Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt Wil SG
23.09.2021
24.09.2021 10:19 Uhr

Reisen ohne Flugzeug – eine reine Geldverschwendung?

Bild: Klimagruppe Wil
Die Klimagruppe Wil schreibt für wil24.ch eine eigene Kolumne. Sie wird damit ihrem Anspruch gerecht: "Aktion und Information, nicht nur Opposition". Heute ein Beitrag zum Thema Reisen.

Gerade habe ich mit meinem Freund Ferien in Spanien gebucht. Alles lief gut und wir waren uns eigentlich über alle Punkte einig… na ja fast alle. Denn früher oder später stellte sich die Frage, wie wir denn reisen wollen. Mit dem Flugzeug oder doch mit dem Zug beziehungsweise mit dem Fernbus? Dies ist ein altbekannter Diskussionspunkt, bei dem in den meisten Fällen fürs Fliegen entschieden wird. So ist die Sache auch für meinen Freund klar: Mit dem Flugzeug sparen wir Zeit und Geld.

Hier sind wir schon beim ersten Problem angelangt: Flüge sind trotz ihrer grossen Umweltbelastung immer noch sehr billig, während Zugfahrten eher teurer ausfallen. Da wundert es mich auch nicht, dass so viele Menschen immer noch regelmässig fliegen, obwohl ihnen der Schaden, den sie damit anrichten, mittlerweile (hoffentlich) bewusst ist. Fliegen ist einfach bequemer. Verstehe ich ja, ist schon gemütlich, wenn man am Morgen das eigene Haus in der Schweiz verlässt und am Mittag bereits in Spanien am Strand liegt.

Aber lohnt sich das wirklich? Lohnt es sich, um ein paar Stunden zu sparen, die fatalen Folgen des Klimawandels in Kauf zu nehmen? Dazu möchte ich euch kurz was vorrechnen. Pro Passagier und 100 Kilometer verbrennt ein Flugzeug drei bis vier Liter Kerosin und stösst dabei 7.5 bis 10 Kilo CO2 in die Luft. Das mag jetzt nach gar nicht so viel klingen, im Vergleich stösst dieselbe Reise mit dem Fernbus jedoch nur rund 2.3kg CO2 aus. Ausserdem spielen beim Fliegen noch viele weitere Faktoren mit, die der Umwelt schaden. So entstehen aus Wasserdampf beispielsweise Kondensstreifen, welche, wie auch das CO2, den Treibhauseffekt fördern. Beide Stoffe haben in der Luft eine zirka 2.7x höhere Wirkung als auf dem Land. Demnach müssen die 7.5 - 10 Kilo CO2 noch ungefähr mit dem Faktor 2 bis 3 multipliziert werden, um den wirklichen Schaden des Fliegens zu berechnen. Damit kommen wir auf rund 15 – 30 Kilo CO2 Ausstoss pro Passagier und 100 Kilometer. Ein weiterer Vergleich: Ein Flug nach Mallorca ist ungefähr so schädlich wie ein ganzes Jahr lang Auto fahren. Ganz schön viel, nicht?

Schauen wir uns den Faktor Geld nochmals genauer an. Fliegen ist das billigste Reisemittel? Quatsch! Nach Spanien gelange ich mit dem Fernbus, inklusive 20 kg Gepäck, für 65 Franken. Für dasselbe Angebot zahle ich mit dem billigsten Flug, den ich finden konnte, 75 Franken. Also sogar 10 Franken mehr. Das einzige Argument, was jetzt noch für das Flugzeug spricht ist demnach der bereits erwähnte Komfort. Du musst nicht umsteigen, du bist schneller am Ziel. Aber lange Fahrten durch fremde Länder können auch ein spannendes Erlebnis sein! Mit der Familie sind wir immer mit dem Auto in die Ferien gefahren. Obwohl ich kein Fan von langen Autofahrten bin, habe ich mich jedes Mal darauf gefreut, aus dem Fenster die sich verändernde Landschaft zu beobachten. Im Zug hast du ausserdem, sofern du nicht allein reist, die Möglichkeit Spiele zu spielen. Verschwendete Zeit ist das meiner Meinung nach also nicht. Im Gegenteil, das kann richtig Spass machen!

Quellen:
Reisen im Zug statt Flug – was der Umstieg bewirkt | P.S. (pszeitung.ch)
Nachhaltig Reisen: Wie schädlich Fliegen wirklich ist (wirelesslife.de)

Klimagruppe Wil

Wir sind die Klimagruppe Wil. Als Untergruppe des Vereins WIFONA (Wiler Forum für Nachhaltigkeit) setzen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit im Umweltbereich auseinander. Entstanden sind wir aus einer Gruppe von engagierten Kantonsschüler*innen mit dem Ziel, die umweltfreundlichere Gestaltung von der Schule auf die ganze Stadt auszuweiten und dabei auch Anwohner*innen der Stadt Wil mit einzubeziehen. Uns ist ein offener Austausch wichtig, damit wir gemeinsam in eine grünere Zukunft steuern.

Klimagruppe Wil