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Lifestyle
19.10.2021

Buch analysiert die Schweizer Männlichkeit

(Symbolbild) Bild: Pixabay
Die Gesellschafts- und Geschlechterverhältnisse verändern sich. Was dies für Schweizer Männer bedeutet, wird noch äusserst selten erforscht. Das neu erschienene Buch «Zeitdiagnose Männlichkeiten Schweiz» macht eine erste Bestandsaufnahme.

Mit dem Buch «Zeitdiagnose Männlichkeiten Schweiz» ist ein in dieser Form einzigartiger Sammelband aus dem Forschungsfeld der kritischen Männer- und Männlichkeitenforschung im Seismo Verlag erschienen. Das Buch widmet sich einem in der Schweiz bisher eher wenig beachteten Forschungsbereich und hat zum Ziel, die Bedeutung kritischer Männer- und Männlichkeitenforschung in, zur und für die Schweiz aufzuzeigen.

Dies gelinge in einer Art Tour d’Horizon durch die interdisziplinäre Schweizer Männlichkeitenforschung, heisst es in einer Mitteilung der OST. Die versammelten Autoren, zu denen unter anderem Andrea Maihofer, Claudia Opitz-Belakhal, Ueli Mäder, Christa Binswanger und Brigitte Liebig zählen, geben Einblicke in den aktuellen Forschungsstand zum Wandel von Männlichkeit und liefern Denkanstösse für die Diskussion über Männlichkeit und Männlichkeitsbilder.

Krise von Männlichkeit als Zeichen grundlegenden Wandels

Weiter heisst es, dass verschiedene Texte im Sammelband die historischen und gesellschaftlichen Kontexte und Entwicklungen nachzeichnen, welche zur Herausbildung des heutigen Verständnisses von Männlichkeit geführt haben.

Durch die zeitdiagnostische Perspektive bleibe es jedoch nicht bei einer Analyse der Entstehungsprozesse. Sondern es wird danach gefragt, was die aktuellen Veränderungen in Erwerbs- und Familienarbeit, Liebesbeziehungen, Elternschaft, Freundschaft, Sexualität oder Freizeitgestaltung für Männer an Herausforderungen in sich tragen.

Hieraus ergebe sich ein grosser Bedarf an Diagnosen und Einordnungen, da oftmals nicht klar sei, was sich im aktuellen Wandel genau wie verändert und wie die paradoxe Gleichzeitigkeit von Wandel und Beständigkeit angemessen erfasst werden kann. Dies ist ein Anliegen, das nicht nur seit oder auf Grund von «#metoo» von breitem Interesse ist. Auch Männer reflektieren vermehrt über ihre Vorstellungen und Ideen von Männlichkeit. so die OST.

Vielgestaltigkeit von Männlichkeiten in der Schweiz dynamisieren

Mit dem Buch soll die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte über die Vielgestaltigkeit von Männlichkeiten in der Schweiz an Dynamik und Beständigkeit gewinnen. Das Buch liefere dafür wertvolle Denkanstösse und lanciere die Diskussion über die Analyse von Männlichkeiten in der Schweiz in seiner ganzen Bandbreite, behauptet die Fachhochschule.

Die Herausgeber Diana Baumgarten, Matthias Luterbach, Martina Peitz, Sarah Rabhi-Sidler, Steve Stiehler, Tobias Studer, Anika Thym und Isabelle Zinn sind in der AG «TransforMen» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschlechterforschung organisiert.

Hierbei handelt es sich um eine schweizweite, überinstitutionelle Zusammenarbeit von Mitarbeitern des Departements Soziale Arbeit der OST, des Fachbereiches Geschlechterforschung der Universität Basel, der Careum Hochschule Gesundheit, der Faculté des sciences sociales et politiques der Université de Lausanne und des Institutes Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW.

Das Buch erscheint in der Reihe «Geschlechterfragen/Questions de genre/Gender Issues» des Seismo Verlags. Die Open-Access-Buchpublikation wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert und der Buchdruck durch die Graduiertenschule Social Sciences der Universität Basel.

pez/pd