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17.09.2021
17.09.2021 23:00 Uhr

Meister Zug nicht zu stoppen

Meisterlicher Jubel: Der EV Zug gewinnt auch den Spitzenkampf gegen Ambri und thront schon wieder an der Spitze Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay
National League – Schweizer Meister EV Zug gewinnt mit 4:1 in Ambris neuer Arena auch das fünfte Saisonspiel und droht der Konkurrenz früh zu enteilen.

Im Duell zweier ungeschlagener Teams ging Ambri-Piotta durch Brandon McMillan zwar früh in Führung, ehe die Zuger mit vier Toren hintereinander die Partie kippten.

Nur der EHC Biel vermag mit Zug in den ersten Wochen der Saison mitzuhalten. Die Seeländer gewannen in Lugano mit 5:3 :. ebenfalls auch das fünfte Spiel der Saison. Hinter Zug und Biel klafft indessen schon eine Lücke von sechs und mehr Punkten zum Rest der Konkurrenz.

Von den noch sieglosen Teams gelang dem SC Bern ein Befreiungsschlag. Die Berner, die in den ersten vier Partien nie auch nur geführt hatten, gewannen das Derby vor nur 13'000 Zuschauern gegen Langnau 8:1. Damit wendete der SCB die Gefahr des schlechtesten Saisonstarts seiner Klubgeschichte ab: 1999 wartete der SCB bis zur 7. Runde auf den ersten Sieg. Damals resultierten nach Unentschieden gegen Lugano (2:2) und Rapperswil-Jona (6:6) vier Niederlagen gegen Ambri (2:6), Kloten (2:3), Zug (2:3) und Langnau (1:3).

Auch Lausanne kam mit 2:1 nach Verlängerung gegen Servette zum ersten Saisonsieg.

Monolog geht weiter

Die einseitigste Paarung der gesamten National League endete wie erwartet: Der HC Davos besiegte die Rapperswil-Jona Lakers zum neunten Mal hintereinander, diesmal mit 5:3. Von den letzten 16 Duellen gegen die Lakers gewann Davos deren 15.

Schon im ersten Abschnitt fiel die Vorentscheidung. Aus krasser Überlegenheit (15:5 Torschüsse) resultierte für den HC Davos dank Goals von Raphael Prassl, Marc Wieser und Enzo Corvi eine 3:0-Führung. Im zweiten und dritten Abschnitt kamen die Lakers zweimal bis auf ein Tor an den HCD heran (2:3 und 3:4), Julian Schmutz mit dem 4:2 und Andres Ambühl mit dem 5:3 beruhigten das Geschehen aber schnell wieder.

Bei Rapperswil hütete Noël Bader für den kranken Melvin Nyffeler das Tor. Seit den sensationellen Playoff-Erfolgen gegen Biel (Achtelfinal) und Lugano (Viertelfinal) gewannen die Lakers bloss noch eines von sieben Meisterschaftsspielen.

Zug in der neuen Valascia meisterlich

Es brauchte schon den Schweizer Meister, um Ambri-Piotta von seiner Wolke im strahlend neuen Stadion zu holen. Zug tat dies mit einem 4:1-Auswärtssieg.

Zunächst liessen sich die Tessiner in der mit erneut über 6200 Fans gefüllten Nuova Valascia von der Euphorie erneut zu einem Blitzstart mit dem 1:0 durch Brandon McMillan nach gut vier Minuten tragen. Die folgende Wende muss den Aussenseiter, der mit drei Siegen aus drei Spielen formidabel in die Saison gestartet ist, etwas ärgern.

Das 1:1 durch das erste Schweizer Tor des Schweden Christian Djoos fiel während einer Ambri-Überzahl (15.), das 1:2 durch Sven Senteler im Powerplay aus spitzem Winkel (31.) und das 1:3 durch Niklas Hansson 25 Sekunden vor dem Ende des Mitteldrittels. Danach hatte der erneut überzeugend in die Meisterschaft gestartete Meister (5 Spiele, 5 Siege) das Geschehen im Griff.

