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Zuzwil SG
26.10.2021
27.10.2021 10:24 Uhr

Neuer Präsident im Naturschutzverein

Vorstand (im Bild v.l.): Rahel Eisenring, Brigitte Strasser, Ex-Präsident Hansruedi Baur, Peter Siegrist, neuer Präsident, Peter Mäder, Andrea Bärlocher. Bild: Ernst Inauen
An der 26. Hauptversammlung des Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil am Freitag, 22. Oktober 2021, bildeten die Tätigkeitsberichte, die Wahlen und das neue Jahresprogramm die Schwerpunkte. Im Vorstand löst Peter Siegrist den abtretenden Präsidenten Hansruedi Baur ab.

Von Ernst Inauen

An der Hauptversammlung im Restaurant Kreuz in Zuzwil nahmen 30 Mitglieder teil, darunter die Ehrenpräsidentin Ruth Niedermann. Mit einem vom Verein offerierten Nachtessen begann die Zusammenkunft. Eine kurze Schweigeminute galt den verstorbenen Mitgliedern. Nach sechs Jahren als Vereinspräsident leitete Hansruedi Baur zum letzten Mal den geschäftlichen Teil. Er berichtete in seinem Jahresrückblick über die wegen Covid-19 stark eingeschränkten Aktivitäten des Vereins. So wurde auch die HV 2020 abgesagt und durch eine schriftliche Abstimmung ersetzt. Interessanterweise nahmen daran 93 Personen teil, während an den ordentlichen Hauptversammlungen jeweils zwischen 30 und 40 Mitglieder anwesend sind. Neben den Naturtreffs weckten Exkursionen zur Bienenfamilie Brunner in Weieren, zum Vorstandsmitglied Peter Mäder mit seinem auf Biodiversität ausgerichteten Betrieb oder der Pilzexkursion im Hohrain mit Anni Bosshart das Interesse von jeweils rund 35 Teilnehmenden. Ausserdem konnte auch noch die lehrreiche Familienexkursion „Auf dem Biberpfad“ durchgeführt werden. Heinz Grob vom Nachbarverein Naturschutz Uzwil führte 37 Kinder und Erwachsene von Oberbüren der Thur entlang.

Der Verein offerierte vor der Versammlung ein Nachtessen. Bild: Ernst Inauen
Sie leiteten die Versammlung (v.l.): Brigitte Strasser, Andrea Bärlocher, Peter Siegrist, Peter Mäder. Bild: Ernst Inauen

Veränderungen im Vorstand

Im Mittelpunkt der Wahlen stand der Präsidentenwechsel, der intern gelöst werden konnte. Hansruedi Baur trat als Präsident zurück, wird dem Verein jedoch weiterhin als Obmann Bereich Vögel zur Verfügung stehen. Er erwähnte, dass der Steinkauz zum Vogel des Jahres 2021 gewählt wurde. Heckenmeister Peter Siegrist übernimmt neu das Präsidium, was wiederum eine Vakanz in seinem vorherigen Aufgabenbereich auslöst. Er machte seinerseits auf die Pflanz- und Pflegeaktionen und die weiteren Anlässe des Jahresprogramms 2021 aufmerksam. Peter Mäder erinnerte an die Pflegemassnahmen bei Biotopen, welche Amphibien und Reptilien vermehrt Lebensraum bieten. Neu in den Vorstand gewählt wurde Rahel Eisenring, Niederhelfenschwil. Die übrigen Vorstandsmitglieder Brigitte Strasser, Andrea Bärlocher und Peter Mäder sowie die Revisoren Christian Herrmann und Georg Söntgerath wurden bestätigt. Im Anschluss an die HV zeigte Hansruedi Baur in einem aufschlussreichen Bilderbericht die Vielfalt von Vögeln, Insekten und Amphibien im Zuzwiler Riet auf. In der Allgemeinen Umfrage stellte Ruedi Peter fest, dass sich die Situation bezüglich des drastischen Rückgangs der Vögel noch nicht verbessert habe und regte dagegen Massnahmen an.

Im Bild (v.l.): Das neugewählte Vorstandsmitglied Rahel Eisenring, der abtretende Präsident Hansruedi Baur und der neue Präsident Peter Siegrist. Bild: Ernst Inauen

Rückblick des abtretenden Präsidenten

Hansruedi Baur zog im Gespräch mit Uzwil24 über seine Amtstätigkeit eine positive Bilanz:

Herr Baur, was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Hansruedi Baur: "Die letzten 6 Jahre sind geprägt von einer drastischen Verschlechterung der Umweltbedingungen für unsere Natur. Durch das Verschwinden von Obstgärten und naturbelassenen Grundstücken innerhalb der Dörfer zu Gunsten einer verdichteten Bauweise wird die Natur an die Ränder der Dörfer gedrängt und verliert einen wichtigen Lebensraum. Mit dem Verschwinden von rund 70% unserer Insekten verlieren nicht nur verschiedene Vogelarten ihre Hauptnahrungsquelle, sondern auch die Bestäubung unserer Obstbäume, Sträucher und Nutzpflanzen ist zu einem Problem geworden."

Wie begegnet der Naturschutz dieser kritischen Entwicklung?

"Auf Grund dieser Entwicklungen hat der Vorstand vermehrt versucht Gegensteuer zu geben. Durch verschiedene Aktionen wie Infostand an der Chilbi, Natur-Treffs zu verschiedenen Themen der Biodiversität und Exkursionen haben und machen wir darauf aufmerksam, was jede Frau und jeder Mann zur Verbesserung der Situation, sei es im eigenen Garten aber auch als Gemeinschaft, beitragen kann. Die Entwicklung der steigenden Beteiligungszahlen an unseren Anlässen stimmt mich positiv für die Zukunft. Mit unserer Mitarbeit in den gemeinderätlichen Kommissionen versuchen wir das Verständnis zwischen der Landwirtschaft, Gemeinde und den Bedürfnissen der Natur zu vermitteln. Die Zusammenarbeit entwickelt sich aus unserer Sicht positiv und wir konnten unsere Anliegen einbringen. Die Bekämpfung von Neophyten hat auch an Bedeutung gewonnen und wird uns in den nächsten Jahren zu nehmend beschäftigen."

Wie sehen die Massnahmen und die Zielsetzung aus?

"Durch die aktive Mithilfe bei der Anlegung von neuen Hecken (Beratung und Pflanzung) und Pflege von bereits bestehenden Hecken fördert der Naturschutz Niederhelfenschwil Zuzwil die Vernetzung und die Biodiversität. Mit freiwilligen Nistkastenbetreuern pflegen wir 360 Nistkästen in 15 Gebieten unseres Einzugsgebiets zur Erhaltung von diversen Brutvogelarten. Die Erhaltung und Pflege der bedeutenden Mauersegler- und Schwalbenkolonien konnte in den letzten Jahren erfolgreich weitergeführt werden. Auch die Bedeutung zur Erhaltung und Förderung von Feuchtstandorten für Reptilien und Amphibien hat in den letzten Jahren an Aktualität zugenommen, da ihre Bestände auch drastisch abnehmen und zum Teil verschwinden. Dafür wurde im Verein eine eigene Abteilung gebildet. Die Erhaltung der vielfältigen Naturstrukturen in unseren Gemeinden Niederhelfenschwil und Zuzwil muss auch für die Zukunft ein Ziel von uns sein. Sie kann aber nicht nur mit dem freiwilligen Einsatz unseres Vereins geschehen, sondern dazu braucht es die vertiefte Zusammenarbeit aller Interessentengruppen."

Ernst Inauen