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Kultur
04.06.2021
08.06.2021 07:15 Uhr

Sommergaststätte "Zum Alpenblick" (Wiler Orte 3)

"Alpenblick" auf dem Wiler Hofberg. Bild: zVg.
Im Rahmen der Wil24-Sommerserie 2021 stellen wir besondere Orte in Wil vor; heute ein dritter Beitrag mit Hintergründen zur ehemaligen Sommerwirtschaft "Zum Alpenblick".

Auf dem Hofberg ging es früher in der warmen Jahreszeit in der Wirtschaft "Zum Alpenblick" gesellig zu und her. Die Stadtmusik Wil, die Musikgesellschaft Kirchberg sowie weitere Formationen gaben dort ihre Konzerte, wie Willi Olbrich in seiner publizierten Wiler Gastronomiegeschichte schreibt; der Freizeit-Geschichtsforscher verstarb 2012. Der "Alpenblick" war eine Saisongaststätte, die nur zur Sommerzeit geöffnet war. Davon gab es Wil einige.

Verhinderte Bauzone

Um 1904 wurde die Holzhalle "Zum Alpenblick" abgebrochen und durch ein stattliches Gebäude ersetzt. Dort wirkte die Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin Hanni Pestalozzi. Sie gab jungen Landfrauen in Kursen und in Vorträgen ihr Wissen über ausgewogene Ernährung, Selbstversorgung, Vorratshaltung, Gartenbau und andere Themen im landwirtschaftlichen Haushalt weiter.

Sie beherbergte in ihrem Haus auch Ferienkinder. Hanni Pestalozzi war Eigentümerin einer grösseren Landfläche auf dem Hofberg. Bei ihrem Tod 1996 verfügte sie, dass sie während 99 Jahren nicht zur Bauzone werden darf.  

Eine saisonal geführte Gaststätte existierte zweitweise auch auf dem Ölberg. Sie warb mit dem Slogan "Prachtvolle Aussicht". Ursprünglich hatte der Tuchhändler Josef Marin Morel dort seinen Rebberg mit Sommerhaus, das um 1800 errichtet wurde. Die spätere Gastwirtschaft war jeweils von Ende März bis Ende Oktober geöffnet. Der darauf folgende Massivbau war ein beliebtes Ausflugsrestaurant. An seiner Stelle stehen heute Wohnhäuser.

Freundliche Bedienung zugesichert

Auch die "Langegg" war ehemals eine Gaststätte auf dem Hofberg. Am 10. April 1895 nahm sie gemäss Willi Olbrich ihren Betrieb auf. Wirt Joseph Wick empfahl sein Lokal in einem Inserat mit der Zusicherung: "Es wird mein eifriges Bestreben sein, durch reele Weines gutes Bier und freundliche Bedienung das Wohlwollen meiner werthen Gäste zu erhalten suchen." Die Liegenschaft besteht noch immer als stattlicher Bauernhof. Das Restaurant wurde 1977 aufgegeben.

Adrian Zeller, Journalist