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Immo & Bau
26.05.2021
26.05.2021 07:57 Uhr

Landgasthof Adler erweitert seinen Betrieb

Marcel und Rosemarie Mettler vor der Baustelle, mit dem Landgasthof Adler im Hintergrund. Bild: Ernst Inauen
Im Sommer 1981 wurde im Dorfzentrum von Zuckenriet der neu erbaute Landgasthof Adler eröffnet. Er wurde sehr bald zu einem Anziehungspunkt für Gäste aus der Region. Seit 1997 führt die Familie Marcel und Rosemarie Mettler mit grossem Erfolg den renommierten Gastronomiebetrieb. Nun beabsichtigt die Adler Zuckenriet AG mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses auf dem grossen Parkplatz die Kapazität der Liegenschaft besser auszunutzen.

Ernst Inauen

Die Corona-Pandemie zeigt auch beim renommierten Landgasthof Adler in Zuckenriet bedeutende Auswirkungen. Seit vielen Monaten musste der Betrieb eingestellt werden. Neben dem Totalausfall der Gastronomie gibt es jedoch auch einen positiven Aspekt. Die Besitzerfamilie Marcel und Romy Mettler plant einen Neubau eines zweigeschossigen Wohnhauses mit zusätzlichem Attikageschoss auf dem grossen Parkplatz. Nach längerer Planungs- und Wartezeit erhielt die Adler Zuckenriet AG für dieses Bauvorhaben die Baubewilligung. Weil der normalerweise stark frequentierte Parkplatz aktuell wegen ausfallender Kundschaft nicht benutzt wird, kann nun der Baubeginn ohne grosse Einschränkungen stattfinden. Am 3. Mai fuhren die ersten Baumaschinen der Zuckenrieter Firma Schlauri + Holenstein AG auf, um die notwendigen Vorbereitungen für die Tiefbauarbeiten in Angriff zu nehmen. Am 10. Mai wurde bereits der Baukran aufgestellt.

Der Landgasthof Adler kurz vor dem Baubeginn. (Wegen den Coronamassnahmen ist der Landgasthof seit mehr als einem Jahr geschlossen). Bild: Ernst Inauen
Visualisierung der Gesamtanlage im Endzustand. Bild: Ernst Inauen
  • Auch der Baukran ist bereits aufgestellt. Bild: Ernst Inauen
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  • Die ersten Baumaschinen der einheimischen Firma Schlauri & Holenstein AG sind aufgefahren. Bild: Ernst Inauen
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Wirtepaar mit grosser Erfahrung

Vor 24 Jahren konnten Marcel und Rosemarie Mettler zusammen mit den Eltern von Marcel, welche im Kanton Zug ebenfalls einen Gasthof besitzen, den Landgasthof Adler käuflich erwerben. Am 1. Mai 1997 bezogen die neuen Wirtsleute die Liegenschaft und erfüllten sich damit den angestrebten Schritt in die Selbständigkeit in einem eigenen Gasthof. Nach drei gemeinsamen Jahren mit den Senior Mettlers konnte der Landgasthof Adler komplett an die jungen Wirtsleute überschrieben werden. Sowohl der gelernte Koch und Gastronom wie auch seine Gattin als gelernte Hotelfachassistentin, die in diversen 5* Hotels als Gouvernante fungierte, brachten grosse Erfahrung als mehrjährige Pächter eines Quartierhotels in St.Gallen mit. Mit ihrem in St.Gallen vor 27 Jahren selbst entwickelten Konzept „Maison Cordon bleu“, das mittlerweile viele Nachahmer gefunden hat, bekamen sie über die Region hinaus einen guten Ruf. „Wir wollen unser Haus für alle sozialen Schichten attraktiv machen und unserer Kundschaft kulinarische Leckerbissen zu vernünftigen Preisen anbieten“, begründete Marcel Mettler bei der Eröffnung Ihre Konzept-Idee. So konnten sie auch die einheimische Bevölkerung sowie die Vereine zur Einkehr bewegen. Zu ihrer Kundschaft gehören dank dem gastronomischen Angebot und den 80 Parkplätzen aber auch sehr viele Gäste aus anderen Kantonen.