Damien Brunners Auftritt

Der EHC Biel siegt und siegt weiter. Nach zuletzt glückhaften Siegen gegen die Lakers (6:4 nach 2:4-Rückstand) und Freiburg (4:3 nach 0:3-Rückstand) setzten sich die Seeländer auch im Tessin mit einer gehörigen Portion Fortune 5:3 durch.

Torhüter Elien Paupe gelang bei seinem ersten Meisterschaftseinsatz eine Glanzleistung. Mit 46 Paraden ermöglichte Paupe seinem Team den Sieg. Zum Matchwinner avancierte hingegen Damien Brunner. Drei Tore und ein Assist steuerte der ex-Luganese bei. Brunner kam zu seinem sechsten Hattrick in der National League, dem ersten seit drei Jahren, als er ebenfalls bei einem Bieler Gastspiel in Lugano dreimal getroffen hatte.

Auch ohne den verletzten Gaëtan Haas (fehlt bis zu vier Wochen) und den gesperrten Viktor Lööv und den geschonten Joren van Pottelberghe setzte Biel seine Siegesserie fort. Die Chance zum sechsten Sieg bietet sich dem EHCB am Samstag im Heimspiel gegen Davos. Mit dieser Partie wird der Bieler Beat Forster - auch eine Davoser Spielerlegende - als 14. Akteur in den exklusiven 1000er-Klub aufgenommen.

Früh entschieden

Drei Tage nach der abgebrochenen Partie in Rapperswil (bei einer 2:1-Führung) kam Meisterschafts-Mitfavorit Zürcher SC doch endlich zum zweiten Saisonsieg. Die Heimpartie gegen Aufsteiger Ajoie gewannen die Lions mit 5:2.

Dabei wurde der Mist früh geführt. Die ZSC Lions führten schon nach 16 Minuten 3:0. Ein weiterer Zürcher Treffer wurde bis zu diesem Zeitpunkt annulliert; ausserdem scheiterte Denis Hollenstein mit einem Penalty an Goalie Viktor Östlund (erster Einsatz für Ajoie). Die Jurassier investierten viel in ein aggressives Forechecking, wurden aber dennoch völlig überfordert.

Sven Andrighetto, der in den ersten ZSC-Partien der neuen Saison noch nicht geskort hatte, verbuchte bei den ersten beiden Goals ein Tor und ein Assist. Chris Baltisberger, der erstmals seit dem 9. Januar (Spiralfraktur Unterschenkel) wieder spielen konnte, markierte beim Comeback das 3:0.

Lausannes Premiere

Im ersten Léman-Derby der Saison kam Lausanne gegen Servette mit 2:1 nach Verlängerung zum ersten Saisonsieg. Jason Fuchs stellte nach 62:54 Minuten Lausannes Sieg sicher.

Nach zwei Jahren schaffte also Lausanne endlich wieder einen Heimsieg über Servette, den ersten in der neuen Arena. 7007 Zuschauer strömten fürs erste Saison-Heimspiel in die Arena. Sie sahen eine inspirierte Lausanner Leistung. Lausanne ging durch Martin Gernat früh in Führung, scheiterte danach aber immer wieder an Genfs Goalie Gauthier Descloux (38 Paraden). Daniel Winnik glich zu Beginn des Schlussabschnitts mit einer brillanten Einzelleistung zum 1:1 aus. In der Verlängerung fand Lausanne den Weg zum Sieg aber doch noch.

Rangliste und Telegramme:

Rangliste: 1. Zug 5/14. 2. Biel 5/14. 3. Ambri-Piotta 4/8. 4. ZSC Lions 4/8. 5. Fribourg-Gottéron 4/7. 6. Davos 3/6. 7. Lugano 4/6. 8. Genève-Servette 4/6. 9. SCL Tigers 4/4. 10. Bern 5/3. 11. Lausanne 3/2. 12. Ajoie 3/0. 13. Rapperswil-Jona Lakers 4/0.

