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Kultur
24.08.2021

Wiler an Abendrundgang in der Museumsstadt Winterthur

Eine der drei Gruppen im grossen Saal des Rathauses Winterthur mit der Stukkaturdecke und dem imposanten Leuchter. Bild: Freddy Kugler
Winterthur, das Tor zur Ostschweiz, ist mit rund 115‘000 Einwohnern die sechstgrösste Schweizer Stadt und liegt eigentlich nur einen Katzensprung von Wil entfernt. Dennoch ist diese Museums- und Gartenstadt vielen Ostschweizern kaum bekannt. Grund genug für die Kunst- und Museumsfreunde Wil und Umgebung, nach einer fast einjährigen Corona-bedingten Pause auf einem geführten Abendrundgang mehr über deren Besonderheiten zu erfahren.

„Von Tisch zu Tisch“ nennt sich ein Angebot der Tourist Information Winterthur, bei dem der Streifzug durch die Altstadt mit kulinarischen Genüssen in drei traditionsreichen Restaurants verknüpft wird. Treffpunkt für die rund 50 Teilnehmenden war der Bahnhof Winterthur, der täglich von rund 130‘000 Passagieren frequentiert wird. Mit dem Umbau 1894–1896 erhielt das Bahnhofgebäude seine heutige Gestalt. Staunend stellten die Teilnehmenden beim Hinschauen fest, dass das Bundeshaus in Bern als architektonische Vorlage diente.

Im Rathaus aus dem 15. Jahrhundert mitten in der Altstadt trafen die drei Gruppen nicht zuletzt auf einen prächtigen Fayence-Turmofen mit Szenen aus dem Alten Testament. Im international bekannten Uhrenmuseum mit der beeindruckenden Sammlung Konrad Kellenberger kann unter anderem noch bis 18. September die Holzräderuhr des Appenzellers Johan Joseph Gmönder aus dem Jahr 1801, eine Leihgabe des Bregenzer Klosters Mehrerau, bewundert werden.

Ein auffälliges Backstein-Gebäude ist die 1864 eröffnete Bad- und Waschanstalt, die an die Badekultur des Orients erinnerte. Der heute nicht mehr existierende Kamin hatte die Form eines Minarettes. Das markante, unter Denkmalschutz stehende Gebäude dient heute der Stadtpolizei.

Der laue Sommerabend hat bei den Teilnehmenden die Lust auf einen ausgedehnteren Aufenthalt in Winterthur geweckt.

Freddy Kugler