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Kultur
14.07.2021

«Bahnhof» (Wiler Orte 10)

Bahnhof Wil 1920 Bild: wilnet
Im Rahmen der Wil24-Sommerserie 2021 stellen wir besondere Orte in Wil vor; heute ein zehnter Beitrag mit Hintergründen zum «Bahnhof»

Das Jahr 1856 bedeutete ein Meilenstein in der Wiler Stadtentwicklung: die Bahnlinie Winterthur-Wil nahm ihren Betrieb auf. In den Folgejahren wurde das Streckennetz erweitert: Wil-Flawil, Wil-Ebnat-Kappel, Wil-Frauenfeld sowie Wil-Konstanz. Die Äbtestadt entwickelte sich nach und nach zum wichtigen Knotenpunkt für den ÖV.  

Ansiedlung von Industrie

In der Region um den Bahnhof siedelten sich die Textilindustrie und deren Personal an. In der Aufbruchstimmung  gegen Ende des 19.Jahrhunderts wurde 1889 zudem auch die Aktienbrauerei Wil (an der Stelle der heutigen Migros) gegründet. In der Werbung rückte sie stolz den Gleisanschluss in den Vordergrund.  

Vielfältiges Angebot

Auch die Gastronomie profierte von der Entwicklung, eine ganze Reihe von Gaststätten entstanden links und rechts der Bahngeleise. Der damalige Gemeinderat stimmte beispielsweise 1876 einem Gesuch zur Eröffnung einer Tavernenwirtschaft «Zum Bahnhof» zu.

An seiner Stelle wurde schliesslich 1959 das «Hotel Derby» errichtet. Es vermittelte damals einen Hauch von Weltläufigkeit: An der Fassade waren Flaggen zahlreicher Nationen aufgereiht. Der mehrgeschossige Bau umfasste Gästezimmer, eine Snack Bar, ein Stadtrestaurant, ein Tea Room, ein Restaurant francais im 6. Stock mit Bar und Dachterrasse sowie eine Kegelbahn im Untergeschoss. 1963 kam das Kino «Studio Derby» hinzu. Später wurde aus dem Speiselokal im Dachgeschoss der «Nightclub Penthouse». 

Neue Überbauung

Ein weiterer Meilenstein am Bahnhof war 1993 die Eröffnung der Unterführung ShopWil mit Ladenlokalen sowie das unterirdischen Parkhauses.

Bald wird die Überbauung auf dem Landhausareal das Erscheinungsbild der Bahnhofsgegend ein weiteres Mal erheblich verändern. Auch der Bahnhofplatz soll in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Damit bleibt das Umgelände der Gleise weiterhin ein Brennpunkt in der Entwicklung Wils.

Adrian Zeller, Journalist