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Kultur
06.07.2021

Sommer-Kulturevents in der Komturei Tobel

Bild: Flyer Nur Kultur
Unter dem Obertitel «Nur Kultur» findet in der Komturei Tobel vom 2.- 8.August eine Kulturwoche unter freiem Himmel statt. Ein vielfältiges Programm mit gemeinsamem Singen, Comedy, Kabarett und einer Zauberschau erwartet das Publikum in einem geschichtsträchtigen Ambiente. Die Komturei diente ursprünglich als Niederlassung des legendären Johanniterordens, später wurde sie als Zuchthaus genutzt.

Vor rund vierzig Jahren unterbrach die Komturei Tobel ihren Dornröschenschlaf. Kein Prinz, sondern eine Filmcrew holte sie vorübergehend aus der Lethargie. Der Schweizer Regisseur Markus Imhoof (More than Honey) drehte im stillgelegten Gefängnis einzelne Szenen zu seinem Oscar nominierten Drama <Das Boot ist voll>. Es thematisiert den Umgang der Schweiz mit Flüchtlingen aus Nazi-Deutschland.

Grosser Gutsbetrieb

Sieben Jahre zuvor hatten die letzten verurteilten Strafgefangenen den düsteren Gebäudekomplex verlassen. Das Zucht- und Arbeitshaus hatte von 1811 bis 1973 bestanden. Nach seiner Stilllegung wurde ein Teil des Gefängnistraktes zurückgebaut.

Abbruch und Aufbau ist ein Thema, das die bewegte der Geschichte der 4,5 Hektaren grosse Anlage durchzieht. In ihr stehen insgesamt zwölf Gebäude in unterschiedlichem Zustand. Auch Wald, Gewässer und Wiesen gehören zu ihr.

1683 soll das damals bestehende Ritterhaus während eines ausgelassenen Festes eingestürzt sein.

Historische Symbole

1706 wurde die Kirche abgebrochen und an einem Standort in der Nähe wieder aufgebaut. Sie steckt voller Zeichen und Symbole. Ein Autor historischer Thriller à la Dan Brown fände dort einige Inspirationen. Rund vierzig Jahre später wurde der Komturei-Komplex erheblich umgebaut.       

Gescheitertes Museumprojekt

Ursprünglich war die Komturei eine Niederlassung des Johanniterordens. Sie bestand von 1228 bis 1809. Danach war der Kanton Thurgau Eigentümer. Nach der Auflösung des Gefängnisses sollte ein Museum für Dorf- und Bauernkultur eingerichtet werden. Diesem Vorhaben wurde viel politischer Wiederstand entgegengebracht, sodass der Plan begraben werden musste. Mittlerweile versucht eine 2006 gegründete Stiftung die teils baufällige Anlage in eine lebendige Zukunft zu überführen.

Bild: pd

Inspiriert vom Pilgerweg

Sozusagen als Botschafter der neuen Phase dient das Johanniter Komturei Bier. Es lehnt sich an die Tradition der Jakobsweg-Pilger an. Bei ihnen war Bier als nahrhaftes Getränk beliebt. Deshalb trägt das Komturei Bier eine Jakobsmuschel auf der Etikette, die als Symbol für den Pilgerweg steht.

Seine Ursprünge hat das Bier bei zwei Unternehmern aus Tobel, die es 2006 in der Komturei eher als Liebhaberei, denn als Geschäft begründeten. Das Bier wurde in Zusammenarbeit mit der Brauerei Locher in Appenzell weiterentwickelt, dort wird es mittlerweile auch gebraut.

Bild: pd

Weiter Informationen finden Sie unter:

https://www.nurkultur.ch/

pd