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27.10.2021
28.10.2021 08:53 Uhr

CVP60 plus: Bildungsanlass mit Bruno Cozzio

Der Referent fessellte die Zuhörenden mit seinen kompetenten Ausführungen. Bild: Ernst Inauen
Das Forum CVP60plus führte einen weiteren Bildungsanlass durch. Im Gewölbekeller des Hof zu Wil befasste sich der Revierförster und Kantonsrat Bruno Cozzio mit dem Thema Neophyten und dem Focus „Der Wald in der Zukunft“.

Von Ernst Inauen

Noch immer wirken sich die coronabedingten Massnahmen bei den Anlässen des Forums auch auf die Zahl der Besuchenden aus. Die rund 40 Teilnehmenden mussten sich am Eingang zum Hof Wil vorschriftsgemäss mit dem offiziellen Covid-Zertifikat ausweisen.

Im Namen des Forums CVP60plus begrüsste der neue Veranstaltungs-Verantwortliche Erwin Schweizer im Gewölbekeller im Hof zu Wil den Referenten Bruno Cozzio und stellte ihn kurz vor.

Erwin Schweizer, neuer Verantwortlicher für die Veranstaltungen des Forums CVP60plus. Bild: Ernst Inauen

Cozzio beleuchtete in seinen spannenden Ausführungen die Auswirkungen gebietsfremder, invasiver Neophyten auf das Oekosystem und auf den Wald. Aufgrund seiner beruflichen und politischen Tätigkeit konnte der Referent dem interessierten Publikum sein breites Wissen und seine beruflichen Erfahrungen vermitteln. Nach dem mehr als anderthalbstündigen Vortrag spendete das Forum einen Apéro.

Bild: Ernst Inauen

Neophyten seit dem Mittelalter

„Seit dem 15. Jahrhundert sind Neophyten aus dem Ausland eingeführt worden, darunter auch Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Teepflanzen oder Douglasien“ klärte der Referent die Zuhörenden auf. Neben diesen Pflanzen gelten aber die invasiven Neophyten als unerwünscht, weil sie einheimische Pflanzen so stark verdrängen, dass sie nicht mehr aufkommen können, sagte Cozzio. Die bekanntesten Arten seien bei den Bäumen und Büschen der Bambus, der Sommerflieder, der asiatische Staudenknöterich, der Kirschlorbeer, die Robinie. Zu den invasiven Bodenpflanzen und Blumen gehören Ambrosia, Riesenbärenklau, drüsiges Springkraut, einjähriges Berufskraut und die amerikanische Goldrute. „Invasive Neophyten verbreiten sich unkontrolliert und verdrängen einheimische Pflanzen und Tiere. Sie verändern das Landschaftsbild und beeinträchtigen naturnahe Lebensräume. Ebenso können sie durch Überwucherung Ertragsausfälle in der Land- und Forstwirtschaft bewirken“, informierte der sachkundige Referent. Er empfahl deshalb, keine fremden Pflanzen (Neophyten) im Garten zu pflanzen, Aktionen der Naturschutzvereine zur Bekämpfung zu unterstützen und Vorkommen dem Förster oder der Gemeinde zu melden.

Der blühende Sommerflieder ist zwar wunderschön, er verdrängt jedoch einheimische Pflanzen. Bild: zVg
Das drüsige Springkraut gehört ebenfalls zu den invasiven und unerwünschten Neophyten. Bild: zVg

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Waldes

Der Referent machte auf die grosse Bedeutung des Waldes und die politischen Rechtsgrundlagen aufmerksam: „Grundsätzlich ist der Wald gemäss gesetzlicher Regelung frei betretbar, jedoch mit Einschränkungen für Biker und Reiter. Im Gebirge hat der Wald eine wichtige Schutzfunktion gegen Lawinen und Steinschlag. Als Natur-Oase hat er für die Bevölkerung eine geschätzte Erholungsfunktion in der Freizeit“. Das Holz der Bäume generiere als Rohstoff für Bauten und als Brennstoff eine 100%ige Wertschöpfung, wenn auch der Holzpreis noch bescheiden ausfalle. Bei der Bewirtschaftung der Wälder müsse man mit der Natur im Einklang sein und die langen Zyklen beachten. Die ersten 20 Jahre seien teurer als die folgenden 80 Jahre zusammen. Heute werde bei Neupflanzungen auf einen standortgerechten Mischwald gesetzt mit einer Vielfalt von Bäumen. Dabei spiele die Douglasie eine bevorzugte Rolle, weil sie wesentlich resistenter sei gegenüber den Auswirkungen der Klimaveränderung. Es erfolge eine gestaffelte Nutzung ausgewachsener Bäume. Bei der Beratung zur Waldbewirtschaftung sei der Förster ein kompetenter Ansprechpartner. „Bei den klimatischen Veränderungen sind die Extreme ein Problem, weshalb man mit den veränderten Klimabedingungen arbeiten muss. So können lange Hitzeperioden zu Wasserknappheit und Trockenheit führen, die gewissen Bäumen zusetzen“, sagte Bruno Cozzio.

Bild: zVg
Bild: zVg
In der Waldwirtschaft hat der Rohstoff Nutzholz eine 100%ige Wertschöpfung. Bild: zVg

Das Forum CVP60plus organisiert regelmässig spannende Vorträge und spezielle Anlässe, die hauptsächlich auf die Interessen der Altersgruppe im Pensionsalter ausgerichtet sind. Ungeachtet der Parteizugehörigkeit sind sie jedoch für alle offen.

Ernst Inauen