladentisch. Kunden eines Fotofachgeschäftes suchten es ebenfalls auf. Mittlerweile werden in ihm Patienten von Ärzten und Zahnärzten versorgt.

Wiler Leinwandgewerbe
Die Bleicheturnhalle ihrerseits war ein um 1907 errichteter eingeschossiger langgezogener Backsteinbau. Dieser musste schliesslich Parkplätzen weichen.

Die Bezeichnung <Bleiche> erinnert an das ehemalige Wiler Leinwandgewerbe. Dessen Produkte wurden auf der früheren Wiese zum Bleichen ausgelegt. Weisses Leinengewebe war ein geschätztes Handelsprodukt, das unter anderem nach Frankreich exportiert wurde.

Seine Herkunft wurde mit einem amtlichen Wiler Bär-Stempel bestätigt. Allerdings kam es immer wieder zu Qualitätsmängeln und zu unvorteilhaften Handelsabschlüssen, deshalb gab man in Wil die Leinwandproduktion schliesslich auf.

Adrian Zeller, Journalist