Davos - Rapperswil-Jona Lakers 5:3 (3:0, 1:2, 1:1)

3028 Zuschauer. - SR Dipietro/Fluri, Steenstra/Stalder. - Tore: 8. Prassl (Ambühl, Wieser) 1:0. 11. Wieser (Ambühl) 2:0. 20. (19:59) Corvi (Bromé) 3:0. 25. Wick 3:1. 31. Cervenka (Albrecht, Aebischer) 3:2. 36. Schmutz 4:2. 44. Rowe (Lehmann/Unterzahltor!) 4:3. 52. Ambühl 5:3. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Bromé; Eggenberger.

Davos: Senn; Nygren, Zgraggen; Dominik Egli, Wellinger; Heinen, Jung; Stoop, Barandun; Stransky, Rasmussen, Bromé; Wieser, Corvi, Ambühl; Frehner, Prassl, Knak; Simic, Chris Egli, Schmutz.

Rapperswil-Jona Lakers: Bader; Baragano, Djuse; Profico, Jelovac; Vouardoux, Sataric; Aebischer, Maier; Zangger, Albrecht, Brüschweiler; Lehmann, Rowe, Cervenka; Wick, Dünner, Neukom; Wetter, Mitchell, Eggenberger.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Lammer und Moses (beide verletzt). Rapperswil-Jona Lakers ab 57:40 ohne Torhüter.

Ambri-Piotta - Zug 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)

6214 Zuschauer. - SR Tscherrig/Hebeisen, Burgy/Duarte. - Tore: 5. McMillan (Pestoni) 1:0. 15. Djoos (Suri/Unterzahltor!) 1:1. 31. Senteler (Simion, Suri/Powerplaytor) 1:2. 40. (39:35) Hansson (Herzog) 1:3. 49. Herzog (Martschini) 1:4. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 8mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Kozun; Simion.

Ambri-Piotta: Ciaccio; Fora, Isacco Dotti; Hietanen, Burren; Fohrler, Zaccheo Dotti; Hächler; Kozun, Regin, Kneubuehler; Bürgler, Heim, Zwerger; Pestoni, Grassi, McMillan; Trisconi, Kostner, Bianchi; Dal Pian.

Zug: Hollenstein; Schlumpf, Gross; Cadonau, Djoos; Hansson, Stadler; Wüthrich, Kreis; Klingberg, Senteler, Allenspach; Simion, Kovar, Suri; Martschini, Müller, Herzog; Hofer, Leuenberger, Bachofner.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne D'Agostini (verletzt), Zug ohne Lander (überzähliger Ausländer).

Lugano - Biel 3:5 (1:1, 2:2, 0:2)

4856 Zuschauer. - SR Stricker/Mollard, Schlegel/Progin. - Tore: 3. Brunner (Cunti) 0:1. 18. Fazzini (Arcobello, Alatalo/Powerplaytor) 1:1. 21. (20:36) Brunner (Cunti) 1:2. 26. Fazzini (Arcobello, Nodari) 2:2. 34. Brunner (Rathgeb) 2:3. 38. Müller (Josephs, Bertaggia) 3:3. 44. Kohler (Hofer) 3:4. 52. Künzle (Brunner) 3:5. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Lugano, 1mal 2 plus 5 Minuten (Schläpfer) plus Spieldauer (Schläpfer) gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Loeffel; Rajala.

Lugano: Schlegel; Alatalo, Riva; Loeffel, Müller; Chiesa, Wolf; Nodari, Vedova; Fazzini, Arcobello, Stoffel; Boedker, Herburger, Morini; Bertaggia, Thürkauf, Josephs; Traber, Walker, Tschumi.