Lagebesprechung von Bauherr Marcel Mettler mit Archtitekt Stefan Schlauri am Adler-Stammtisch. Bild: Ernst Inauen

Angebot mit Service-Optionen für Langzeitmieter

Die Bauherrschaft übergab die Bauplanung an die Zuckenrieter Firma Schlauri & Holenstein AG und verpflichtete sie auch als Generalunternehmen. Gemäss Architekt Stefan Schlauri entstehen im neuen Wohngebäude drei 4 ½ - und fünf 2 ½ - Zimmerwohnungen sowie zwei 1 ½ - Zimmer-Studios und eine Attikawohnung, welche Mettlers, die aktuell im benachbarten Obstgarten-Quartier wohnen, als zukünftigen Wohnsitz vorsehen. Die Bauherrschaft plant, falls Bedarf besteht, ein Studio als Kinderhort mit professioneller Betreuung einzurichten. Die elf Einheiten umfassen geräumige Wohnflächen und auf der Westseite grosszügige, gedeckte Balkone. Architekt Stefan Schlauri rechnet mit einer Bauzeit von etwa sechzehn Monaten, sodass die Wohnungen gegen Ende September 2022 bezugsbereit sind.
Die Familie Mettler möchte die Wohnungen an Langzeitmieter anbieten, welche nach freiem Bedarf die Möglichkeit für einen Hotelservice nutzen können. Dieses fakultative Angebot umfasst zum Beispiel das Essen, die Raumpflege, einen Wäscheservice oder andere Dienstleistungen.

Zukunft mit Sicht auf die Nachfolgeregelung

Im Hinblick auf die persönliche Altersvorsorge und die Generationenablösung können Marcel und Rosemarie Mettler beruhigt an den Rückzug in absehbarerem Zeitraum denken. Sohn Pascal ist gelernter Koch mit beruflich bezogenen Weiterbildungen und hat dieses Jahr mit Bravour die Wirteprüfung bestanden. Auch Tochter Janine kann auf eine Lehre im Gastgewerbe als Restaurationsfachfrau zurückblicken, Sie ist derzeit ebenfalls in Ausbildung zur Gastwirtin. Der erstgeborene Roger absolviert nach der gymnasialen Maturität ein Architekturstudium an der Fachhochschule OST in St.Gallen.

Öffnung der Restaurants erwartet

Marcel Mettler konnte bezüglich der Parkplatzfrage während der Bauzeit eine befriedigende Lösung finden: „Wenn der Bund die Öffnung der Restaurants wieder zulässt, dürfen wir am Abend und am Wochenende die Parkplätze beim Kapell- und Schulhausvorplatz, bei der Firma Schlauri und bei der Bäckerei Näf benutzen, wofür wir sehr dankbar sind. Auch nach der Eröffnung des Wohngebäudes stehen noch immer rund 60 Parkplätze zur Verfügung, da für die Mieter des Neubaus in der Tiefgarage dreizehn Plätze vorgesehen sind. Die Zu- und Ausfahrten für die Parkplätze verbleiben an den bisherigen Positionen.

Die gegenwärtigen Massnahmen mit der Schliessung aller Restaurants seien für das Gastgewerbe seit 1920 einmalig und würden wohl manche Betriebe in den Ruin treiben, ist der initiative Gastronom überzeugt. Der Adler beschäftigt derzeit 27 Mitarbeitende, die seit vielen Monaten in Kurzarbeit verharren. In den vergangenen 24 Jahren wurden auch zahlreiche Lernende ausgebildet. Bekannt ist der Adler Zuckenriet auch weit über die Landesgrenze hinaus als Herberge für die rechtschaffenen, fremden Schieferdecker- und Zimmerer-Gesellen auf der Walz. Ihnen bieten die "Herbergseltern zu St.Gallen", Rosemarie und Marcel, Unterkunft im Untergeschoss des Landgasthofs an.

Bekannt ist der Adler auch als Herberge für Dachdecker und Zimmerleute auf der Walz. / Das Wirtepaar Rosemarie und Marcel Mettler im heimeligen Adlerstübli. Bild: Ernst Inauen

Weitere Informationen:

adlerzuckenriet.ch

schlauri-holenstein.ch

Ernst Inauen