Biel: Paupe; Rathgeb, Forster; Schneeberger, Jakowenko; Stampfli, Grossmann; Delémont; Hischier, Schläpfer, Rajala; Hügli, Sallinen, Hofer; Brunner, Cunti, Künzle; Kohler, Froidevaux, Kessler; Karaffa.

Bemerkungen: Lugano ohne Carr und Haussener (beide verletzt), Biel ohne Fey, Haas, Tanner (alle verletzt) und Lööv (gesperrt). Lugano von 58:18 bis 58:48 und ab 59:40 ohne Torhüter.

ZSC Lions - Ajoie 5:2 (3:0, 1:0, 1:2)

7237 Zuschauer. - SR Lemelin/Piechaczek, Kehrli/Fuchs. - Tore: 5. Andrighetto (Roe, Quenneville) 1:0. 16. (15:02) Sigrist (Andrighetto/Powerplaytor) 2:0. 17. (16:27) Chris Baltisberger (Diem) 3:0. 37. Andrighetto (Noreau, Azevedo/Powerplaytor) 4:0. 47. Frossard (Hazen/Powerplaytor) 4:1. 54. Schmutz (Devos) 4:2. 60. (59:10) Krüger 5:2 (ins leere Tor). - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 5mal 2 Minuten gegen Ajoie. - PostFinance-Topskorer: Azevedo; Eigenmann.

ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Trutmann, Geering; Guebey, Weber; Phil Baltisberger; Quenneville, Roe, Andrighetto; Azevedo, Krüger, Hollenstein; Chris Baltisberger, Sigrist, Diem; Aeschlimann, Schäppi, Pedretti; Sopa.

Ajoie: Östlund; Gauthier-Leduc, Hauert; Rouiller, Eigenmann; Birbaum, Pouilly; Helfer; Hazen, Devos, Schmutz; Rohrbach, Romanenghi, Huber; Frei, Frossard, Schnegg; Macquat, Ness, Bogdanoff.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Bodenmann, Morant, Riedi (alle verletzt) und Malgin (krank), Ajoie ohne Joggi (krank) und Asselin (verletzt). Ajoie von 58:09 bis 58:25 und 58:33 bis 59:10 ohne Torhüter.

Lausanne - Genève-Servette 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0) n.V.

7007 Zuschauer. - SR Stolc/Urban, Huguet/Gnemmi. - Tore: 18. Gernat (Douay) 1:0. 42. Winnik (Tömmernes) 1:1. 63. Fuchs (Sekac) 2:1. - Strafen: je 7mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Gernat; Filppula.

Lausanne: Stephan; Heldner, Frick; Glauser, Gernat; Marti, Genazzi; Krueger; Bertschy, Varone, Baumgartner; Damien Riat, Emmerton, Sekac; Jäger, Fuchs, Kenins; Bozon, Maillard, Douay.

Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Le Coultre, Maurer; Völlmin, Smons; Ugazzi, Arnaud Riat; Vermin, Filppula, Rod; Vouillamoz, Winnik, Miranda; Moy, Jooris, Patry; Antonietti, Berthon, Smirnovs.

Bemerkungen: Lausanne ohne Barberio (gesperrt), Genève-Servette ohne Karrer, Mercier, Pouliot und Tanner (alle verletzt).

  • Damien Brunner steuert in Lugano drei Tore und ein Assist zum fünften Bieler Saisonsieg bei Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari
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  • Gauthier Descloux (in weiss) rettete mit 38 Paraden Servette einen Punkt in Lausanne, konnte aber nicht verhindern, dass Lausanne erstmals seit zwei Jahren ein Heimspiel gegen Servette gewann Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI
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  • Wenn Daniel Eigenmann Ajoies PostFinance-Topskorer ist, heisst das nichts anderes, dass die Goalgetter vom Dienst noch nicht treffen. Die Kanadier Devos und Hazen kamen beim 2:5 in Zürich immerhin zu ersten Assists. Bild: KEYSTONE/PostFinance/ENNIO LEANZA
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Keystone-SDA